Digital-Kapital für Wärmepumpe & Co

Mit Cloover startet eine Software- und Finanzierungsplattform, die Installateure bei Verkauf und Abwicklung unterstützen soll und Haushalten die Finanzierung von PV und Wärmepumpe erleichtern soll.

Neues Jahr, neues Glück. Das mit reichlich Kapital ausgestattete Climate-FinTec-Unternehmen Cloover nimmt den operativen Betrieb in Österreich auf und eröffnet ein Büro in Wien. Das Unternehmen stellt Installationsbetrieben eine Software- und Finanzierungsplattform zur Verfügung. Damit sollen vor allem kleinere und mittlere Installationsbetriebe Projekte rund um Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur effizienter abwickeln können. Gleichzeitig soll Privathaushalten ein passendes Finanzierungsmodell mit monatlichen Raten für Investitionen angeboten werden.

Zwei Fliegen auf einen Schlag

Im Kern adressiert Cloover damit einen Engpass, der den Ausbau dezentraler, erneuerbarer Energielösungen in Einfamilienhäusern häufig bremst: Viele Handwerksbetriebe arbeiten nach wie vor mit hohem manuellem Aufwand und nur geringer Automatisierung durch Software. Gleichzeitig scheitert der Umstieg auf Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen in Haushalten oft an der Finanzierung: Hohe Einmalinvestitionen und sich ständig ändernde Förderprogramme verzögern oder verhindern Projekte, obwohl die Nachfrage und der Bedarf vorhanden sind.

Prozess und Finanzierung

Cloover möchte die ganzen Herausforderungen von Handwerksbetrieben und Hausbesitzer:innen in einem durchgängigen Prozess bündeln. Installationsbetriebe sollen standardisierte Angebote erstellen und dokumentieren die Abwicklung digital und strukturiert. Parallel stehen Finanzierungslösungen für Endkund:innen zur Verfügung, sodass Haushalte nicht getrennt bei Banken oder Förderstellen starten müssen, sondern früh einen Überblick über die leistbare Umsetzung erhalten. Das beschleunige Entscheidungen, sorge für Transparenz und reduziere Reibungsverluste zwischen Planung, Finanzierung und Installation, so die Idee.

Materialfinanzierung für Betriebe

Für 2026 plant Cloover die Einführung von Cloover Pay, einer Materialfinanzierungslösung für Installationsbetriebe, sowie den weiteren Ausbau der Software- und Finanzierungsplattform. Ziel ist es, Betrieben mehr Spielraum bei Vorfinanzierung und Beschaffung zu geben und Haushalten eine möglichst planbare Umsetzung zu ermöglichen. Das kann man durchaus als Kampfansage an den traditionellen Großhandel sehen.

Dorfer leitet Standort

Den Aufbau und die Leitung des Österreich-Standorts übernimmt Sebastian Dorfer. Er war zuletzt Verkaufsleiter beim gescheiterten PV-Anbieter Soly und davor bei Too Good To Go und Black Friday Sale. In den kommenden Wochen wird das Wiener Büro schrittweise ausgebaut werden, um Vertrieb, Partnerbetreuung und operative Umsetzung hierzulande zu stärken. „Die Technik für Photovoltaik und Wärmepumpen ist etabliert – entscheidend ist, dass Betriebe Projekte noch effizienter umsetzen können und sie für Haushalte leistbarer werden“, sagt Jodok Betschart, Mitgründer und CEO von Cloover.

Über Cloover

Cloover wurde 2023 von Jodok Betschart, Peder Broms und Valentin Gönczy gegründet und entwickelt ein KI-Betriebssystem für Energieunabhängigkeit. Die paneuropäische Plattform verbindet Finanzierung, KI-gestütztes Workflow-Management, Beschaffung und Energieoptimierung und unterstützt Installateure, Haushalte, Hersteller und Investoren dabei, den Übergang zu sauberer, erschwinglicher und unabhängiger Energie zu beschleunigen.

Teil der Expansionsstrategie

Der Markteintritt in Österreich ist Teil der europäischen Wachstumsstrategie von Cloover und wird durch eine kürzlich abgeschlossene Finanzierung ermöglicht. Das Unternehmen hat sich eine Series-A-Finanzierung über 22 Millionen US-Dollar sowie eine Fremdkapitalfazilität in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar gesichert; ergänzt wird dies durch eine 300-Millionen-Euro-Garantie des Europäischen Investitionsfonds (EIF). Insgesamt belaufen sich die Kapitalzusagen damit auf 1,222 Milliarden US-Dollar.