Nachhaltigkeitspreis für Rohrsanierung

Die Risan GmbH erhält für sein Beschichtungsverfahren den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026. Es reduziert Kosten um bis zu 50 %, senkt Bauschutt um 99 % und stellt so eine Zukunftssichere Lösung für Trinkwasserleitungen und den Gebäudebestand dar.

Die Instandsetzung veralteter Trinkwasserleitungen gehört zu den dringendsten Aufgaben im europäischen Gebäudebestand. Konventionelle Erneuerungen verursachen häufig hohe Kosten, lange Ausfallzeiten und große Mengen Bauschutt. Das nun prämierte Innenbeschichtungsverfahren bietet einen alternativen Ansatz, der die vorhandenen Leitungen erhält und sie von innen reinigt, trocknet und mit einem speziell entwickelten Kunststoff versiegelt.

Ressourcenschonende Sanierungslösung

Mit der Auszeichnung durch den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 rückt das Verfahren als ressourcenschonende Sanierungslösung in den Fokus. Die Jury hob insbesondere die belegbare Reduktion von CO₂-Emissionen, Wasserverbrauch und Abfallaufkommen hervor. Da Wände nicht geöffnet werden müssen und die Gebäudestruktur unangetastet bleibt, können Sanierungsarbeiten in der Regel bei fortlaufender Nutzung durchgeführt werden. Dies ist vor allem für Wohnanlagen, Hotels, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen von Vorteil – ebenso für historische Gebäude, bei denen Eingriffe in die Bausubstanz nur eingeschränkt möglich sind.

Kostensparend und EU-Verordnungskonform

Auch wirtschaftlich zeigt sich ein deutlicher Unterschied zu herkömmlichen Rohrtauschmaßnahmen. In Einfamilienhäusern lässt sich die Sanierungszeit auf wenige Tage reduzieren, bei nur kurzzeitiger Unterbrechung der Wasserversorgung. Die Gesamtkosten liegen typischerweise etwa 50 % unter denen eines Komplettaustauschs. Größere Objekte profitieren in ähnlichem Umfang und können dadurch teils erhebliche Budgeteinsparungen realisieren.

Ein zusätzlicher Aspekt betrifft die kommende Delegierte Verordnung (EU) 2024/370, die ab Januar 2027 einheitliche Anforderungen an Materialien im Trinkwasserkontakt festlegt. Das für die Innenbeschichtung eingesetzte Material erfüllt diese Vorgaben bereits jetzt, einschließlich der strengeren Prüfungen wie dem GC-MS-Screening auf unbeabsichtigte Stoffe. Für Eigentümer und Betreiber bietet dies frühzeitige Planungssicherheit.