Deutscher Riese stagniert

Das große Ganze bei Bosch brummt nicht richtig. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology brachte ein Wachstum von gut 12 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Und für Home Comfort gibt es große Pläne.

Das Technologieunternehmen Bosch blickt auf ein sehr anspruchsvolles Geschäftsjahr 2025 zurück. Nach vorläufigen Zahlen lag der Umsatz mit 91 Milliarden Euro leicht über Vorjahr (2024: 90,3 Milliarden Euro). Wechselkursbereinigt stieg der Umsatz um 4,2 Prozent. Die operative EBIT-Rendite lag mit rund zwei Prozent unter den Erwartungen (2024: 3,5 Prozent). Erst für das Jahr 2027 erwartet Bosch deutliche Verbesserungen in einzelnen Märkten.
Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology brachte ein Wachstum von gut 12 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. „Der Zukauf im Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft konnte den Verkauf des Produktgeschäfts im Geschäftsbereich Building Technologies überkompensieren“, so Bosch.

Home Comfort will sich verdoppeln

Der Bereich Bosch Home Comfort will mittelfristig seinen Umsatz auf acht Milliarden Euro nahezu verdoppeln. 2025 erzielte die Home Comfort Group nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro und liegt damit auf Vorjahresniveau – ohne die neu akquirierten Einheiten. Nominal ist der Umsatz der Home Comfort um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen, wechselkursbereinigt um rund drei Prozent. „2025 war ein anspruchsvolles Jahr für die globale HVAC-Industrie. In diesem schwierigen Marktumfeld haben wir uns behauptet und konnten Marktanteile bei Wärmepumpen und Klimatisierungslösungen in Europa dazugewinnen“, sagt Jan Brockmann, CEO der Group.

Integriert

Die Integration des weltweiten Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäfts für Wohn- und kleine Gewerbegebäude von Johnson Controls und Hitachi wurde im Jänner 2026 abgeschlossen und zeige in der Umsetzung bereits erste Synergieeffekte, so der CEO. Zur Erinnerung: Die Gesellschaften, die Bosch 2024 zukaufte, also Hitachi und Johnson Controls, erzielten im Geschäftsjahr 2023 insgesamt einen Umsatz von rund vier Milliarden Euro und beschäftigen weltweit rund 12 000 Mitarbeitende. Die signifikante Erweiterung der Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten – mit einem Anstieg der Werke von 17 auf 33 und der Entwicklungsstandorte von 14 auf 26 – sowie der Ausbau des internationalen Vertriebsnetzes stärken die globale Aufstellung der Bosch Home Comfort Group erheblich, so Brockmann.

Wachstum bei Wärmepumpen

Der globale HVAC-Markt wuchs im Jahr 2025 um rund ein Prozent. Dabei zeigte sich ein gemischtes Bild: Die Region Asien-Pazifik verzeichnete ein geringes Marktwachstum, EMEA lag auf Vorjahresniveau, und in der Region Nord- und Lateinamerika war der Markt im Vergleich zu 2024 rückläufig. Der deutsche Heizungsmarkt verzeichnete nach einer bereits rückläufigen Entwicklung im Jahr 2024 einen weiteren Einbruch, insbesondere bei Heizkesseln. Der Gesamtmarkt schrumpfte um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf das schwächste Niveau seit der Finanzkrise 2008 und ist – gemessen an Heizungsverkäufen pro Einwohner – Schlusslicht in Europa.
Die Nachfrage nach Wärmepumpen stieg hingegen deutlich um 47 Prozent und erholte sich von dem Einbruch im Jahr 2024. Dies führte dazu, dass erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen im deutschen Markt verkauft wurden. In Europa sind mittlerweile rund 20 Prozent der neu installierten Wärmeerzeuger Wärmepumpen, ein Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Markterholung ab 2026 prognostiziert

Für 2026 rechnet die Bosch Home Comfort Group unter der Voraussetzung sich nicht weiter verschärfender externer Einflüsse mit einer schrittweisen Erholung des Marktes und Reduzierung von Hindernissen im globalen HVAC-Markt. Ab 2027 könnte die Marktdynamik dann zunehmen, insbesondere in Nordamerika, so Bosch. „Wir wollen im oberen einstelligen Prozentbereich pro Jahr und damit schneller als der Markt wachsen“, so Jan Brockmann.

Große Erwartungen mit Systemansatz

In der Region Europa / Naher und Mittlerer Osten / Afrika (EMEA) hat die Bosch Home Comfort Group mit dem Zukauf insbesondere ihr Klimatisierungsgeschäft gestärkt. In Europa nehme man im Bereich Wärmepumpen eine führende Position ein, insbesondere aufgrund der Marktanteilsgewinne in Deutschland. Damit sieht sich die Group noch stärker als HVAC-Komplettanbieter mit deutlichen Wachstumserwartungen positioniert: Für die EMEA-Region erwartet Bosch in den nächsten zwei Jahren ein jährliches Wachstum mit Klimatisierungslösungen von rund sechs Prozent. „Unser erweitertes Portfolio ermöglicht einen echten Systemansatz – von Heizen über Kühlen bis hin zu hybriden Lösungen“, erklärt Maria Zesch, die zum 1. Januar 2026 die regionale Verantwortung für EMEA im Bereichsvorstand der Home Comfort Group übernommen hat. Mit Blick auf Europa plant die Gruppe die wechselseitige Nutzung bestehender Vertriebskanäle und von Cross-Selling, um ihre Marktdurchdringung signifikant zu steigern.