Strom senkt Gebäudeemissionen
Europas Immobilien verbrauchen mehr Energie, profitieren aber vom Wandel in der Stromerzeugung.
Der tatsächliche Energieverbrauch im europäischen Gebäudebestand ist in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Laut den Erhebungen des Deepki Index 2026 kletterte der durchschnittliche Endenergieverbrauch aller erfassten Immobilientypen von 156 kWh/m² im Jahr 2021 auf 165 kWh/m² im Jahr 2025. Dieser Zuwachs um 5 Prozent vollzog sich trotz regulatorischer Vorgaben wie der EU-Taxonomie, der SFDR und der CSRD. Parallel dazu gingen die CO₂-Emissionen seit 2021 um 7 Prozent zurück, wobei ein Rückgang von 16 Prozent allein auf die vergangenen beiden Jahre entfiel. Allerdings sank die durchschnittliche CO₂-Intensität in Europa zwischen 2023 und 2025 mit 12 Prozent fast dreimal so schnell wie der Energieverbrauch mit 4,5 Prozent.
Der rechnerische Fortschritt des Sektors bei der CO₂-Minderung beruht somit größtenteils auf einer Dekarbonisierung der Stromerzeugung und kaum auf energetischen Verbesserungen der Bausubstanz. Besonders deutlich zeigt sich diese Diskrepanz auf dem deutschen Markt. Mit 152,5 kWh/m² pro Jahr weist Deutschland nach Spanien zwar den zweitniedrigsten durchschnittlichen Energieverbrauch in Europa auf, verzeichnet jedoch mit 0,251 kg CO₂/kWh die höchste Emissionsintensität unter sechs untersuchten Märkten. Dieser Wert übertrifft das Niveau in Frankreich bei vergleichbarem Energiebedarf um mehr als das Dreifache, was primär am nationalen Strommix liegt.
Auch im transatlantischen Vergleich wirkt sich die Energieerzeugung stark aus. Während ein US-amerikanisches Büro durchschnittlich 26 Prozent mehr Energie benötigt als ein europäisches Pendant, verursacht es 94 Prozent mehr CO₂. Vincent Bryant, CEO und Mitgründer von Deepki, mahnt vor diesem Hintergrund eigene Initiativen der Immobilienwirtschaft an: „Dank der Verbesserungen im Stromnetz haben wir einen Vorsprung bei der Dekarbonisierung, doch diese allein werden uns nicht in eine nachhaltige Zukunft führen. Unsere Branche muss nun einen Gang höher schalten und die Hauptlast bei der tatsächlichen Energienutzung schultern. Wir können es uns nicht leisten, abzuwarten. Die Dekarbonisierung von Immobilien ist nicht nur eine Verpflichtung, sondern die ultimative Chance, verborgene Werte freizusetzen und Portfolios zukunftssicher zu machen.“
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