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Von der Traufe zur Dusche

Markt & Macher

Nach sechs Jahren bei Dach und Wand ist Dagmar Stöllnberger-Geyer seit acht Monaten Chefin des Duschen-Herstellers Artweger. Sie hat einiges vor.
Frauen sollten sich mehr trauen, meint Dagmar Stöllnberger-Geyer. Nur so könne die Zahl der weiblichen Führungskräfte steigen, ist die Geschäftsführerin von Artweger überzeugt. Sie selbst hat sich schon relativ früh getraut zwei Dinge parallel zu machen – einen Job und ein Studium. Um die Jahrtausendwende war Stöllnberger-Geyer bei Intersport in der Bereichsleitung der Beschaffung tätig und absolvierte an der Uni Linz ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, das sie mit einem Doktortitel abschloss. Danach war sie knapp vier Jahre in der Lebensmittelbranche, bevor sie im Frühjahr 2018 Geschäftsführerin des Dachdecker-Großhändlers Dach und Wand GmbH wurde. Diesen Job übte sie rund sechs Jahre aus, konkret bis zu jenem Moment, in dem das Unternehmen den Eigentümer wechselte. Das Handelshaus gehört heute zur Stark Group, mit Sitz in Kopenhagen, die in acht Ländern mehr als 20.000 Mitarbeitende beschäftigt. Das ist nicht die Welt der bodenständigen Managerin, die Stöllnberger-Geyer verkörpert. „Ich bin sehr froh, wieder in einem familiengeführten österreichischen Unternehmen tätig zu sein“, betont sie. Ganz einfach hat die Mutter einer Tochter es dennoch nicht. Artweger ist zu klein, um sich mit den Großen Europas zu messen und zu groß, um als lokale Manufaktur durchzugehen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bad Ischl beschäftigt rund 140 Mitarbeiter:innen, die im Vorjahr einen Umsatz von rund 22 Millionen Euro erwirtschafteten.

Damit es künftig mehr und nicht weniger wird, hat die gebürtige Oberösterreicherin einiges vor. Mit einem Re-Branding soll die Traditionsmarke aus dem Salzkammergut auch bei jüngerem Publikum positioniert werden. Mit eigenen Betreuern für das Objektgeschäft möchte man sich künftig verstärkt bei Planer:innen und Architekt:innen positionieren. Und damit man auch die richtigen Produkte für dieses Segment im Gepäck hat, wird ab März ein Relaunch der Top-Serie A360 über die Bühne gehen. Die Serie nennt sich künftig One und soll Lösungen für alle Einbausituationen bieten. Was die Artweger-Chefin sonst noch vor hat, und warum sie vom Absatz von Duschwannen enttäuscht ist, lesen Sie im Building Times-Exklusivinterview.

Building Times: Frau Stöllnberger-Geyer, sie sind Mitte 2025 zu Artweger gekommen. 2025 war ein Jubiläumsjahr, war das auch ein Jahr zum Jubeln?

Stöllnberger-Geyer: Das Jahr ist noch nicht final abgerechnet, wir sind gerade bei den Jahresabschlussarbeiten, umsatzmäßig liegen wir leicht über dem Vorjahr.

BT: Welcher Markt ist neben Österreich der attraktivste, ist Österreich überhaupt der Hauptmarkt?

Stöllnberger-Geyer: Wir konzentrieren uns sehr stark auf Österreich, auf Deutschland und die Schweiz. Hierzulande sind wir natürlich sehr bekannt, gut positioniert und unsere Kund:innen kennen uns gut. In Deutschland und in der Schweiz sind wir in dieser Hinsicht teilweise noch am Aufbau.

BT: Deutschland ist viel größer als Österreich, ist das der stärkste Markt?

Stöllnberger-Geyer: Nein, weil auch die Schweiz sehr, sehr stark ist. In Deutschland gab es zuletzt einige Probleme. Wir waren mit einer Fluktuation konfrontiert, es ist immer bitter, wenn man wertvolle Mitarbeiter:innen verliert. Daher sind in Deutschland die Zahlen nicht so gekommen, wie erwartet.

BT: Ist dieses Tief überwunden?

