Umsätze steigen, Schrammen bleiben

Der KSV hat knapp 600 Firmen befragt: Bei einem Drittel der Unter­nehmen steigen die Umsätze wieder an. 94 Prozent der Firmen haben mit den wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 zu kämpfen.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie rasch die Wirtschaft ins Wanken geraten kann. Auch wenn vielerorts verlorene Umsätze nicht mehr kompensiert werden können, ist es erfreulich, dass im Vergleich zu April die allgemeine Geschäftslage wieder etwas positiver gesehen wird und Umsätze steigen“, erklärt Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA, CEO der KSV1870 Holding AG. Das Hochfahren der Wirtschaft manifestiert sich laut Umfrage vor allem anhand von vier Faktoren: Mitarbeiter kehren vermehrt ins Büro zurück (35 %), Umsätze sind im Steigen (34 %), Mitarbeiter werden zumindest teilweise vorzeitig aus der Kurzarbeit zurückgeholt (22 %) und Lieferanten können ihre Produkte wieder regelmäßiger liefern (21 %).

Nach der Krise: bereinigter Markt und Digitalisierung

Parallel zum langsamen Hochfahren der österreichischen Wirtschaft scheint es für die befragten Unternehmer bereits jetzt klar zu sein, wie es nach der Corona-Krise weitergeht. 54 % der Befragten gehen von einem stark bereinigten Markt aus, der dann nur noch aus den finanzstärksten Unternehmen bestehen wird. Gleichzeitig erwarten 47 %, dass die Zahl der Arbeitslosen auf lange Sicht hoch bleiben wird. Als wahren Zukunftstreiber sieht knapp die Hälfte (49 %) der Unternehmer die Digitalisierung an – und zwar noch stärker und schneller als das bereits in der Vergangenheit der Fall war.

Vorsichtige Entspannung bei liquiden Mitteln

Die seit Kurzem steigenden Umsätze führen auch bei der Frage nach den liquiden Mitteln der Firmen zu einer leichten Erholung. Während im Zuge der KSV1870 Umfrage im April noch über 50 % der befragten Betriebe angaben, dass ihre finanziellen Mittel maximal 3 Monate ausreichen oder gar schon aufgebraucht waren, so ist das aktuell bei rund einem Drittel (35 %) der Fall. Gleichzeitig erwarten 34 % der Unternehmen langfristig keinen Liquiditätsengpass (vgl. April 2020: 14 %). Aus diesem Grund sind die österreichischen Unternehmen auch wieder etwas optimistischer in Blickrichtung Investitionen: 20 % (April: 13 %) gehen aktuell davon aus, die ursprünglich für 2020 geplanten Investitionen in vollem Umfang realisieren zu können; 19 % planen, zumindest einzelne Investitionen tätigen zu können. Darüber hinaus ist zuletzt die Zahl jener, die gar keine der geplanten Investitionen umsetzen können, von 21 auf 18 % gesunken.

Wie die Ergebnisse der Umfrage weiters zeigen, hat sich das Zahlungsverhalten in den ersten beiden Monaten nach dem Shutdown rapide verschlechtert. 45 % der befragten Unternehmen sprechen von einer teils deutlichen negativen Entwicklung – lediglich 5 % erkennen eine Verbesserung.

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