Neue Fassaden-Konzepte

Bei Fassaden gibt es laufend Innovationen: Neue Entwicklungen liegen zwischen Lowtec-Ansätzen und Hightec-Lösungen. Und: Der Schallschutz durch Fassaden wird ein Thema.

Ab Anfang Juni wird die weitere Entwicklung eines solarthermisch aktivierten Fassadenpaneels (STAF) sehr konkret. An diesem Produkt arbeitet die TU Graz seit Jahren, und nun geht an der Hochschule bald ein vergrößerter Prüfstand in Betrieb. Zugleich beginnt der slowenische Projektpartner, die Firma Talum d.d. in Kidricevo (nahe Ptuj), mit dem Testbetrieb der von ihr im Roll-Bonding-Verfahren erzeugten Prototypen. Sehr vereinfacht ausgedrückt werden dabei in die Sandwichplatten eingerillte Röhrchen mit Luft „aufgepumpt“ – und derzeit mit einem Glykol-Wasser-Gemisch befüllt.

Angestrebt werden solarbetriebene Fassaden-Paneele, die sowohl zur Gebäude-Kühlung als auch zur -Heizung dienen sollen. War im Vorgänger-Projekt noch von einem „metallischen“ Material die Rede, so ist man laut Projektleiter Helmut Schober jetzt bei Aluminium gelandet. Wofür auch „ABS“ steht, nämlich „Aluminium Building Skins“. „Alu hat bessere Wärmeleit-Eigenschaften als Stahlblech, aber weniger Steife. Eventuell wird es ein Sandwich mit Stahlblech“, sagt Schober und fügt hinzu, dass Kupfer wohl am besten wäre. Das mit rund 812.000 Euro von der EU geförderte Interreg-Projekt läuft im Übrigen noch bis Ende Juli 2019.

 

Autoreaktive Fassadenbelüftung

„Eine Fassade, die mitdenkt“, nennt der Münchener TU-Professor Philipp Molter sein System, das vor Kurzem vorgestellt wurde: Er hat ein Belüftungssystem für doppelverglaste Fassaden entwickelt, das sich automatisch öffnet, wenn die Temperatur über 23 Grad steigt, und schließt, wenn es kühler wird. Dank autoreaktiver Komponenten lasse sich der Energieverbrauch im Gebäude ohne großen technischen Aufwand fast halbieren, sagt Molter.

Kernstück der von Molter entwickelten Ventflex-Technik sind Thermozylinder, die mit Paraffin gefüllt sind. Das Wachs-Öl-Gemisch in den Zylindern dehnt sich aus, wenn die Temperatur ansteigt, wodurch die Zylinder wie Teleskope auseinander geschoben werden und die äußere Glasfront um fünf Zentimeter öffnen. Bei Abkühlung ziehen sie sich wieder zusammen. Simulationen der neuen Lowtec-Fassade, die mit dem Fassadenbauer Frener & Reifer entwickelt wurde, zeigen, dass der Heiz- und Kühlbedarf des Gebäudes um bis zur Hälfte gesenkt werden kann.

 

iconic skin mit baubehördlicher Zulassung

Die deutsche iconic skin, die sich als Spezialist für innovative Bauelemente für Glasfassaden versteht, hat vor Kurzem für das Glas-Sandwich-Paneel GSP die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik erhalten. „GSP ist damit das erste zugelassene Bauprodukt, das aus einem seriellen Sandwichpaneel mit strukturell verklebter Glasscheibe besteht, ohne mechanische Sicherung und ohne Glasauflager“, erklärt iconic skin, eine Tochter der seele-Gruppe. „Die baubehördliche Zulassung von GSP ist eine Revolution, mit der wir den Markt für Glasfassaden neu definieren“, ist Heiko Mertel, Geschäftsführer von iconic skin, überzeugt.

 

Seele Österreich baut für Bloomberg

Bei se-austria, der österreichischen seele-Tochter in Schörfling am Attersee, freut man sich indessen, eine Stahl-Glas-Dachkonstruktion mit 335 m2, eine Holz-Glas-Innenfassade und gläserne Balustraden für die Europazentrale des Medienkonzerns Bloomberg in London konstruiert, gefertigt und montiert zu haben. Die Anforderungen waren nicht nur deshalb besonders hoch, weil die Bloomberg-Zentrale direkt neben der berühmten St. Paul’s Kathedrale liegt, sondern vor allem deshalb, weil Welt-Baumeister Sir Norman Foster ein „Atmendes Gebäude“ nach den besten Regeln der Nachhaltigkeit geplant hatte, dessen Belüftung über die Fassade und die Entlüftung über das Atrium-Dach erfolgt.

