Erneuerbare verlieren bei Österreicher:innen an Attraktivität

Eine neue Studie zeigt, dass die Zustimmung zur Energie- und Mobilitätswende in Österreich seit 2022 deutlich nachgelassen hat. Dennoch ist den Menschen die Wende noch wichtig.

Im Rahmen einer repräsentativen Studie wird jährlich die Einstellung der Österreicher:innen zu erneuerbaren Energien erhoben. Die diesjährige Umfrage unter rund 1.000 Befragten zeigt: Die Akzeptanz von erneuerbaren Energieprojekten bleibt trotz leichtem Rückgang auf hohem Niveau. Mehr als zwei Drittel stehen diesen auch in ihrer Nähe positiv gegenüber. „Die Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten hält sich laut unserer Umfrage weiterhin auf hohem Niveau – trotz Teuerung und Kostendruck“, erklärt Nina Hampl, Studienautorin und Professorin an der Universität Graz.

PV bleibt beliebteste Technik

Unter den erneuerbaren Energietechnologien ist die Photovoltaik in Österreich besonders beliebt. Fast ein Drittel der Befragten hat bereits eine PV-Anlage am eigenen Haus oder Wohngebäude installiert. Als wichtige Anreize dafür gelten vor allem erwartete Kosteneinsparungen (69 %), positive Umweltaspekte (34 %) sowie öffentliche Förderungen (34 %). Besonders erfreulich: Die Bevölkerung ist trotz allgemeiner Teuerung bereit, in die Optimierung der Anlagen zu investieren. So gab es 2025 ein Rekordhoch bei den Installationen von Stromspeichern. Fast die Hälfte der Studienteilnehmer:innen mit PV-Anlagen verfügt mittlerweile über eine Möglichkeit zur Speicherung des Stromes.
„Neben großen Batteriespeichern der Energiewirtschaft setzen auch immer mehr Österreicher:innen auf Speicher bei ihrem eigenen Zuhause – das Jahr 2025 brachte ein Rekordhoch bei installierten Stromspeichern im privaten Bereich“, weiß Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie.

Ergrünte Heiztechnik

Interessant ist auch, dass bereits 16 Prozent der Befragten mit Wärmepumpen heizt. 2022 waren es gerade 11 Prozent. Beachtlich ist die von Deloitte dazu gelieferte Farbkombi der Grafik: Am grünsten ist die Fernwärme, gefolgt von mittelgrünem Gas und hellgrünem Holz. Mit blauen und grauen Balken sind hingegen die Wärmepumpen definiert.

Energiesparen ist kostengetrieben
Steigende Preise sind weiterhin ein Anlass, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen. Investitionen tätigt die Bevölkerung aber auch, um langfristig Energie und damit Kosten zu sparen. Im Dreijahresvergleich setzen laut Studie immer mehr Menschen auf strukturelle Maßnahmen wie den Austausch von Heizungssystemen oder die Gebäudesanierung – auch wenn das kurzfristig eine hohe Investition bedeutet.

Parallel dazu nimmt auch das Interesse an gemeinschaftlichen Modellen weiter zu. Mehr als ein Drittel der Befragten zeigt weiterhin hohes Interesse an einem Bürger:innen-Beteiligungsprojekt, auch der Anteil jener Personen, die an einer Energiegemeinschaft beteiligt sind oder selbst eine gegründet haben, steigt auf 15 %. „Die Österreicher:innen beschäftigen sich immer mehr mit langfristigen Lösungen im Energiebereich und ziehen weiter auch gemeinschaftliche Modelle in Betracht“, so Gruber.

E-Autos werden beliebter

Im Mobilitätsbereich gibt es eine Trendumkehr: Das Kaufinteresse für Elektroautos steigt wieder an. Dabei stehen für die Befragten mit den geringeren Betriebskosten (67 %) im Vergleich zu Verbrennern vor allem wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Doch auch Klimaschutzaspekte (60 %) sind ein wichtiges Motiv, während öffentliche Förderungen nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen.

Menschen wollen Klimaschutz

Entgegen vieler globaler Entwicklungen lässt sich zusammenfassend feststellen, dass der Trend in Sachen Energiewende und Klimaschutz in Österreich in die richtige Richtung geht. Und die Konsument:innen sind für weitere klimapolitische Maßnahmen offen. „Fast die Hälfte der Befragten fordert von der Bundesregierung eine Beschleunigung bei der Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz. Das ist ein klarer Auftrag an die Politik, trotz Sparmaßnahmen die Energie- und Mobilitätswende weiter voranzutreiben“, so Gerhard Marterbauer abschließend.

Zur Studie geht es hier