Lösungen gegen Hitzebelastung an Schulen
Ein neues AIT-Forschungsprojekt untersucht wirksame Gegenmaßnahmen für heiße Schultage.
Steigende Temperaturen machen den Unterricht in Österreichs Schulen zunehmend zur Belastung. Während Hitzeperioden früher meist in die Sommerferien fielen, treten heiße Tage infolge des Klimawandels heute verstärkt bereits im Juni und September auf. Das Citizen-Science-Projekt "Climate Ready Schools" unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology untersucht nun, wie Schulfamilien diese Belastung wahrnehmen und wie die Klimaresilienz der Gebäude gestärkt werden kann.
Die klimatischen Veränderungen sind deutlich messbar. Seit der Periode 1961–1990 hat sich die Anzahl der Hitzetage mit über 30 °C in Wien von durchschnittlich zehn auf rund 30 pro Jahr verdreifacht. Eine Umfrage an fünf Schulen mit mehr als 1.500 Beteiligten zeigt die Tragweite: 88 Prozent der Befragten empfinden die Hitze im Schulgebäude als belastend. Fast alle Teilnehmenden gaben an, dass es im Juni mindestens eine Woche lang zu heiß für konzentriertes Lernen sei. Im Rahmen des Projekts entwickeln Schüler und Lehrkräfte gemeinsam Lösungen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von Verhaltensanpassungen bis zu baulichen Veränderungen.
Sinnvoll seien demnach außenliegender Sonnenschutz, automatische Lüftungssysteme, angepasste Raumbelegungen sowie einfache Verhaltensregeln wie morgendliches Querlüften und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Begleitende wissenschaftliche Messungen in Wien und Niederösterreich bestätigen den Handlungsbedarf. In mehreren Klassenzimmern wurden im Juni Temperaturen von über 27 °C gemessen, was thermisch als nicht behaglich eingestuft wird.
Derzeit laufen weitere Messkampagnen, um die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen wie der Nutzung von Ventilatoren oder Jalousien genau zu evaluieren. Martin Schneider, Experte für Klimaresilienz am AIT, betont, dass es kein einzelnes Allheilmittel gibt. Vielmehr sei ein ganzes Bündel an baulichen, organisatorischen und individuellen Maßnahmen notwendig, um Schulen schrittweise widerstandsfähiger gegen die Hitze zu machen und ein gesundes Lernumfeld zu sichern.
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