Hansgrohe trauert um Klaus Grohe

Visionärer Unternehmer, prägende Persönlichkeit der Sanitärbranche und Wegbereiter von hansgrohe – Klaus Grohe ist am 3. Januar im Alter von 88 Jahren verstorben.

Mit Klaus Grohe verliert die Sanitär- und Gebäudetechnikbranche eine Unternehmerpersönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg Maßstäbe setzte – sowohl in der Produktentwicklung als auch in der strategischen Ausrichtung des international tätigen Familienunternehmens.

Fünf Jahrzehnte Teil von Hansgrohe

Klaus Grohe wurde am 3. April 1937 in Aachen geboren. Nach einem Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Bern sowie zahlreichen beruflichen Praktika, trat er 1968 als Prokurist und Vertriebsleiter in das von seinem Vater Hans Grohe gegründete Unternehmen ein. In den folgenden fast fünf Jahrzehnten prägte er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens – zunächst als geschäftsführender Gesellschafter, ab 1999 als Vorstandsvorsitzender und von 2008 bis 2015 als Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem global agierenden Anbieter von Sanitärprodukten. Ein besonderer Fokus lag auf Innovation, Designqualität und technischer Perfektion von Brausen und Armaturen. Gleichzeitig erkannte Klaus Grohe früh die Bedeutung eines professionellen und international ausgerichteten Marketings, das bereits in den 1980er Jahren systematisch im Unternehmen verankert wurde. Mit strategischem Weitblick trug er zudem zur Etablierung der Marken AXOR und hansgrohe bei.

Führung mit Bodenhaftung, Umweltvisionär

Klaus Grohe verstand sich als bodenständiger Unternehmer mit direktem Bezug zu Produkten, Kunden und Mitarbeitenden. Seine „hands-on“-Mentalität spiegelte sich im Führungsstil ebenso wider wie im bewussten Verzicht auf persönliche Privilegien. Auch Themen wie Umwelt- und Ressourcenschutz beschäftigten ihn lange bevor sie branchenweit an Bedeutung gewannen: Wassersparende Produkte, die frühe Bestellung eines Umweltbeauftragten sowie Investitionen in Solarenergie – etwa der Solarturm am Standort Offenburg Anfang der 1990er Jahre.

Für sein unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement erhielt Klaus Grohe zahlreiche Auszeichnungen. Seine Heimatstadt Schiltach ernannte ihn 2001 zum Ehrenbürger, 2009 gründete er die Klaus-Grohe-Stiftung. Mehrfach wurde sein Lebenswerk gewürdigt, unter anderem mit renommierten Management- und Wirtschaftspreisen, zuletzt 2022 mit dem Deutschen Gründerpreis.