WDVS-Umsatz steigt leicht
2025 wächst der WDVS-Markt um 0,8 Prozent. Mineralwolle gewinnt deutlich, Billigsysteme treiben Umsatz
Der österreichische Markt für Fassadendämmungen hat 2025 laut einer Studie von Branchenradar die Talsohle der jüngsten Abwärtsphase erreicht. Der Herstellerumsatz mit Fassadenprodukten für den Vollwärmeschutz stieg im Jahresvergleich um 0,8 Prozent auf 228,1 Millionen Euro. Das Plus kam demnach jedoch nicht aus dem Kerngeschäft der zertifizierten Systeme.
Der Umsatz mit zertifizierten Wärmedämmverbundsystemen lag bei 165,1 Millionen Euro und damit um 0,7 Prozent unter dem Vorjahr. Wachstumstreiber waren nicht-zertifizierte Systeme, bei denen Einzelkomponenten wie Dämmstoff, Klebespachtel, Armierungsgewebe, Befestigungen und Putz frei kombiniert werden. Nach Angaben aus der Studie lagen diese Lösungen 2025 im Schnitt rund 30 Prozent unter den Materialkosten aufeinander abgestimmter, zertifizierter Systeme.
Der Preisvorteil habe dazu beigetragen, dass teils auch mögliche Reklamationen und rechtliche Risiken in Kauf genommen wurden, insbesondere bei Sanierungen von Ein- und Zweifamilienhäusern. Innerhalb der zertifizierten Systeme verschieben sich die Materialpräferenzen. Schaumstoffgedämmte Ausführungen standen 2025 weiter unter Druck, der Umsatz sank um zwei Prozent.
Gleichzeitig verzeichneten WDVS mit Mineralwolldämmung einen Zuwachs von 4,2 Prozent. Der Zuwachs bei Mineralwolle wird in der Studie im Wesentlichen als Substitution beschrieben. Demnach wurden Systeme mit Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen teilweise zurückgedrängt, weil sich technische Nachteile in der Praxis stärker bemerkbar machten. Genannt werden unter anderem Algen- und Pilzbefall, höhere Anforderungen bei der Verarbeitung, Feuchteempfindlichkeit sowie eine geringere Dämmleistung.
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