Stöllnberger-Geyer: Ich denke ja, wir hatten im Dezember alle Kollegen und Kolleginnen hier im Haus für die gemeinsame Weihnachtsfeier. Im Zuge dessen haben wir natürlich insbesondere das Vertriebsteam eingeschworen und auf das neue Jahr gut ausgerichtet. Die Stimmung war dabei sehr positiv.

BT: Sind Sie auch in Deutschland zweistufig unterwegs?

Stöllnberger-Geyer: Ja, wir arbeiten in allen Märkten zweistufig, mit eigenen Mitarbeiter:innen.

BT: Die Zweistufigkeit hat Ihr Vorgänger schon vor einigen Jahren eingeführt. Sind Sie im Großhandel jetzt gar nicht mehr vertreten?

Stöllnberger-Geyer: So gut wie gar nicht mehr.

BT: Wie erreichen Sie dann Ihre Kund:innen? Und mit wie vielen Partner:innen arbeiten Sie in Österreich zusammen?

Stöllnberger-Geyer: Wir wenden uns direkt an unsere Installateurpartner:innen. In Österreich sind es rund 1.200 aktive Partnerbetriebe.

BT: Treten Sie auch über Baumärkte und Fachmärkte, oder direkt Online an die Endkundin oder den Endkunden heran?

Stöllnberger-Geyer: Nein, wir vertreiben so gut wie ausschließlich über professionelle Kund:innen, also konzessionierte Installateur:innen.

BT: Aber es gibt einen Online-Shop, oder?

Stöllnberger-Geyer: Ja, wir haben einen Online-Shop, über den man Ersatzteile beziehen kann. Außerdem bieten wir einen Online-Konfigurator an, mit dem man seine individuelle Duschlösung zusammenstellen kann. Dort sieht man alle Modelle und auch alle Preise und wird als Endkund:in gleich an den Installateur weiterverwiesen. Im Zuge unserer Digitalstrategie werden wir dieses Tool weiterentwickeln, um die Bedürfnisse unserer Kund:innen noch besser abzudecken.

BT: Wird dieses Tool gut genutzt?

Stöllnberger-Geyer: Ja, aber man darf dabei nicht vergessen, dass wir sehr beratungsintensive Produkte anbieten und viel von den unterschiedlichen Abmessungen abhängt. Wir sind bekannt für die Möglichkeit der Individualisierung von Serienlösungen, dazu braucht es aber eine:n kompetente:n Ansprechpartner:in. Einfach so, schnell eine Dusche kaufen, macht bei unseren Produkten wenig Sinn. Das traut sich auch kaum jemand.

BT: Sie haben eine eigene Service- und Montage-Mannschaft. Macht das Sinn?

Stöllnberger-Geyer: Ja, das ist ganz wichtig, weil die Installateur:innen einerseits unter dem Fachkräftemangel leiden, und andererseits jede Dusche unterschiedlich ist. Besonders jene Installateur:innen, die eher selten Duschen verkaufen, sind froh, wenn sie im Bedarfsfall auf unsere Montage-Mannschaft zurückgreifen können. Unsere Leute kennen alle Tricks und Kniffe. Wir sind zugleich aber auch sehr bemüht, unsere Installateure gut zu schulen und zu informieren.

BT: Wie viele Mitarbeiter:innen beschäftigen Sie in diesem Bereich?

Stöllnberger-Geyer: Wir beschäftigen dafür neun eigene Mitarbeiter:innen im Haus und ergänzend dazu arbeiten wir österreichweit mit einigen Montagepartner:innen zusammen, die fast ausschließlich für uns tätig sind.

BT: Wie ist die Auslastung in der Montage, oder anders gefragt, wie lange müssen Kund:innen warten?

Stöllnberger-Geyer: Wir sind blitzschnell. Lieferung und Montagetermin sind genau aufeinander abgestimmt, erfolgen ganz zeitnah.

BT: Wie lange dauert es, bis eine Dusche gefertigt ist?

Stöllnberger-Geyer: Bei Sonderlösungen sind es rund drei Wochen, bei Standardprodukten geht es natürlich schneller.

BT: Wie wir gehört haben, möchten Sie künftig verstärk Projektgeschäft punkten?

