Bauindustrie baut wieder

Die Sozialpartner haben sich geeinigt: Bauen mit Masken wird erlaubt. Strabag und Firmen der Habau Gruppe bauen wieder. Auch bei Swietelsky werden nach und nach Baustellen wieder hochgefahren. Eine Stellungnahme der Porr steht noch aus.

Rund zehn Tage, nachdem Strabag, Porr und die Habau-Gruppe die vorübergehende Einstellung der Baustellen in Österreich bekannt gegeben haben, folgt nun die Kehrtwende. Sowohl Strabag, als auch Habau werden die Baustellentätigkeit sukzessive wieder aufnehmen. Bei Sietelsky läuft gerade eine Evaluierung der Sachlage, so ein Sprecher.

Möglich macht dies die gestern, Donnerstag, erzielten Sozialpartnereinigung über baubezogene COVID-19-Schutzmaßnahmen. Diese sieht vor, dass der Mindestabstand bei notwendigen Arbeiten auf der Baustelle unterschritten werden darf, sofern Mund und Nase aller beteiligten Personen geschützt sind und Angehörige von Risikogruppen nicht für solche Arbeiten eingesetzt werden. Die Details dazu finden Sie hier

Zu den weiteren Vereinbarungen gehören arbeitshygienische Maßnahmen wie regelmäßige Desinfektion der Einrichtungen auf der Baustelle und organisatorische Maßnahmen wie eine zeitliche Staffelung der Arbeiten.
„In den kommenden Tagen werden wir für jede einzelne Baustelle unserer über tausend österreichischen Baustellen prüfen, ob und wie die Gesundheitsvorkehrungen eingehalten werden können“, sagt Thomas Birtel, Vorstandsvorsitzender der Strabag SE.

Habau: Wir sind Baufirma, wir wollen bauen

Auch der Habau-Geschäftsführer Herbert Wetschnig bestätigt Building Times, dass die Baustellen der Habau-Gruppe wieder hochgefahren werden. „Wir sind eine Baufirma, wir wollen bauen“, betont er.
Der Strabag-Chef Birtel geht davon aus, dass die Einrichtung der hygienischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen innerhalb der kommenden Wochen bei der überwiegenden Anzahl der Baustellen möglich sein wird.
Dennoch werde mit der jeweiligen Auftraggeberseite individuell vereinbart, für welche Baustellen die Wiederaufnahme angesichts der durch die Grenzschließungen gestörten Lieferkette überhaupt sinnvoll ist. Bei jenen Mitarbeitenden, die noch nicht wieder oder derzeit nur in einem eingeschränkten Ausmaß eingesetzt werden können, kommt Kurzarbeit zum Tragen.

Switelsky hat Schutzausrüstung geordert

Der Swietelsky-Chef Karl Weidlinger hat sich mit einer Videobotschaft an die Mitarbeiter des Unternehmens gewandt. Er erklärt darin, dass man die Arbeit auf den meisten Baustellen bald wieder aufnehmen wird. Mundschutz, FFB2-Masken und Schutzbrillen seien bereits geordert und sollten in den nächsten Tagen und Wochen eintreffen und an die Belegschaft abgegeben werden. Weidlinger bittet seine Mitarbeiter auch darum nicht nachlässig damit umzugehen und dort wo möglich den Einmmeter-Abstand einzuhalten.

Masken im Anflug

Für Samstag den 28. März hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober eine Großlieferung mit Schutzmasken angekündigt, am Montag den 30. März sollen Schutzanzüge folgen, so der Minister. Ob und inwieweit diese Ankündigung bei den Verhandlungen im Bausektor eine Rolle gespielt haben, wissen wohl nur Eingeweihte.
Fest steht, dass die Sozialpartner in Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium seit Tagen über konkrete und verbindliche Schutzmaßnahmen für Beschäftigte auf Baustellen verhandelte. Die Bauarbeiter seien bestmöglich zu schützen, dazu braucht es organisatorische Maßnahmen und zusätzliche Schutzausrüstung“, betont der oberste Bau-Gewerkschafter Josef Muchitsch und fügt hinzu: „Wenn es die nicht gibt, ist die Baustelle zu stoppen.“

Laut Gewerkschaft sind von den rund 95.000 Bauarbeitern derzeit etwa 55.000 nicht auf der Baustelle, sondern in Kurzarbeit, in Arbeitslose oder im Urlaub. Vor allem die großen Konzerne haben die Arbeit unterbrochen. „Vielen Dank an die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber – obwohl die Bauherren sie erpressen“, sagte Muchitsch, der auch Sozialsprecher der SPÖ ist. Manchen Bauherren sei „die Profitgier offenbar wichtiger als die Gesundheit“, formuliert er wenig schmeichelhaft.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

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