Im Messefieber

Gestern startete in Wien die Frauenthal-Expo und in Wels öffnete die Rexel-Expo ihre Tore. Gemeinsam binden die beiden Großhandelsmessen mehr als 300 Aussteller. Nicht gut für etablierte Messen.

Ab 9 Uhr waren die Tore in Wien und Wels offen. Damit geht das Messen der heimischen Großhandelsriesen Frauenthal und Rexel in eine neue Runde. Frauenthal, der Platzhirsch im Sanitär- und Heizungs-Großhandel umgarnt die Handwerker seit geraumer Zeit mit Elektromaterial. Und bei der Rexel-Gruppe zieht hierzulande mit Thomas Stadlhofer der Ex-Frauenthal-Chef die Fäden. Es ist also reiner Zufall, dass die beiden Hausmessen exakt am selben Tag starten, wenngleich sich die Überschneidungen in Grenzen halten. „Wir werden nicht breiter, unser Kunde ist ganz klar der Elektriker“, betont der Rexel-Chef. Er war schon vor dem offiziellen Start der Messe happy. Seine Zufriedenheit beruft auf den 8.800 Anmeldungen für die zwei Messetage in Wels. 2024 waren es rund 5.000. Tatsächlich war die Halle am ersten Tag ab Mittag gut gefüllt und die von Building Times befragten Aussteller durchwegs sehr zufrieden mit der Frequenz.

Deutlicher Zuwachs

Überrascht vom großen Zuspruch der Expo zeigte sich Frauenthal-Chef Robert Just. Mit rund 13.000 Anmeldungen toppt die heurige Expo ganz klar den Zuspruch der Vergangenheit. Allein für den heutigen Donnerstag haben sich rund 6.000 Handwerker für die Messe angemeldet. Dementsprechned gut ist die Stimmung unter den Ausstellern, die sich durchwegs angetan sind von der Organisation und der Frequenz.
Dass so viele die beiden Messen besuchen liegt auch am Verhalten der Industrie, die sich im Vorfeld aktiv gezeigt hat.

Wenn sich zwei freuen, leidet der Dritte

Das Auffahren der geballten Großhandelsmächte bringt es aber mit sich, dass die Energiesparmesse Wels womöglich in der Zukunft Problem hat. Einige große Player des Sanitär- und Heizungsbusiness sind ein wenig messemüde geworden. Bei der Frauenthal-Expo können sie schwer nicht mitmachen, in Wels schon. Wenn dann auch noch Vertreter des Heizungsbusiness Wels den Rücken kehren, ist das kein gutes Zeichen. Nicht nur für die Veranstalter, die mit ihrem Schlingerkurs zwischen Publikums- und Fachmesse und dem inzwischen wieder versenktem Schwenk zu „Webuild“ das ihre zum Attraktivitätsverlust beigetragen haben.