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Saisonaler Wasserstoffspeicher für Gebäude in Betrieb

Ein Pilotprojekt speichert sommerlichen Solarstrom für die Wärme- und Stromversorgung im Winter

Die saisonale Entkopplung von sommerlicher Photovoltaik-Überproduktion und hohem winterlichen Energiebedarf zählt zu den zentralen Herausforderungen der dezentralen Energiewende. Am Standort der Dinhobl Bauunternehmung in Wiener Neustadt wurde die österreichweit erste saisonale Wasserstoffanlage für ein Wohngebäude offiziell durch Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner eröffnet. Das Projekt demonstriert die Funktionsfähigkeit eines voll integrierten Sektorenkopplungssystems, das Photovoltaik, Batteriespeicher, Elektrolyse, saisonale Wasserstoffspeicherung und Brennstoffzellentechnik miteinander verbindet.

Im Sommerbetrieb deckt die bestehende 28 kWp-Photovoltaikanlage (eine Erweiterung um 15 kWp ist in Planung) primär den direkten Gebäude- und E-Mobilitätsbedarf. Kurzfristige Überschüsse fließen in einen Batteriespeicher für den Tag-Nacht-Ausgleich. Darüber hinausgehende Spitzenströme werden mittels Elektrolyseur in Wasserstoff umgewandelt. Das Speichersystem fasst bis zu 900 kWh Energie, die verlustfrei über die Sommermonate konserviert werden. Im Winter wandelt eine Brennstoffzelle den gelagerten Wasserstoff bedarfsgerecht wieder in Elektrizität und Nutzwärme um, was die Gebäudeversorgung stützt und das öffentliche Stromnetz in den kalten Monaten entlastet.

Die Kombination aus Batteriepufferung für Tageszyklen und Wasserstoffspeicherung für den Saisonversatz liefert eine technisch ausgereifte Antwort auf die Dunkelflaute im gebäudegebundenen Bereich.

Das Vorhaben entstand im Rahmen einer bundesländerübergreifenden Kooperation unter der Projektleitung des Planungsbüros Schöberl & Pöll gemeinsam mit der Dinhobl Bauunternehmung sowie dem Anlagenbauer Pink und Komponentenlieferanten Cosber. Gefördert durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und die Republik Österreich, dient das Gebäude nun als Reallabor. Ein wissenschaftliches Monitoring soll praxisnahe Verbrauchs- und Wirkungsgraddaten liefern, die für künftige Standards im dekarbonisierten Wohnbau veröffentlicht werden.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 17. August 2026 - zuletzt bearbeitet am 17. August 2026


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