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Wohnbau: Lebenszyklus entscheidet über Leistbarkeit

Bei den ersten Nibra Zukunftsgesprächen definierten Branchenentscheider fünf zentrale Hebel für leistbare Qualität.

Nachhaltiger Wohnbau endet nicht mit der baulichen Fertigstellung, sondern bewährt sich erst über die gesamte Nutzungsdauer hinweg. Bei den ersten Nibra Zukunftsgesprächen in Wien diskutierten Branchenvertreter über Schnittstellen zwischen ökologischer Qualität, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Baupraxis. Als zentrale Stellhebel kristallisierten sich beschleunigte Behördenverfahren, serielle Vorfertigung und die konsequente Betrachtung von Lebenszykluskosten heraus. Für Bauträger und Fachplaner rückt damit die langfristige Bewirtschaftung verstärkt in das Zentrum strategischer Entscheidungen.

Betriebskosten und ganzheitliche Quartiersplanung

„Green Building darf nicht bei der Gebäudehülle aufhören. Entscheidend ist, ob ein Gebäude auch im täglichen Betrieb nachhaltig, effizient und leistbar funktioniert“, betonte Nikolaus Brada, Geschäftsführer des Aufzugsunternehmens Nibra. Dieser Ansatz spiegelt sich vor allem in den Folgekosten wider, die maßgeblich über die langfristige Bezahlbarkeit von Wohnraum entscheiden. Mag. Peter Engert, Geschäftsführer der Ögni, unterstrich diese Perspektive: „Leistbares Wohnen ist nicht nur die Miete, sondern auch die Betriebskosten.“ Dr. Claudia Brey, Geschäftsführerin der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, forderte zugleich weitsichtige Konzepte für urbane Areale, da Stadtentwicklung ein Marathon und kein Sprint sei.

Serielle Fertigung und gestraffte Verfahren

Um dem Kostendruck im Neubausektor wirksam zu begegnen, plädiert die Branche für eine stärkere Standardisierung. Prok. Ing. Sascha Risavy vom Österreichischen Siedlungswerk verwies darauf, dass der Wohnbau zwingend „günstiger, schneller und ökologischer“ werden müsse. Industrielle Vorfertigung und modulare Bauprozesse bieten hierbei das Potenzial, Abläufe effizienter und terminlich planbarer zu gestalten. Foad Ghaemi von der Alpen Privatbank identifizierte zudem regulatorische Hemmnisse und regte Reformen bei Genehmigungen sowie langfristigen Finanzierungsmodellen an.

Vorzeigeprojekt B.R.I.O. am Neuen Landgut

Wie sich serielle Fertigung und betriebliche Effizienz in der Praxis verbinden lassen, demonstriert das Wiener Wohnprojekt B.R.I.O. im Quartier Neues Landgut. Die dortige Holz-Hybrid-Bauweise kombiniert ein erneuerbares Energiesystem mit barrierefreier und langlebiger Haustechnik. NIBRA realisierte die Aufzugsanlagen des Projekts mit klarem Fokus auf Energieeffizienz und Wartungsfreundlichkeit über den gesamten Lebenszyklus. Das Projekt unterstreicht, dass zukunftsfähiges Bauen funktionierende Betriebskonzepte bereits ab Leistungsphase eins zwingend voraussetzt.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 02. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 02. Oktober 2026


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AutorRedaktion
Tags
wohnbau
Wien
Gebäudelebenszyklus
Nibra
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