Rieder expandiert doppelt

Das Bauunternehmen Riederbau übernimmt 75 Prozent der Münchner Baufirma Renner Bau und holt sich zwei Führungskräfte aus den eigenen Reihen in die Geschäftsführung.

Nach rund 70 Jahren Unternehmensgeschichte erweitert Riederbau die Geschäftsführung und stellt damit zentrale Weichen für die zukünftige Entwicklung. Ziel ist es, Verantwortung breiter zu verteilen, Entscheidungswege zu verkürzen und die zunehmende Komplexität in Planung, Ausführung und Marktanforderungen gezielt zu steuern. Kurzum, es geht darum anstehende Herausforderungen am Bau gemeinsam zu meistern.

Frischer Wind aus den eigenen Reihen

Mit Lukas Hechenblaickner und Raphael Lindermayr werden zwei erfahrene Führungskräfte in die Geschäftsführung berufen. Hechenblaickner verantwortet insbesondere technische Themenfelder, die Weiterentwicklung von Planungs- und Ausführungsprozessen sowie die Schnittstelle zwischen Architektur, Gebäudetechnik und Bauausführung. Lindermayr bringt seinen Schwerpunkt im kaufmännischen und strategischen Bereich ein, mit Fokus auf Unternehmensentwicklung, Organisation und Partnerschaften. Gemeinsam ergänzen sie die bestehende Geschäftsführung und sollen die langfristige Ausrichtung des Unternehmens absichern.

Rieder übernimmt Mehrheit bei Renner

Parallel dazu erfolgt der strategische Schritt in den süddeutschen Raum. Durch die 75-Prozent-Beteiligung an der Michael Renner Bauunternehmung wird der Markteintritt im Großraum München vollzogen. Das Unternehmen ist seit mehr als 100 Jahren am Markt und beschäftigt rund 60 Mitarbeiter:innen, die eine Bauleistung von rund 25 Millionen Euro pro Jahr reelaisieren. Die Expansion von Rieder zielt darauf ab, regionale Marktkenntnis mit eigener Planungs- und Umsetzungskompetenz zu verbinden und neue Projektpotenziale zu erschließen, so Riederbau.

100 Millionen Bauleistung

Das eben abgelaufene Geschäftsjahr weist für Riederbau eine Bauleistung von rund 75 Millionen Euro aus. Mit den 25 Millionen des zugekauften Münchner Rohbau-Spezialisten Renner kommen Rieder & Renner künftig wohl auf 100 Millionen Euro Bauleistung. Das Wachstum der Zukunft sieht Firmenchef Anton Rieder eher außerhalb von Tirol, wo die Flächen für den Naubau rar sind. In München hingegen sei die Nachfrage nach neuem Wohnraum immens hoch, dort würden jährlich 8.000 bis 12.000 Wohneinheiten benötigt, so Rieder.

Handwerker-Zentrum geplant

Was weitere Expansionsschritte betrifft, gibt sich Anton Rieder zurückhaltend. Eine Ausnahme sind Gewerkeerweiterungen für die der umtriebige Baumeister weiterhin offen ist. Sein Plan sieht die Errichtung eines Handwerker-Zentrums vor, in dem die verschiedenen Kompetenzen gebündelt werden.