Heizungsmarkt 2025 mit dickem Minus
Das Vorjahr war für den Heizungsmarkt kein einfaches. Die Wärmepumpen verlieren gut 20 Prozent gegenüber 2024, bei Pelletsheizungen soll das Minus noch höher sein. Die Lobbyisten fürchten, dass auch 2026 eher mager wird. Es brauche noch mehr Fördergeld, so die Bundesinnung der Installateure.
Traditionell wird auf der Energiesparmesse in Wels Bilanz über das vorangegangene Heizungsjahr gezogen. Dass die Zahlen 2025 nicht brüllend ausgefallen sind, ist aber schon jetzt klar. „Der Heizungs- und Wärmepumpenmarkt stand 2025 unter spürbarem Druck. Erst im dritten Quartal zeigte sich ein merkbarer Anstieg der Nachfrage durch die neue Bundesförderung. Dennoch bleibt das Gesamtergebnis hinter den Erwartungen zurück“, schreibt Richard Freimüller, Verbandspräsident von Wärmepumpe Austria in der Einladung zum Presse-Event in Wels.
Konkret beträgt das Minus bei Wärmepumpen im Vergleich zu 2024 mehr als 20 Prozent, so Freimüller im Gespräch mit Building Times. Noch heftiger soll der Rückgang bei Pelletskessel sein, so ein Insider, der von einem Minus von über 30 Prozent spricht. Demgegenüber stehen dem Vernehmen nach aber gute Zahlen bei Stückholzkessel, was manchen Herstellern ein Trost sein mag.
Die Förderung zieht
Dass mit der neu aufgelegten Förderung wieder Stabilität in den Markt kommt, ist nicht gewiss. Freimüller fürchtet, dass das heurige Jahr trotz der neuen Förderung auch nicht gut ausgehen wird, weil die Mittel begrenzt sind. Ein Gutteil der aktuellen Förderung von 360 Millionen Euro ist bereits reserviert, was danach ist, bleibt abzuwarten. Derzeit zeigt das Budget-Tool der Förderstelle KPC ein verfügbares Budget von 165 Millionen Euro an. Verdächtig ist, dass diese Zahl schon seit Jahresbeginn so steht. Daraus lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Entweder ist die Einreichlust plötzlich versiegt, oder die Zahl des verfügbaren Budgets ist nicht aktuell. Wahrscheinlich ist Zweiteres. Auf Anfrage von Building Times erklärt KPC dazu folgendes:
„Der Budgetticker der Sanierungsoffensive befindet sich derzeit in Überarbeitung und wird sobald als möglich aktualisiert. Registrierungen und Antragstellungen zur Sanierungsoffensive 2026 sind möglich, solange Budget zur Verfügung steht.
Bei Ausschöpfung der Mittel wird die Möglichkeit zur Registrierung bzw. Antragstellung (- je nach Förderschiene) geschlossen. Bis dahin durchgeführte und damit aufrechte Registrierungen und Anträge behalten ihre Gültigkeit entsprechend des Zeitpunkts der Vornahme und werden regulär abgearbeitet.“
Eher düster sieht die Sache auch der Bundesinnungmeister der Installateure Anton Berger. Er meint, dass die für heuer verfügbaren Fördermittel schon Ende Februar vergeben sein könnten. „Dann haben wir eine Stopp-and-go-Situation wie 2024, das erschwert für alle Beteiligten die Planbarkeit“, so Berger.
Hoffen auf Nachschuss
Freimüller und Berger hoffen darauf, dass die Politik frisches Geld nachschießt oder noch nicht ausgeschöpfte Fördertöpfe für den Kesseltausch heranzieht. Als Beispiel nennt Freimüller den Fördertopf „Sauber heizen für alle“, der eigentlich für einkommensschwache Haushalte gedacht war. Dort lagern theoretisch enorme Summen, die bislang nicht abgerufen wurden. Dem Vernehmen nach lagen Ende 2025 noch rund 180 Millionen Euro an Förderungsmitteln für sauberes Heizen. Theoretisch, weil nicht gesichert sei, dass diese Mittel tatsächlich auch vorhanden sind, wie Berger zu bedenken gibt.
Dennoch arbeite man seitens der Innung intensiv daran, diese unausgeschöpften Fördermittel zweckgebunden für den Kesseltausch loszueisen, so der Innungsmeister. Für eine Umschichtung zum regulären Kesseltausch bräuchte es aber eine Gesetzesänderung, was bei der SPÖ vermutlich für Zähneknirschen sorgen könnte.
Übrigens: Das Fördergeld für sauberes Heizen wird über die Länder verteilt, wo man es mitunter nicht besonders eilig hat. In der Steiermark etwa dauert die Erstbearbeitung von Anträgen bis zu vier Wochen, so ein Hinweis auf der Kontaktseite des Landes.


