Der Große Bartenbach

„Lichtgestalt/er“ Christian Bartenbach hat das Buch „Licht“ herausgebracht. Das Sammelwerk des 91-Jährigen hat beste Aussichten zum „Großen Lexikon“ zu werden.

Zufall oder nicht, das Werk erschien zwei Monate nach dem mehrheitlichen Verkauf der Firmengruppe Bartenbach an den Leuchtenhersteller Eglo. Zufall eher nicht, denn der Autor bedankt sich in dem Werk noch bei seinen Kindern Christian und Verena für das „Weiterbestehen dieser Firmenstruktur“. Einerlei, jedenfalls Ende einer Ära, die der Senior vorerst 1968 mit der Gründung eines Ingenieurbüros für Lichtplanung in München und 1976 mit dem Bartenbach Lichtlabor in Aldrans bei Innsbruck eingeleitet hatte.

Wozu über Licht nachdenken, wenn es doch von der Sonne kommt oder einem Leuchtkörper – soferne dieser nicht gerade kaputt oder der Strom eben ausgefallen ist? „Prof. Bartenbach bemüht sich, sehr komplexe Themenbereiche aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen für unseren Alltag nutzbar zu machen. Wer wird infrage stellen, dass Licht für unser tägliches Leben unverzichtbar ist, wenn auch wir uns darüber selten besondere Gedanken machen?“, gibt der Innsbrucker Medizinprofessor Walter Kofler, mit dem sich Bartenbach häufig ausgetauscht hat, in seinem Vorwort zur Antwort. Bartenbach selbst schreibt dazu: „Mein Buch befasst sich mit den komplexen Wirkungen des Menschen. Wir beschränken uns dabei nicht nur auf gutes Sehen, sondern es geht ebenso um das Erkennen, was eine bedeutende Voraussetzung für die Bewusstseinsbildung ist. Wesentliche Voraussetzung dafür ist das ‚visuelle System‘ als Sinneswahrnehmung, da wir Menschen ca. 80 % unserer Informationen – die wesentlich zu unserem Verhalten und Handeln beitragen – über den Sehapparat erhalten“.

Auch wenn der Verlag von einem „Handbuch zur Lichtplanung“ spricht, dass die Erkenntnisse jahrzehntelanger Forschung enthalte und systematisch-praktisch aufgebaut sei – ganz so einfach ist die Umsetzung ja doch nicht. Jedenfalls: Bartenbach hat ein gewichtiges Werk vorgelegt, in jedem Sinn des Wortes, und wie in alten Zeiten, als auf Papier gedruckte Bücher noch Gewicht hatten, allen voran der „Große Brockhaus“ als Inbegriff des Wissensborns, ist „Licht“ auf dem besten Weg, zum „Großen Bartenbach“ zu werden.

Christian Bartenbach „Licht – Meine Erkenntnisse“
Birkhäuser Verlag, Basel, 2021, Text Deutsch.
Gebunden, 464 Seiten 79,95 Euro, ISBN 978-3-035622935.

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