Smarter Türentausch ohne Kabel
Dana und Nuki präsentieren mit der „Smart Door EasyFit“ eine kabellose, teilintegrierte Nachrüstlösung.
Die fortschreitende Digitalisierung der Gebäudetechnik erreicht zunehmend den Altbau und Sanierungssektor, wo bauliche Einschränkungen oft komplexe Modernisierungen erschweren. In diesem Kontext haben die österreichischen Unternehmen dana und Nuki eine neue, teilintegrierte Variante für Wohnungseingangstüren entwickelt. Das System mit dem Namen EasyFit erweitert das bestehende Portfolio intelligenter Türlösungen und zielt gezielt auf den Bestandsbau, den Türentausch sowie anspruchsvolle Sanierungsprojekte ab. Für Fachplaner:innen und Bauträger entfällt damit eine der größten Hürden bei der Nachrüstung digitaler Zugangssysteme: die Notwendigkeit einer bauseitigen Verkabelung.
Nachrüstung im Fokus der Gebäudetechnik
Während vollintegrierte Systeme aufgrund des hohen Verdrahtungsaufwands primär im Neubau Anwendung finden, setzt diese Neuentwicklung auf ein akkubetriebenes, autarkes Prinzip. Die gesamte intelligente Zutrittstechnik ist direkt in den Schutzbeschlag der Tür integriert, was den Montageaufwand auf der Baustelle erheblich minimiert. Die Energieversorgung erfolgt über einen integrierten Akku, der mittels eines externen Magnet-Ladekabels gespeist wird. Da kein Kabelübergang zum Mauerwerk erforderlich ist, bleibt die Substanz bestehender Wände unangetastet. Für Facility Manager und Bauherren reduziert dies die Schnittstellen zwischen den Gewerken Elektrotechnik und Tischlerarbeit auf ein Minimum, was wiederum die Fehleranfälligkeit bei der Montage senkt.
„Mit der Neuentwicklung machen wir den Einstieg in smarte Zutrittslösungen so einfach wie nie zuvor. Die Lösung kommt ohne bauseitige Verkabelung aus, ist montagefreundlich umgesetzt und verbindet intuitiven Bedienkomfort mit geprüfter Türsystemqualität“, erklärt Markus Weinzierl, Geschäftsführer der dana | jeld-WEN Türen GmbH. Er unterstreicht zudem einen wesentlichen logistischen Aspekt für den Vertrieb: Der digitale Support wird vollständig vom Technologiepartner übernommen, sodass auf Händlerseite kein hochspezialisiertes IT-Know-how erforderlich ist.
Erhalt der Schutzfunktionen im Systemverbund
Ein zentrales Kriterium bei der Spezifikation von Wohnungseingangstüren im Geschossbau ist das lückenlose Einhalten von Sicherheits- und Bauvorschriften. Die technische Besonderheit der Neuentwicklung liegt im ganzheitlichen Systemgedanken. Da der Sicherheitsbeschlag inklusive des Schließzylinders und der Antriebseinheit als zertifizierte Einheit geprüft wird, bleiben die werkseitigen Eigenschaften bezüglich Schall-, Brand- und Einbruchschutz vollumfänglich erhalten. Die mechanische Basis bildet ein herkömmliches önorm-PZ-Schloss. In der Praxis bedeutet das für Architekten und Ingenieure, dass je nach gewählter Ausführung eine Einbruchhemmung bis zur Widerstandsklasse RC2 bei innenöffnenden Systemen sowie ein verlässlicher Brandschutz der Klasse EI₂30 realisiert werden können.
Schnittstellen und digitale Rechteverwaltung
Die smarte Steuerung der mechanischen Komponenten basiert auf einer App-gesteuerten Plattform, die auch eine Fernöffnung und die Vergabe temporärer Zutrittsberechtigungen in Echtzeit erlaubt. Als physische Schnittstellen stehen neben der Smartphone-App optionale Module wie Fingerscan, PIN-Code-Tastaturen oder Funkfernbedienungen zur Verfügung. Technisch wird dies durch ein direkt in die Schließeinheit integriertes wlan-Modul realisiert, welches die direkte Einbindung in übergeordnete Smart-Home-Systeme und die Kommunikation mit gängigen Sprachassistenten ermöglicht.
Martin Pansy, CEO der Nuki Home Solutions GmbH, pointiert die technologischen Prioritäten der Kooperation: „Wir stellen die Technologie bereit, die die Tür zu einer intuitiv bedienbaren smarten Zutrittslösung macht. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Tür bequem per App steuern, digitale Zutrittsberechtigungen flexibel verwalten und den aktuellen Status jederzeit im Blick behalten.“ Gleichzeitig betont Pansy, dass bei der Softwarearchitektur die Datensicherheit an oberster Stelle stehe, um den sensiblen Bereich des Wohnungszugangs verlässlich gegen digitale Zugriffe von außen zu schützen.
Flexibilität bei der architektonischen Planung
Für die konkrete Objektplanung lässt sich das System flexibel konfigurieren und in unterschiedliche Wandstrukturen integrieren. Die technische Basis bildet die Eingangstür des Typs 65, welche wahlweise mit einem klassischen Doppelfalz oder einem tiefen Einfachfalz produziert wird. Das System lässt sich mit Holzzargen, Rahmenstöcken oder robusten Stahlzargen kombinieren. Zum Lieferumfang gehört zudem ein Spezialzylinder mit Sicherungskarte und fünf Wendeschlüsseln, der die mechanische Redundanz im Falle eines leeren Akkus oder eines Systemausfalls garantiert. Der Sicherheitsbeschlag selbst verfügt über einen integrierten Kernziehschutz sowie eine klassische Drücker-Knopf-Ausführung.
Potenzial für die energetische Modernisierung
Die Kooperation der beiden österreichischen Partner:innen zeigt exemplarisch, wie die Digitalisierung von Bauteilen im Bestand ohne massiven baulichen Eingriff gelingen kann. Die Kombination aus traditionellem Schreinereihandwerk und moderner Funktechnologie schließt eine Lücke im Sanierungsmarkt. Für die Gebäudetechnik der Zukunft markiert diese Entwicklung einen wichtigen Schritt: Die Tür wird vom rein passiven, trennenden Bauteil zum aktiven, steuerbaren Element im Smart Building, ohne dabei Kompromisse bei den basalen Schutzfunktionen wie Brand- und Einbruchschutz einzugehen.
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