„Natto-Bakterium“ schützt Stahlbeton

Ein Bakterium macht Stahl immun gegen Rost indem es eindringendes Wasser neutralisiert.

Forscher der Ehime Unversity in Japan haben ein neues Verfahren mit Bakterien entwickelt, die Brücken und andere Bauwerke aus Stahlbeton künftig vor gefährlichem Rost schützen soll. Bei der Methode wird Wasser, das sich einen Weg ins Innere bahnt, neutralisiert. Aufgrund von Schäden an der Außenhülle kann es eindringen und den Bewehrungsstahl angreifen. Das Volumen des sich bildenden Rosts ist dann größer als das von Stahl, sodass weitere Risse entstehen.

Die Forscher mischen Bacillus subtilis natto in die pulvrige Mixtur, aus der Beton entsteht, wenn man Wasser zugibt. Das Bakterium gewinnt seine Energie durch die Aufnahme von Sauerstoff und Nährstoffen, die andere Mikroorganismen erzeugen. Es kann in unwirtlicher Umgebung – Zement ist eine solche – lange Zeit überleben. Salz und extreme pH-Werte machen ihm nichts aus. Um zu überleben bildet es im Inneren Endosporen aus. Dringt Wasser ein, erwacht das Bakterium zum Leben. Es bindet den aufgrund elektrochemischer Reaktionen aus dem Wasser freiwerdenden Sauerstoff, sodass er keine Chance mehr hat, den Stahl anzugreifen.

Das Bakterium ist vor allem in Japan sehr bekannt. Es wird zur Herstellung einer traditionellen Speise aus Sojabohnen genutzt, die als Natto bezeichnet wird. (BT/pte)

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