Ende der Haustechnikanlagen

Die Wohn- und Bürohäuser im Viertel Zwei kommen ohne Haustechnikzentrale aus. Versorgt über ein "Zentral-Kraftwerk" verursachen sie bis zu 60 Prozent weniger CO2 Emission.

Die Wohn- und Bürohäuser im Viertel Zwei kommen ohne Haustechnikzentrale aus. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt über das für das gesamte Quartier neu formierten, rein privatwirtschaftlichen „Kraftwerk Krieau“, das im Umfeld des Projektentwicklers IC Development entstanden ist.
Das Unternehmen hat die Investitionen von bislang rund fünf Millionen Euro ohne Förderungen gestemmt und peilt für 2018 ein ausgeglichenes Ergebnis an. Dabei zahlen die Mieter der Büros und Wohnungen knapp weniger als es den Marktpreisen – beispielsweise bei Wien Energie – entspricht. „Dabei haben wir aufgrund der Normenlage alles überdimensionieren müssen, im Grunde hätten wir 20 Prozent weniger investieren müssen“, so Herbert Hetzel, Geschäftsführer Kraftwerk Krieau GmbH.
Aus geht sich das, weil bei der Heizung 60 Prozent Primärenergie und selbst bei der Kühlung 40 Prozent eingespart werden können.“ Und im kommenden Jahr, wenn der Erdspeicher richtig voll ist, wird es noch etwas mehr“, sagt Hetzel, der das erste Betriebsjahr abwarten wollten, bevor er mit seinem Projekt an die Öffentlichkeit ging. „Wir haben dabei nur handelsübliche Technik eingebaut, Erdwärme, Wärmerückgewinnung und Photovoltaik vor allem.“

Vor allem die Nutzung der Büroabwärme für die Warmwasserbereitung in den Wohnungen ist da so ein Thema.„Hier können wir lernen, wie die Energieversorgung von morgen aussieht“, sagt dazu Bernd Vogl, Leiter der Energieplanung bei der Stadt Wien. Fakt ist, dass im Viertel Zwei damit aber auch ein neues Geschäftsmodell für Immobliienentwickler aufgestoßen worden ist. Denn die rechtliche Komplexität – beispielsweise die tausenden Servitutsverträge, die nötig sind – sind mit dem Tagesgeschäft der Energieversorger kaum vergleichbar. Schon in den kommenden Jahren will das Kraftwerk Krieau ordentliche Gewinne schreiben – und im Nebeneffekt viele hundert Tonnen CO2 der Umwelt ersparen.Für die nächste Ausbauphase im Viertel Zwei denkt Hetzel jetzt über das Thema „Elektrizität“ nach. Energie- und Immobilienwirtschaft wachsen damit immer mehr zusammen.

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