Belüftung für Glasfassaden, die sich automatisch öffnen
– TU-Professor Philipp Molter

Die Schörflinger seele-Mannschaft, bestehend aus Designern, Konstrukteuren, Tragwerksplanern, Logistikern und Monteuren, hat diese Vorgaben umgesetzt. Vor Kurzem wurde das Gebäude mit dem BREEAM-Award für außergewöhnliche Leistungen im Bereich der Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Für die Oberösterreicher ist London fast schon ein Heimmarkt, haben sie doch bereits 70 Projekte in der englischen Hauptstadt realisiert.

 

GIG wächst stark

Dort hat auch der Fassadenbauer GIG, der seit 2013 mehrheitlich zur Internorm-Gruppe gehört, bereits einige Projekte realisiert. Heuer will das Unternehmen seine Betriebsleistung um 15 Prozent auf 44 Millionen Euro steigern. Im Vorjahr waren es 38 Millionen Euro bei einem Umsatz von 30 Millionen Euro. Spektakuläre Projekte in Berlin und London sollen dazu beitragen: Am Leicester Square in London stattet GIG ein Fünf-Sterne-Haus der Edwardian Hotels aus, und in Berlin stehen gleich zwei Prestige-Projekte auf dem Arbeitsprogramm: Einerseits der Neubau des Axel Springer-Verlagshauses, andererseits das Bürogebäude Cube neben dem Berliner Hauptbahnhof. Die starke Expansion führt auch zu einem Ausbau des Mitarbeiterstandes, der in den kommenden Monaten von 195 auf 210 erhöht werden soll, wie Geschäftsführer Gerhard Haidinger erklärt. Gleichzeitig werden am Stammsitz in Attnang-Puchheim 1,8 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktion investiert. GIG baut übrigens relativ wenig auf dem Heimmarkt und kommt auf eine Exportquote von 80 Prozent.

 

Preisauftrieb bei Metall-Fassaden

Dass der Fassadenmarkt derzeit auch in Österreich brummt – zumindest für Metallfassaden –, geht auch aus dem jüngsten Branchenradar hervor: Für 2017 wird ein durchschnittlicher Preisanstieg von 8,4 Prozent ausgewiesen, wobei Metallfassaden knapp die Hälfte des Gesamtmarktes von Bekleidungsmaterial für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden ausmachen. Dieser wuchs im Vorjahr um 2,5 Prozent auf knapp 53 Millionen Euro. Das Erlöswachstum war preisgetrieben, die Nachfrage sank nämlich um 0,6 Prozent gegenüber 2016.

Ziel ist eine solarthermisch aktivierte Fassade
– Helmut Schober, Projektleiter

Intelligente Gebäudehüllen an der FH Salzburg Bereits Mitte April des Vorjahres hat der Grazer Architekt Michael Grobbauer seinen Job bei der FH Salzburg angetreten, um eine Forschungsgruppe „Intelligente Gebäudehüllen“ im Rahmen der Studiengänge Smart Buildings/Smart Buildings in Smart Cities aufzubauen. Seit Jahresanfang gibt es eine Forschungsgruppe offiziell, ein Projekt ist eingereicht. Seit Kurzem gibt es auch einen Fördervertrag.

Der offizielle Kick-off für die „Intelligenten Gebäudehüllen“ soll im September beim Symposium „Alpines Bauen“ erfolgen.

 

Schalldämmung als kommende Herausforderung

Dass die Fähigkeit von Fassaden, Schall zu absorbieren, im Wesentlichen also Verkehrslärm zu „vernichten“, in Zukunft verstärkt gefragt sein wird, ist absehbar. Jedenfalls hat sich der Metallbautag jüngst auch mit diesem Thema auseinandergesetzt: Über „Schallschutzanforderungen an Fassaden inkl. Schalllängsdämmung – Welche Vorschriften gibt es, und welche Prüf- und Warnpflicht habe ich als Ausführender betreffend den Schallschutz?“ referierte Wolfgang E. Gollner, Geschäftsführender Gesellschafter des Grazer Büros Dr. Pfeiler GmbH.

Und auch von anderer Seite kommen Akzente: Der italienische Design-Büromöbelhersteller Fantoni hat Akustik-Absorber aus Holzwerkstoffen im Programm, die in Innenräumen bereits verbaut wurden und außen in Form Schall-absorbierender Fassaden verbaut werden könnten.

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