Megatabs schnappen sich Gym-Neubau
Das Salzburger Architekturbüro Megatabs konnte den Architekturwettbewerb für den 33-Millionen-Euro Neubau einer AHS in Wien Floridsdorf für sich entscheiden.
Im 21. Wiener Gemeindebezirk entsteht ein neuer Allgemeinbildender Höherer Schulstandort. Die Bundesimmobiliengesellschaft realisiert im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung ein Gymnasium mit 28 Klassen, das ab Frühjahr 2028 den Schulbetrieb aufnehmen soll. Der Neubau in der Winkeläckerstraße, nahe dem Bahnhof Jedlersdorf, ist für rund 900 Schüler:innen ausgelegt und umfasst sowohl Unter- als auch Oberstufe inklusive Nachmittagsbetreuung. Die Investitionssumme beträgt rund 33 Millionen Euro.
Vier gleichwertige Baukörper geplant
Das Raumkonzept sieht für die Unterstufe 16 Stammklassen im Clusterprinzip mit offenen Lernzonen vor. Für die Oberstufe sind fachspezifische Departements mit sogenannten Homebases für zwölf Klassen geplant. Ergänzt wird das pädagogische Angebot durch zwei Normturnhallen, eine Dachfläche mit Beach-Volleyballplatz sowie unterschiedlich nutzbare Frei- und Grünräume.
Der siegreiche Entwurf von Megatabs architekten basiert auf vier gleichwertigen Baukörpern, die durch schmale Fugen voneinander getrennt sind. Über einen zentralen Haupteingang gelangen Nutzer:innen in eine mehrgeschoßige Aula mit Tageslicht und direkter Öffnung zum südlich gelegenen Garten. Sitztreppen, Aufenthalts- und Speisebereiche sowie eine Schulterrasse bilden zentrale Kommunikations- und Begegnungszonen. Der vorhandene Baumbestand wird bewusst in das Freiraumkonzept integriert und als Teil des schulischen Alltags genutzt.
Holzhybrid, PV und Erdsonden
Konstruktiv ist der Neubau als Holzskelett-Hybridbau mit hohem Vorfertigungsgrad konzipiert. Das modulare System aus Stützen, Deckenelementen und Fassadenteilen ermöglicht eine flexible Nutzung, einfache Adaptierbarkeit und einen potenziellen Rückbau im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Aus gebäudetechnischer Sicht setzt das Projekt auf passive Verschattungsmaßnahmen, begrünte Dächer und Fassaden sowie Erdsonden zur thermischen Gebäudekonditionierung. Eine Hybrid-Nachtlüftung und eine Photovoltaikanlage unterstützen einen energieoptimierten Betrieb. Die kompakte Bauweise trägt zudem zu einer möglichst geringen Bodenversiegelung bei.
Dem EU-weiten, offenen Realisierungswettbewerb stellten sich insgesamt 51 Einreichungen.



