Bad-Recyclingprojekt erhält Nachhaltigkeitspreis
Im Zuge der Sanierung des 25hours Hotel Bikini Berlin hat Kaldewei mit einem Refurbishment-Konzept ausgediente Duschen und Badewannen wieder in Schuss gebracht. Nun wurde der Westfälische Badhersteller mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.
Die Preisverleihung fand Anfang Dezember im Zuge des DNP-Kongresses in Düsseldorf statt. Dort wurde insbesondere das Zusammenspiel aus Produktaufbereitung, industriellen Prozessen und einem langlebigkeitsorientierten Designansatz gelobt. Das Projekt zeigt, wie sich Cradle-to-Cradle-Prinzipien auch im Bestand und im größeren Maßstab umsetzen lassen – in einem Marktsegment, das bislang überwiegend auf den Austausch durch Neuprodukte setzte.
Demontage und Refurbishment statt Entsorgung
Im Zuge der Modernisierung wurden die vorhandenen Badewannen und Superplan-Duschflächen nicht entsorgt, sondern demontiert und an den Hersteller zurückgeführt. Dort durchliefen sie einen mehrstufigen industriellen Refurbishment-Prozess, bestehend aus Sandstrahlen, Neuemaillierung und technischer Weiterentwicklung. Anschließend kamen die Produkte erneut im Hotel zum Einsatz. Ergänzt wurden sie unter anderem um die rutschhemmende Oberfläche Kaldewei Secure Plus, die zusätzliche Sicherheit für Hotelgäste und Betreiber bietet.
Laut Projektangaben konnten durch den Verzicht auf Neuproduktion rund 65 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart sowie erhebliche Mengen an Primärrohstoffen geschont werden. Die Badprodukte waren zuvor bereits über zehn Jahre im Hotelbetrieb im Einsatz, was den Fokus auf Langlebigkeit und Wiederverwendbarkeit zusätzlich unterstreicht.
Upcycling als realistische Option in der Sanitär- und Baubranche
Aus Sicht der beteiligten Betreiber:innen und Partner:innen gilt das Projekt als beispielhaft für nachhaltige Modernisierung im Hotel- und Gebäudebereich. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 rückt damit einen Ansatz in den Fokus, der Upcycling und Refurbishment als realistische Option für die Sanitär- und Baupraxis positioniert – und Impulse für eine breitere Etablierung zirkulärer Konzepte im Gebäudesektor liefert.