Stöllnberger-Geyer: Das trifft zu, ja – diesen Bereich wollen wir gezielt ausbauen. Wir haben schon sehr viel Objekterfahrung, weil uns viele unserer sehr treuen Kund:innen und Partner:innen mitnehmen. Unsere Produkte und Lösungen findet man in der Hotellerie, Gastronomie und im Krankenhaussektor, aber natürlich auch bei Wohnbauprojekten.

BT: Kann man den Anteil des Projektgeschäfts an Ihrem Gesamtumsatz in Prozente fassen?

Stöllnberger-Geyer: Nein, bislang wurde bei uns ein Gesamt-Installateur-Umsatz verbucht, wir werden das Projektgeschäft aber künftig extra in unserem CRM-System ausweisen.

BT: Architekt:innen und die Gebäudetechnikplaner:innen sind im Projektgeschäft entscheidend. Welche von beiden schätzen Sie für wichtiger ein?

Stöllnberger-Geyer: Das lässt sich nicht so einfach sagen. Die Architekt:innen sind sehr unterschiedlich aufgestellt. Es gibt Architekt:innen, die planen wirklich bis ins Detail und setzen auch um. Andere gehen nicht so weit in die Tiefe und delegieren vieles weiter. Wir werden uns auf beide Gruppen konzentrieren.

BT: Beschäftigen Sie für das Projektgeschäft eigene Mitarbeiter:innen?

Stöllnberger-Geyer: Ja, und wir haben unser Team mit neuen Mitarbeiter:innen vergrößert und noch breiter aufgestellt. Außerdem haben wir unseren Vertrieb dahingehend umstrukturiert, dass sich Kolleg:innen, die schon bisher sehr tief im Objektgeschäft tätig waren, nur noch auf diesen Bereich konzentrieren. Wir haben gelernt, dass es kontraproduktiv ist, wenn Kolleg:innen in der Fläche und im Objekt tätig sind.

BT: Werden Sie für dieses Geschäftsfeld eigene Produktreihen anbieten?

Stöllnberger-Geyer: Nein, das haben wir nicht vor. Wir haben mit unseren Produkten, wie zum Beispiel der Prestige-Serie, das ist unsere mittelpreisige Porsche-Design Dusche, schon bislang sehr schöne Projekte abgewickelt.

BT: Apropos Produkte: Planen Sie in diesem Jahr Produktneueinführungen?

Stöllnberger-Geyer: Die Top-Serie A360 erfährt gerade einen Relaunch und wird künftig unter dem Namen One angeboten. Der Name One deshalb, weil sie sich für alle Einbausituationen eignet. Für Kund:innen, die Duschen mit Schiebetüren bevorzugen, haben wir mit Move eine schöne Lösung. Auf diese Produkte werden wir unseren Fokus setzen.

BT: Eignen sich diese Serien auch für den sozialen Wohnbau?

Stöllnberger-Geyer: Die eben genannten Serien eignen sich weniger. Für dieses Segment bieten wir günstigere Linien, die super eingesetzt werden können. Zug um Zug wollen wir auch diese Serien überarbeiten.

BT: Es ist also der Preis, der zählt, oder?

Stöllnberger-Geyer: Ja, ich denke aber, dass Qualität und Langlebigkeit gerade in diesen Bereichen eine wichtige Rolle spielt. Eine Dusche muss über Jahrzehnte hinweg funktionieren, Beschädigungen oder Reklamationen sollten kein Thema sein. Was die Wartung und Pflege betrifft, können wir Wohnungsgenossenschaften ein Rundum-Paket mit Montage und Service anbieten.

BT: Wenn wir richtig informiert sind, dann wollen Sie die Marke Artweger einem Re-Branding unterziehen. Was ist geplant und warum braucht es das?

Stöllnberger-Geyer: Artweger ist eine extrem starke Traditionsmarke mit unglaublich viel technischem Wissen, Know-how und großartigen Mitarbeiter:innen. Das ist ein solides Fundament, dem wir mehr Sichtbarkeit geben wollen, auch bei jüngerem Publikum. Zudem möchten wir die technische Präzision, die ausgeprägte Haltung zum Design, mit klaren Linien, die einerseits die Optik prägen und andererseits auch die Reinigungsfreundlichkeit garantieren, verstärkt im Objektgeschäft positionieren. In unserem Markenrelaunch arbeiten wir diese Kernattribute auf, und das vom Printprodukt bis hin zu digitalen Medien und Social Media.

