Holzenergiepreise vergeben
Im Rahmen der 8. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz wurden die Sieger in den Kategorien Hackgut, Pellets und Forschung gekürt.
Eine Expertenjury unter dem Vorsitz von Josef Rathbauer, BLT Wieselburg, wählte aus den eingereichten innovativen Umsetzungen die Preisträger aus. Die drei Gewinner sind: Die Energiewerk Ilg GmbH mit der „CO2-Abscheidung im Holzkraftwerk“ in der Kategorie Hackgut; das Projekt Solarpellet der Zellhofer Engineering GmbH im Bereich Pellets; in der Forschung überzeugte das Projekt Waste2Value – Forschungsanlage Wien-Simmering. Die drei Gewinner spenden das Preisgeld an karitative Organisationen.
Aus Abgasen wird Rohstoff
„Seit September 2025 läuft in Dornbirn ein echtes Pionierprojekt: Die erste landesweite Anlage zurCO2-Abscheidung aus einem Biomassekraftwerk ist in Betrieb. Sie fängt Kohlendioxid aus den Abgasen des Holzkraftwerks ein und macht daraus einen wertvollen biogenen Rohstoff für regionale Betriebe. Dafür wird die EnergieWerk Ilg GmbH mit dem Holzenergiepreis 2025 in der Kategorie
Hackschnitzel ausgezeichnet“, begründet Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, anlässlich der Verleihung.
Pelletsproduktion mit PV-Strom und KI
„Das Projekt Solarpellet der Zellhofer Engineering GmbH revolutioniert die Art und Weise, wie erneuerbare Energie und Biomasse miteinander verbunden werden. Es handelt sich um eine mobile, vollautonome Pelletieranlage, die überschüssigen Photovoltaik-Strom direkt vor Ort nutzt, um Hackschnitzel in hochwertige Holzpellets zu verwandeln. Die Besonderheit liegt in der intelligenten, KI-gestützten Steuerung“, schildert Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria, bei der Preisübergabe. „Viele Pelletieranlagen verwenden Strom, den sie selbst erzeugen. Neu und innovativ ist der Einsatz von KI. Die KI übernimmt bei Zellhofer die komplette Anlagensteuerung – sie analysiert Wetterdaten, Photovoltaik-Erträge und Betriebsparameter in Echtzeit und entscheidet selbstständig, wann und wie produziert wird. Dadurch wird der Eigenverbrauch von Solarstrom maximiert, die Netzbelastung reduziert und eine nahezu CO2-freie Produktion ermöglicht.“
Aus Abfällen wird grüne Energie
„Die thermochemische Umwandlung biogener und kunststoffreicher Reststoffe bietet großes Potenzial zur Substitution fossiler Brennstoffe und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in kohlenstoffbasierten Industrien. Durch die thermochemische Gaserzeugung lassen sich diese Reststoffe in ein nutzbares Produktgas umwandeln, das weiter zu gasförmigen oder flüssigen Produkten verarbeitet werden kann, wie es das von der von BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH eingereichte Projekt Waste2Value in der Forschungsanlage in Wien-Simmering
vorzeigt“, präsentiert Adolf Melcher, seit 2015 Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme GmbH, das Siegerprojekt in der Kategorie Forschung. „Im Rahmen der Habilitation von Matthias Kuba, dem wissenschaftlichen Leiter der Syngas Platform Vienna, wurden grundlegende Untersuchungen zu verschiedenen Aspekten der Gaserzeugung durchgeführt: unter anderem zur Rolle von Asche und Bettmaterialien, zum Verhalten gasförmiger Kohlenwasserstoffe sowie zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus Aschen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse bildeten die Basis für weiterführende anwendungsorientierte Experimente im Demonstrationsmaßstab.“


