Intelligente Schrauben sichern Olympiastadion

Ein Pilotprojekt mit fischer SensorBolts am Olympiastadion in München soll zeigen, wie digitale Überwachung sicherheitsrelevanter Stahlverbindungen im Bestand funktioniert.

Wie sich bestehende Stahlkonstruktionen im laufenden Betrieb transparenter und sicherer überwachen lassen, demonstriert ein aktuelles Pilotprojekt im Münchner Olympiastadion. An der in das Dachtragwerk integrierten Besucherplattform wurden ausgewählte Schraubverbindungen mit fischer SensorBolts ergänzt. Ziel ist es, Vorspannkräfte sicherheitsrelevanter Verbindungen kontinuierlich zu erfassen und frühzeitig Veränderungen zu erkennen.

Spezielle Schrauben für ein spezielles Bauwerk

Das Olympiastadion gilt stahlbautechnisch als Ikone. Besonders das filigrane Zeltdach, das 2023 als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet wurde, stellt hohe Anforderungen an Planung, Betrieb und Instandhaltung. In bis zu 50 Metern Höhe verlaufen gesicherte Stege über das Dachtragwerk, die unter anderem für geführte Zeltdach-Touren genutzt werden. Zusätzliche dynamische Belastungen entstehen durch touristische Angebote wie eine quer über den Stadionrasen führende Seilrutsche. Für Betreiber:innen stehen daher zuverlässige und überprüfbare Befestigungen im Fokus.

Überwachung der Vorspannkraft im Fokus

Im Rahmen des Projekts wurden vorhandene hochfeste Schraubverbindungen mit sensorintegrierten Schrauben ausgestattet. Die eingesetzten SensorBolts erfassen direkt am Schraubenkopf die Vorspannkraft – eine zentrale Kenngröße im Stahlbau – sowie die Temperatur, um Umwelteinflüsse berücksichtigen zu können. Die Messwerte werden über Sensorknoten an ein lokales Gateway übertragen und anschließend verschlüsselt in einer Cloud bereitgestellt. Betreiber:innen erhalten so in Echtzeit Zugriff auf die Daten, ortsunabhängig über PC oder mobile Endgeräte.