Baustoff-Erzeuger zeigt sich stabil
Baumit Österreich hat 2025 trotz Baukrise mit 290 Millionen Euro den Umsatz des Jahres 2024 gehalten. Im Förderstopp für die thermische Sanierung sieht Geschäftsführer Georg Bursik "absoluten Schwachsinn".
Die österreichische Bauwirtschaft blieb 2025 von einem angespannten Marktumfeld geprägt. Der Neubau lag deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf, gleichzeitig war die Preissensibilität extrem hoch. Baumit Österreich gelang es dennoch, Stabilität zu wahren und gezielt Impulse in zukunftsrelevanten Bereichen zu setzen.
Der Umsatz wurde im Geschäftsjahr 2025 mit 290 Millionen Euro auf Vorjahresniveau gehalten (2024: 287 Mio. Euro). Parallel dazu erhöhte Baumit seine Investitionen deutlich: Insgesamt flossen 24 Millionen Euro in Standorte, Anlagen und Infrastruktur – ein Plus von rund 30 Prozent. Der Fokus lag auf Effizienzsteigerung, Automatisierung sowie der Reduktion des Energieverbrauchs in der Produktion.
Impulse der Sanierung
Wesentliche Umsatzimpulse kamen aus dem Sanierungsbereich und aus Systemlösungen wie Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). In einem schwachen Neubauumfeld erwiesen sich thermische Sanierung, praxisnahe Lösungen und Verarbeitungssicherheit als tragende Säulen. Auch der Spezialtiefbau entwickelte sich 2025 besser als erwartet und trug zur Stabilisierung des Gesamtumsatzes bei.
„Nicht durchdacht“
Als „nicht durchdacht“ und „absoluten Schwachsinn“, bezeichnet der Baumit-Österreich-Chef Georg Bursik den vom Umweltministerium verhängten Förderstopp für die thermische Sanierung. Österreich verliere jedes Jahr enorme Mengen Energie dort, wo es am einfachsten zu verhindern wäre: an der Gebäudehülle. Eine hauseigene Berechnung zeige, dass über ungedämmte und schlecht gedämmte Fassaden jährlich mehr als 9,6 TWh an Energie verpuffen – woraus sich ein Einsparpotenzial von zumindest 1,25 Milliarden Euro ergibt. Dazu komme, dass etwa 1,2 Millionen Gebäude Gebäudereport 2025 einen besonders hohen Renovierungsbedarf aufweisen. Gleichzeitig stagniert die Sanierungsrate seit Jahren deutlich unter dem notwendigen Niveau von drei Prozent. Diese Fakten würden von der Politik leider ignoriert, bedauert Bursik.
Recycling und Ersatzbrennstoffe
Ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie bleibt Nachhaltigkeit. Unter dem Dach „GO2morrow“ erzielte Baumit messbare Fortschritte durch den verstärkten Einsatz von Recyclingmaterialien, neue Verfahren in der Bindemittelproduktion sowie den Ausbau energieeffizienter Prozesse. Im Zementwerk ist der Betrieb über längere Zeiträume bereits zu 100 Prozent mit Ersatzbrennstoffen möglich, im Kalkwerk wird der Einsatz biogener Brennstoffe kontinuierlich erhöht. Das größte laufende Investitionsprojekt ist der Austausch der Rohmehlmühle im Zementwerk, dessen Abschluss für das erste Quartal 2026 geplant ist. Weitere Investitionen in Peggau, Wietersdorf und Bad Ischl stärken Effizienz, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit.
Markenrelaunch & systemisches Bauen
Mit Blick auf 2026 setzt Baumit auf einen umfassenden Markenrelaunch sowie auf industrielle und systemische Bauweisen. Automatisierung, modulare Lösungen und industrielle Baukonzepte wie der „BauMinator“ rücken stärker in den Fokus. Gleichzeitig unterstreicht Baumit die volkswirtschaftliche Bedeutung der thermischen Sanierung: Investitionen in die Gebäudehülle gelten als wirksamer Konjunkturhebel mit hohem Energieeinspar- und Beschäftigungseffekt – gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.