BT: Haben Sie schon eine Markenbotschafterin oder einen Markenbotschafter?

Stöllnberger-Geyer: Es gibt Ideen dazu. Es gibt Kontakte, aber es gibt noch kein Anouncement dazu.

BT: Welchen Zeithorizont haben Sie sich für den Relaunch gesetzt?

Stöllnberger-Geyer: Aufgrund unser begrenzten Ressourcen können nicht alle Punkte der Strategie sofort umgesetzt werden. Ein Relaunch muss sich entwickeln und von jedem Mitarbeiter, jeder Mitarbeiterin und auch vom Kundendienst mitgetragen werden. Wir haben diesen ganzen Prozess mit unseren Mitarbeiter:innen gemeinsam entwickelt.

Es war für mich besonders wichtig, hier als neue Geschäftsführerin einmal gut anzukommen und zu schauen, wie funktioniert das Unternehmen, wie ticken die Leute, wie ist die Kultur und die Marke, wo kommt sie her, wie kommunizierte man bisher. In Folge haben wir uns einen Profi geholt und uns das Thema im Führungskreis gemeinsam mit den Bereichsleitern angeschaut.

BT: Wird das Re-Branding schon auf der Energiesparmesse sichtbar?

Stöllnberger-Geyer: Ja, wir sind schon sehr, sehr weit. Wir sind zwar ein kleines Unternehmen, aber wir haben trotzdem versucht, so rasch wie möglich in die Umsetzung zu kommen. Die neuen Kataloge und Preislisten, auch von der Serie One, präsentieren sich schon im neuen Look.

BT: Sehen Sie Messen generell noch als das Instrument, um Ihre Zielgruppen zu erreichen?

Stöllnberger-Geyer: Messen sind zweischneidig. Stehen Kosten und Nutzen in Relation? Wir haben uns intern abgestimmt und dabei hat sich gezeigt, dass die Teilnahme an der Energiesparmesse für unsere Kolleg:innen wichtig ist und wir daran festhalten, auch wenn es Unternehmen gibt, die anderer Meinung sind.

BT: Wie steht es um Messen für Architekt:innen?

Stöllnberger-Geyer: Das sind Messen, die wir als sehr, sehr wichtig betrachten. Das war gleich eines meiner ersten Themen. Wenn wir im Objektbereich stärker Fuß fassen wollen, dann ist die Architekt@work, an der wir heuer teilgenommen haben, ein großes Thema. Wir freuen uns, wenn die nächste Messe in Wien stattfindet, ich bin sicher, dass sie dann wieder stärker frequentiert sein wird.

BT: Wie stehen Sie zum Holzbau, der auf dem Vormarsch ist? Inwieweit eignen sich die Produkte von Artweger, braucht es Anpassungen?

Stöllnberger-Geyer: Der Holzbau stellt hohe Anforderungen an die Abdichtung. Diese liegt in der Verantwortung der vorgelagerten Gewerke. Entscheidend für uns ist die Befestigung der Duschlösung an Wand und Boden. Gerade im Holzbau ist es aber wesentlich, die Dichtebene nicht zu verletzen. Deshalb setzen wir verstärkt auf unser patentiertes Hochleistungs Klebesystem für die Wandmontage. Das zertifizierte 2 Komponenten System ermöglicht eine sichere und dauerhafte Montage ohne Wartezeiten und kommt ohne Bohrungen aus. Damit bleibt die Abdichtungsebene unangetastet. Klebesysteme sind speziell in der Schweiz ein großes Thema.

BT: Warum? Kleben die Schweizer lieber?

Stöllnberger-Geyer: In der Schweiz hat sich die Norm geändert und es gibt strenge Vorgaben zum Bohren. Mit unserem Klebesystem Artfix bieten wir eine Lösung, die zunehmend gefragt ist.

BT: Ihre Joice Walk-in-Dusche lässt sich mit wenigen Handgriffen zu einer Badewanne umfunktionieren. Wie lange ist das wirklich dicht?

