Frischer Wind beim VÖTB

Das neue Präsidium im Verband Österreichischer Stuckateur- und Trockenbauunternehmungen möchte mit gezielten Maßnahmen die Position des Trockenbaus in Österreich weiter stärken.

Voller Elan startete die neue Verbandsperiode des Verbandes Österreichischer Stuckateur- und Trockenbauunternehmungen. Mit der Wahl von Manfred Schreiner zum Präsidenten und Rainer Haubenwaller zum Vizepräsidenten änderte sich nicht nur der Vorsitz im Vorstand, sondern auch die Schwerpunkte des Verbandes. Der VÖTB wird zukünftig mehr in die Aus- und Weiterbildung investieren, aber vor allem sein Angebot für Mitglieder noch weiter ausbauen und die mediale Kommunikation auf ganz neue Beine stellen.

Trockenbau: Das Schlüsselgewerk im Ausbau

Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) berichtet, erholte sich die Konjunktur langsam von den Auswirkungen von COVID-19. Der zweite bzw. dritte Lockdown drückte die Wirtschaftsaktivität 2020 wieder, aber – da die Industrie weniger betroffen ist – schwächer als der erste. In der Baubranche fiel der Einbruch infolge der Pandemie milder aus, die Konjunkturindizes in der Dezember-Befragung lagen im positiven Bereich. Mit einem Umsatzvolumen von 2,39 Milliarden Euro in Österreich ist der Trockenbau das Schlüsselgewerk im Ausbau und trägt zu dieser positiven Entwicklung der Bauwirtschaft bei.

Dennoch wird der Trockenbau immer wieder unterschätzt und nur mit dem schlichten Aufstellen von Ständerwänden assoziiert. Tatsächlich aber bieten Trockenbauunternehmen die unterschiedlichsten Decken-, Wand- und Bodensysteme an: Abgehängte Decken, die kühlen, im Brandfall schützen und der Raumakustik dienen. Zwischenwände, die nicht nur Räume und Wohneinheiten voneinander trennen, sondern auch den Durchgang von Luft- und Körperschall in die angrenzende Wohneinheit verhindern. Wand- und Installationsschachtverkleidungen, mit denen der Brand-, Schall- und Wärmeschutz in Gebäuden erfüllt wird. Und schließlich Bodensysteme wie Trockenestriche, Hohlraum- oder Doppelböden. „Wir müssen aufzeigen, wie wertvoll der Trockenbau ist und welche  Bedeutung eine professionelle und fachmännische Ausführung für den zukünftigen Wohnkomfort hat“, so VÖTB-Präsident Manfred Schreiner.

Wegweisende Maßnahmen

Für den Erhalt des Gewerbes ist es auch wichtig, effizient mit anderen Gewerken zusammen zu arbeiten. Bereits im Vorjahr hat der VÖTB mit dem Schnittstellen-Merkblatt „Unser Bad“ einen wesentlichen Schritt in Richtung gewerkeübergreifendes Planen und Arbeiten gesetzt. Damit sollen Verzögerungen und Konflikte aufgrund von Zeitdruck und mangelnder Kommunikation weitestgehend verhindert werden. Für 2021 steht das Thema „Schachtwände“ auf dem Programm. Dazu VÖTB-Vizepräsident Rainer Haubenwaller: „Uns ist ein erfolgreiches Miteinander auf der Baustelle wichtig und diese Regelwerke unterstützen die Zusammenarbeit der Gewerke und helfen dabei, Reklamationen vorzubeugen!“

Fachkräftemangel vorbeugen: Fokus auf Aus- und Weiterbildung

Ein weiterer Punkt zur Sicherung des Gewerbes Trockenbau betrifft die Ausbildung und den Nachwuchs. Ohne professionelle Fachkräfte und gut ausgebildete Nachfolger hat der Trockenbau auf Dauer keine Zukunft. Ein Etappensieg auf diesem Weg ist die Ausbildung zum Trockenbauingenieur, die der VÖTB gemeinsam mit der HTL Baden ins Leben gerufen hat. Mit dem aktuellen Schuljahr 2020/21 findet erstmals an der HTL Baden der Aufbaulehrgang mit Schwerpunkt Trockenbauingenieur statt.

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