Wien verdoppelt E-Ladenetz: 1.000 neue Stationen für die Stadt

Die Stadt Wien und Wien Energie verdoppeln das öffentliche Ladeangebot durch 1.000 neue Ladestellen und zusätzliche Schnellladeparks. Ziel ist eine flächendeckende Versorgung mit durchschnittlichen Distanzen von nur noch 250 Metern zwischen den Stationen.

Wien (OTS) – Die Stadt Wien und Wien Energie forcieren den Ausbau der Elektromobilität durch eine deutliche Erweiterung des öffentlichen Ladenetzes. In den kommenden Jahren sollen bis zu 1.000 neue öffentliche Ladestellen im gesamten Stadtgebiet errichtet werden. Wie das Unternehmen und die Stadtverwaltung bekannt gaben, umfasst das Paket zudem den Bau von zehn weiteren Schnellladeparks. Für Stadtplaner und die Energiebranche bedeutet dies nahezu eine Verdoppelung des aktuellen Angebots im öffentlichen Raum.

Verkürzte Distanzen im Stadtgefüge

Das Vorhaben sieht vor, die durchschnittliche Distanz zwischen den Ladepunkten von derzeit 400 Metern auf rund 250 Meter zu reduzieren. Die entsprechende Fortführung der Kooperation wird in der kommenden Woche im Mobilitätsausschuss sowie in den zuständigen Gremien von Wien Energie formalisiert. Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke, unterstreicht die strategische Bedeutung der Maßnahme.

„Die Errichtung der E-Ladestellen in Wien ist zusätzlich zum massiven Ausbau der Öffis und des Radwege-Angebots ein weiterer wichtiger Baustein für umweltfreundliche Mobilität in unserer Stadt“, erklärt Sima. „Beim Vertragsstart 2017 war ich als Umweltstadträtin mit den ersten 1.000 E-Ladestellen federführend dabei, jetzt sorgen wir für einen weiteren kräftigen Energieschub für Wien mit 1.000 weiteren neuen Ladestellen.“

Bedarfsorientierte Flächennutzung und Synergien

Die Planung der neuen Standorte folgt einem bedarfsgerechten Schema, das jährlich an die tatsächliche Nachfrage angepasst wird. In einer ersten Phase konzentriert sich die Stadt auf unterversorgte Gebiete, in denen fußläufige Lademöglichkeiten fehlen. Parallel dazu erfolgt eine Nachverdichtung an hochfrequentierten Standorten, um steigende Auslastungen abzufangen. Zur Steigerung der Prozesseffizienz sollen zudem gezielt Synergien mit laufenden Tiefbau- und Straßenbauprojekten genutzt werden.

Infrastruktur für unterschiedliche Leistungsklassen

Mit Stand Januar 2026 verfügt Wien über ein Versorgungsangebot von etwa 4.030 öffentlich zugänglichen Ladestellen, wovon Wien Energie rund zwei Drittel betreibt. Die technische Differenzierung der Points reicht von Normalladestationen mit 11 kW bis hin zu Ultra-Schnellladestellen. Während bei 11 kW eine Ladedauer von rund fünfeinhalb Stunden für 300 Kilometer Reichweite kalkuliert werden muss, ermöglichen 400-kW-Stationen denselben Ladevorgang bei modernen Fahrzeugen in etwa 15 Minuten.

Integration in multimodale Konzepte

Ein weiterer Bestandteil des Ausbauprogramms betrifft die Integration spezieller Ladestellen für Carsharing-Flotten der Wiener Linien unter der Marke „WienMobil“. Damit reagiert die Stadt auf das Flächenwachstum und die notwendige Diversifizierung der Mobilitätsformen. Die Stadt Wien – Kommunikation und Medien (KOM) verweist darauf, dass die Versorgungssicherheit im öffentlichen Raum eine zentrale Säule für die Akzeptanz der Elektromobilität bleibt.

Die konsequente Verdichtung des Netzes zielt darauf ab, die Ladeinfrastruktur flächendeckend in den urbanen Alltag zu integrieren und gleichzeitig die technische Anschlussfähigkeit an neue Fahrzeuggenerationen sicherzustellen.