Stöllnberger-Geyer: Die Frage nach der Dichtheit stellt sich für uns nicht. Wir haben bereits mit unserer Duschbadewanne Twinline umfassende Erfahrung mit der Konstruktion dieser Schotte gesammelt. Sie basiert auf unserem langjährigen technischen Know-how und wurde mit höchster Präzision entwickelt. Und wenn eine Frage offen ist, „tüfteln“ wir bei Artweger so lange daran, bis wir eine saubere und verlässliche Lösung gefunden haben.

BT: Wächst der Markt für solche Produkte, die ja auch der Barrierefreiheit dienen?

Stöllnberger-Geyer: Leider nein, wir sind sehr enttäuscht, dass das Produkt stark rückläufig ist. Generell tendieren unsere Kund:innen eher dazu, eine Walk-in-Dusche als eine Duschbadewanne zu verkaufen. Das ist unlogisch, weil unsere Gesellschaft doch immer älter wird. Mit unserem Hebesitz bieten wir gerade älteren oder gebrechlichen Personen besonderen Komfort. Mit einer Duschbadewanne lässt sich auch ein mögliches Konfliktpotenzial zwischen Frauen und Männern vermeiden: Letztere wollen meist lieber duschen, erstere eher baden. Mit dem flexiblen Produkt könnte man beide Seiten bedienen.

BT: Mit Artwall bieten Sie ein Produkt, mit dem bestehende Fliesen überklebt werden können. Verkauft sich das?

Stöllnberger-Geyer: Ja, absolut, insbesondere in der Sanierung. Man braucht keinen Fliesenleger und es gibt einem Raum superschnell einen neuen Look.

BT: Sie haben das Thema Schulungen bereits kurz angesprochen. Bieten Sie laufend Schulungen für Installateur:innen und Planer:innen an?

Stöllnberger-Geyer: Dieses Angebot ist durch Corona leider sehr stark ins Hintertreffen geraten. Wir wollen wieder viel aktiver werden. Das gehen wir jetzt ganz, ganz konkret an.

BT: Arbeiten Sie in diesem Zusammenhang auch mit Berufsschulen zusammen oder HTLs?

Stöllnberger-Geyer: Ich denke ,bisher noch nicht, aber das ist natürlich auch ein sehr, sehr spannendes Thema.

BT: Wie steht es um den Frauenanteil bei Artweger? Sind in der Produktion auch Frauen beschäftigt?

Stöllnberger-Geyer: Wenige, aber in der Administration beschäftigen wir natürlich viele Frauen, ganz klar.

BT: Und im Außendienst?

Stöllnberger-Geyer: Ich hätte so gerne weibliche Außendienstmitarbeiterinnen, aber derzeit gibt es leider nur eine. Sie ist in der Schweiz für uns aktiv und ganz toll! Frauen wären nach meiner Einschätzung sehr vertriebsstark.

BT: Wo sehen Sie die Hürden? Warum tut sich Frau das nicht an?

Stöllnberger-Geyer: Das ist eine gute Frage. Frauen könnten alles, davon bin ich überzeugt, aber sie trauen sich einen Job im Vertrieb eines technikaffinen Unternehmens oft nicht zu. Frauen denken einfach viel zu viel drüber nach, hinterfragen sich und ihre Fähigkeiten, suchen Perfektion. Ich bin ein anderer Typ, darum wahrscheinlich auch dort, wo ich heute bin. Ich hatte immer schon einen gewissen Mut zur Lücke. Dazu kommt, dass mich mein Mann in meinen Entscheidungen immer bestärkt hat.

BT: Letzte Frage, Ihr Hobby ist das Reiten, bestreiten Sie auch Turniere?

Stöllnberger-Geyer: Nein, aber ich reite sehr konsequent einmal die Woche. Ich habe eine wunderschöne Trakehner-Stute. Im Reiten finde ich den nötigen Ausgleich, ich brauche es zum Relaxen, zum Abschalten.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 01. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 01. April 2026


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AutorBarbara Fürst
Tags
Markt
Unternehmen
Österreich
Dagmar Stöllnberger-Geyer
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