Zementersatz erhält Zulassung in Österreich

Die cyment Austria GmbH erhält die erste Bautechnische Zulassung (BTZ) in Österreich für ihr Produkt cyment L 100. Der Zementersatzstoff überzeugt dabei vor allem mit einem reduzierten CO₂-Ausstoß.

Das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) hat den Typ-II-Betonzusatzstoff cyment L 100 A zugelassen, nachdem dessen technische Leistungsfähigkeit und Beständigkeit umfassend geprüft wurden.

CO₂-Einsparung bei Anwendung und Herstellung

Der Zusatzstoff ermöglicht es, in der Betonherstellung einen Teil des Zementklinkers durch eine spezielle Mischung nachhaltiger Materialien zu ersetzen. Dadurch lassen sich im fertigen Beton je nach Anwendung bis zu 50 Prozent der CO₂-Emissionen einsparen. Besonders relevant ist dabei der Herstellungsprozess: Der CO₂-Ausstoß des Materials liegt laut Angaben bei rund 26 kg CO₂-Äquivalent pro Tonne und damit um mehr als 95 Prozent unter dem Ausstoß herkömmlicher Zemente.

Die nun erteilte Zulassung bestätigt die Anwendbarkeit in allen wesentlichen Beton-Expositionsklassen gemäß ÖNORM B 4710-1 – von Karbonatisierung über Chlorid- und Frostbeanspruchung bis hin zu chemischem Angriff und Wasserbeanspruchung. Hervorgehoben wird insbesondere die hohe chemische Beständigkeit, die den Einsatz auch in anspruchsvollen Umgebungen erlaubt. Weitere Zulassungen zur Erweiterung der Einsatzbereiche sind bereits beantragt.

15 Prozent Anteil am Gesamtbindemittelgehalt

Ein technischer Aspekt mit praktischer Relevanz für Betonhersteller ist der in der BTZ festgelegte k-Wert von 0,8. Dieser erlaubt höhere Anrechnungs- und Ersatzraten als bei vielen anderen Typ-II-Zusatzstoffen und kann sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Bei einem Anteil von 15 Prozent am Gesamtbindemittelgehalt wird die eingesetzte Zusatzstoffmenge nahezu vollständig auf den anrechenbaren Bindemittelgehalt angerechnet.

Produziert wird der Zusatzstoff in einem modernen Mahlwerk in Ungarn, das auf energieeffiziente Technologie setzt. Zum Einsatz kommen ein natürlicher Puzzolan sowie weitere Materialien aus der Recycling- und Kreislaufwirtschaft. Zusammensetzung, Herkunft und Qualität unterliegen einer kontinuierlichen Eigen- und Fremdüberwachung.