Sonnenschützer wollen Sanierungsbonus zurück

Der Bundesverband Sonnenschutztechnik fordert Wiederaufnahme der Gebäudehüllen-Förderung in den Sanierungsbonus.

Der Bundesverband Sonnenschutztechnik (BVST) zeigt sich bestürzt über den kurzfristigen Stopp der Förderung für thermisch-energetische Sanierungen. Seit 2. Februar können, wie berichtet, österreichweit keine Anträge mehr für den Sanierungsbonus gestellt werden. Die Förderung konzentriert sich seitdem ausschließlich auf den Kesseltausch. Diese Entscheidung konterkariert nicht nur die erst im November 2025 angekündigte mehrjährige Sanierungsoffensive, sondern gefährdet auch Klimaziele, Planungssicherheit und tausende Arbeitsplätze in der Bau- und Zulieferindustrie.

„Diese Entscheidung ist nicht nur klimapolitisch kurz gedacht, sondern auch wirtschaftlich unverantwortlich“, erklärt Fuad Salic, Sprecher des Bundesverbands Sonnenschutztechnik. „Wer die Gebäudehülle aus der Förderung nimmt, ignoriert das Grundprinzip der Energieeffizienz: Erst die Sanierung der Hülle reduziert den Energiebedarf nachhaltig – der Kesseltausch selbst ergänzt lediglich diese erste Maßnahme“, so der Lobbyist.

Appell an die Bundesregierung

Der Bundesverband Sonnenschutztechnik fordert die Bundesregierung auf, die Förderung für thermisch-energetische Sanierungen unverzüglich wieder zu öffnen und ausreichend Budget für beide Maßnahmen – Gebäudehülle und Kesseltausch – bereitzustellen. Die angekündigte mehrjährige Offensive dürfe nicht nach zwei Monaten enden – das schade dem Klimaschutz, der Wirtschaft und den Menschen gleichermaßen.

Sonnenschutzindustrie verliert Impuls

Die österreichische Sonnenschutzindustrie erwirtschaftet mit ihren Mitgliedsbetrieben eine Wertschöpfung von rund 800 Millionen Euro. „Unsere Branche hatte mit der Sanierungsoffensive 2026 endlich Rückenwind bekommen“, betont Salic. „Die Möglichkeit, Sonnenschutzsysteme in Kombination mit dem Fenstertausch zu fördern, war ein Meilenstein. Jetzt werden nicht nur konkrete Aufträge gestoppt, sondern auch die dringend benötigte Transformation zu sommerfitten, energieeffizienten Gebäuden ausgebremst.“
Die Fokussierung auf den Kesseltausch ignoriere zudem die Erkenntnisse der aktuellen klimaaktiv-Bewertung, die Sommertauglichkeit als zentrales Qualitätskriterium definiert. Ohne Investitionen in eine gut funktionierende Hülle und dynamische Sonnenschutzsysteme bleiben Gebäude auch mit neuen Heizsystemen energetisch ineffizient und im Sommer nur schlecht bewohnbar.