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Dekarbonisierung am Wohnbau

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Gutmann Energiesysteme und Tigewosi sanieren Innsbrucker Wohnanlage zukunftsfähig. Statt 56 Gasthermen heizt nun ein Pelletskessel.
In einer Liegenschaft im Stadtteil Höttinger Au in Innsbruck wurden in den letzten Wochen im bewohnten Zustand gezielte technische Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. Gutmann Energiesysteme und der Bauherr Tiroler Gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft mbH (Tigewosi) ersetzten die dort ursprünglich installierten Einzelgasthermen durch eine zentrale Pelletsanlage. Damit wird im Haus die Wärmeversorgung zentralisiert und auf erneuerbare Energie umgestellt. Gleichzeitig wurden die Wasserleitungen der Anlage erneuert sowie jede Wohnung mit einem Glasfaseranschluss versorgt. Das anspruchsvolle Projekt wurde in nur 16 Wochen sowie innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens umgesetzt. „Anstelle der 56 in die Jahre gekommenen Einzelgasthermen versorgt nun eine zentrale Pellets-anlage ebenso viele Mietwohnungen mit Wärme und Warmwasser. Der komplexe Umbau von vielen Einzelthermen auf ein zentral geführtes erneuerbares System kann Schule machen“, sagt Alexander Gutmann, Geschäftsführer der Gutmann GmbH. „Das Projekt zeigt, wie sich die Dekarbonisierung bestehender Wohnanlagen mit konkreten Verbesserungen – wie beispielsweise einer einfacheren Wartung der Anlagen für die Bewohnerinnen und Bewohner – verbinden lässt“, fügt Florian Rangger, Geschäftsführer der Tigewosi, hinzu.

Zentrale Lösung statt einzelner Thermen
Der Bauträger entschied sich bewusst gegen den bloßen Austausch der einzelnen Gasthermen und für eine umfassende Gesamtlösung. Gutmann Energiesysteme plante und realisierte im Keller eine Pelletsanlage mit 250 kW Leistung, Pufferspeichern und Brennstofflager. Moderne Wohnungsstationen verteilen Wärme und Warmwasser bedarfsgerecht in den Wohnungen. Ein Elektrofilter bereitet die Abgase zusätzlich auf und reduziert die Feinstaubemissionen nach Angaben der Projektpartner auf ein Minimum. „Mit diesem Projekt setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt in der Dekarbonisierung unseres Gebäudebestands“, so Edgar Gmeiner, Geschäftsführer der Tigewosi. Mit Gutmann habe man einen Partner gefunden, der auch die langfristige Nachsorge der Anlage sicherstelle. Gutmann Energiesysteme wird die Anlage künftig weiter betreuen und damit einen verlässlichen, effizienten Betrieb unterstützen.

16 Wochen Bauzeit im bewohnten Zustand
Die größte Herausforderung war die Umsetzung bei laufendem Wohnbetrieb. Die Arbeiten erfolgten in zwölf Bauabschnitten, wobei jeweils bis zu fünf Wohnungen betroffen waren. Informationsveranstaltungen, Aushänge, Newsletter und die direkte Abstimmung mit den Haushalten sorgten dafür, dass die Bewohnerinnen und Bewohner laufend über Termine und Einschränkungen informiert waren. „Besonders freut uns, dass die Zusammenarbeit mit den Mieterinnen und Mietern trotz des massiven Eingriffs so problemlos funktioniert hat und wir die Arbeiten möglichst minimalinvasiv umsetzen konnten“, so Daniel Hechl, CFO und Mitglied der Geschäftsführung der Gutmann GmbH. Sein besonderer Dank gilt dem Projektteam.

Bereits im Vorfeld der Arbeiten wurde mit allen Mieter:innen in Kleingruppen von jeweils acht Personen das persönliche Gespräch gesucht, um sie gründlich und sorgsam über das Projekt sowie die anstehenden Bauarbeiten zu informieren. Bei der Umsetzung wurde zudem vorzugsweise auf heimische Lieferanten gesetzt: Die eingesetzten Pellets stammen vollständig aus dem Raum Tirol, der Pelletskessel und der Elektrofilter wurden von Unternehmen aus Oberösterreich geliefert. Auch die Ersatzteilversorgung ist regional organisiert. Sämtliche für die Kessel benötigten Ersatzteile werden bei Sublieferanten im Ober- und Unterland gelagert. Sollte es zu einem Ausfall kommen, kann der Betrieb dadurch in kürzester Zeit wiederhergestellt werden. Die Sanierung wurde zudem genutzt, um die Trinkwasserleitungen zu erneuern und Glasfaserkabel bis in sämtliche Wohnungen einzuziehen. Die Mieter:innen profitieren damit von einer neuen zentralen Wärmeversorgung, einer modernisierten Wasserinfrastruktur und leistungsfähigen Datenanschlüssen. Auch bei Wartung und Erhaltung bringt die Zentralisierung Vorteile: Statt 56 Einzelanlagen muss künftig nur noch ein System gewartet und betreut werden. Das reduziert Kosten und organisatorischen Aufwand. Gutmann wird die Anlage auch künftig betreuen und damit einen verlässlichen Betrieb sicherstellen. „Aus 56 Einzelwartungen pro Jahr wird eine zentrale Wartung, das vereinfacht die Instandhaltung grundlegend“, erklärt Nikolaus Eller, Prokurist Wärme und Kälte bei Gutmann.

Das Resultat im Zitat

Building Times: Gibt es eine Schätzung, wie viel C02 durch die Heizungsumstellung jährlich eingespart werden kann?

Nikolaus Eller: Nach der derzeit vorliegenden Berechnung können durch die Umstellung der Heizung voraussichtlich rund 100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Als Berechnungsgrundlage dienen die Angaben der Naturfreunde.

Building Times: Wie sieht die Umstellung kostenseitig für die Mieter:innen aus?

Nikolaus Eller: Für die Mieter:innen entstehen/enstanden durch die Heizungsumstellung keine zusätzlichen direkten Kosten. Die unmittelbaren Umstellungskosten werden von der Tigewosi getragen.

Building Times: Wird die Wärmeversorgung künftig teurer oder günstiger?

Nikolaus Eller: Die Wärmeversorgung wird günstiger. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass künftig nicht mehr 56 einzelne Gasthermen, sondern nur noch ein Pelletskessel serviciert werden müssen. Dadurch reduziert sich auch der Wartungsaufwand: Statt 56 einzelner Kaminkehrertermine ist künftig nur noch ein Termin erforderlich. Zusätzlich sind Pellets derzeit günstiger als Gas, was ebenfalls zu einer Kostenersparnis beiträgt.

Über die Gutmann GmbH

Die Gutmann GmbH ist Österreichs größter privater Energieanbieter mit Sitz in Innsbruck und seit 2017 auch als Stromhändler tätig. Das Familienunternehmen versorgt Industrie, Gewerbe und Haushalte österreichweit mit heimischem Ökostrom und engagiert sich zudem in den Segmenten Treibstoffe, Heizöl, Pellets, Erdgas sowie Festbrennstoffe. Rund 450 Mitarbeitende betreuen etwa 120 Standorte und beliefern mehr als 100.000 Kund:innen mit einem breitgefächerten Portfolio in den Bereichen Energie, Wärme und Mobilität – darunter auch Ladestationen für Elektromobilität.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 28. September 2026 - zuletzt bearbeitet am 28. September 2026


FA
AutorFranz Artner
Tags
Anlage
Projekt
Innsbruck
tigewosi
Gutmann
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