Linzer Vorzeige-Arena

Die neue Lask-Sportstätte auf der Gugl soll ein Vorzeigebau in Sachen Nachhaltigkeit werden. Geplant von Harald Fux.

Fast alle Sportstätten der Nachkriegszeit sind Energieschleudern“, sagt der Architekt Harald Fux. Bis zum Jahr 2000 sei das Thema Ressourcenschonung im Sport nicht angekommen. Die olympischen Spiele in London brachten die Wende und „erste Knaller“ in Sachen Nachhaltigkeit, wie Fux sie nennt. Heute sei die Nachhaltigkeit im Sportstättenbau „absolut präsent“, so der Planer. Er gilt als einer der raren Experten für Stadien und andere Outdoor-Sportstätten und ist der Gewinner des Architekturwettbewerbs für das neue Lask-Stadion auf der Linzer Gugl. Als Verfechter der positiven Verdichtung, wie er sich selbst definiert, hat er einen  mulitfunktionalen Tempel entworfen, der mittlerweile bei der Baubehörde eingereicht ist. Mit seiner asymetrischen Form soll sich das fünfstöckige Funktionsgebäude harmonisch in den Raum einfügen, erklärt Fux. „Die eigenständige Form in zulaufender Höhe und zulaufender Grundrissgeometrie verleiht der Arena ihre ganz besondere Gestalt. Sie ist genau auf das Raumprogramm zugeschnitten und macht sich dort klein, wo nach außen Integration in die Umgebung gefragt ist – aber entfaltet im Inneren ihre volle Größe und Premium-Qualität. Das gibt es in dieser Form in Österreich noch nicht“, so der Architekt. Trotzdem, es wird ein Stadion mit 20.000 Sitzplätzen der Uefa-Kategorie 4, samt Kindergarten, Büros, Restaurants, Arztpraxen und Fanshop, also ein richtig großes Bauvorhaben. Deshalb gelte es, auch die Mobilität der Zuseher und Fans anders zu definieren, wie Fux meint. Die Abstimmung dazu läuft.

Sponsoren planen mit

Um die Idee einer möglichst grünen Arena zu realisieren, hat sich der Lask als Bau-herr seine Fachplaner und Experten selbst gesucht. Die Haustechnik plant das Büro des Markus Adenbeck aus Wels. Für das Projektmanagement in Sachen Gebäudetechnik bietet sich die Zauner Group an – deren Eigentümer Manfred Zauner ist schließlich Vizepräsident des Clubs. Aber was ist wirklich geplant? Die Einsetzung eines Klimabeauftragten ist fix, weiß Fux. Und man wolle den Energiebedarf für Heizen und Kühlen minimieren. Dazu sei eine Geothermieanlage denkbar. Auch der Einsatz von Photovoltaik samt Speicher sei im Gespräch.

Darüber machen sich die Experten des Sponsors Energie AG Gedanken. Die Lüftungsanlagen des vollständig barrierefreien Komplexes werden mit Wärmerückgewinnung ausgeführt. Bei der Rasenheizung könne man aus zwei möglichen Optionen, Erdgas und Fernwärme, wählen. Auch ein Regenwassermanagement mit Zisternen für die Bewässerung der Rasenflächen ist geplant. Ob für das Warmwasser eine Solarthermieanlage installiert wird, ist noch offen. Diese sei für die Spitzenlastabdeckung und aus hygienischen Gründen nicht ganz einfach zu handeln, so Fux. Aus seiner Sicht wäre jedenfalls eine klimaaktiv-Zertifizierung wünschenswert. Um auch im Betrieb der Nachhaltigkeit gerecht zu werden, könnte es in Linz das erste Bottle-Free-Stadion Österreichs geben. Da passt es gut, dass Wasseraufbereiter BWT als Hauptsponsor gerne seine Technologie in die Breite bringen möchte. Auch das sonst übliche Kunststoffbesteck soll auf den Rängen des Lask keinen Platz erhalten. Wenn all das umgesetzt wird, was bislang im Gespräch ist, kann die Sportstätte auf dem Gugl ein Vorzeigebau werden.

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