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Europäischer Wärmepumpen-Markt legt zu

Hohe Gaspreise und EU-Impulse treiben den Absatz von Wärmepumpen in Europa wieder deutlich an.

Der europäische Markt für Wohnraum-Wärmepumpen verzeichnet eine spürbare Belebung. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 stieg der Absatz in zwölf europäischen Ländern um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nach Erhebungen des europäischen Wärmepumpenverbands EHPA wurden rund 1.163.000 Geräte verkauft, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch 1.048.000 Einheiten abgesetzt worden waren.


Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung gilt die geopolitische Lage im Nahen Osten: Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran im Februar 2026 ließ die weltweiten Öl- und Gaspreise sprunghaft ansteigen. Flankiert wurde dieser Effekt durch Pläne der Europäischen Kommission, die EU-Mitgliedsstaaten zu einer Senkung der Stromsteuern zu bewegen, um die Abkehr von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen. Der Verband sieht darin eine Bestätigung seiner Haltung, wonach der Markterfolg maßgeblich von wettbewerbsfähigen Strompreisen abhängt.

Auch auf politischer Ebene genießt die Elektrifizierung höchste Priorität. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte in ihrer jüngsten Rede zur Lage der Union, dass Europas Zukunft elektrisch gestaltet werden müsse. Europa könne angesichts strukturell hoher Energiepreise auf Dauer nicht wettbewerbsfähig bleiben. Vor diesem Hintergrund rückt der Verband am europaweiten „Heat Pump Day“ am 21. Oktober die Bedeutung der Technologie für qualifizierte Arbeitsplätze, industrielle Stärke und Energiesicherheit in den Fokus.

Neben dem Heizen privater Haushalte gewinnen industrielle Großwärmepumpen an Bedeutung. Sie bieten erhebliche Potenziale für Prozesswärme und Fernwärmenetze, was unter anderem in einer Fachwebinarreihe gemeinsam mit Partnern wie Turboden sowie dem EU-Projekt GREENSPIRE für nachhaltige Wärmesymbiose vertieft wird.

Zugleich betont der Branchenverband die Schlüsselrolle flexibler Betriebsmodelle zur Entlastung der Stromnetze. Verbraucher sollen durch variable Tarife gezielt dann Strom beziehen, wenn erneuerbare Energien reichlich und günstig zur Verfügung stehen. Dies senke nicht nur die Heizkosten, sondern verringere auch den Bedarf an fossilen Backup-Kraftwerken und teurem Netzausbau. Eine gemeinsame Analyse von EHPA und smartEn zeigt die konkreten Effekte am Beispiel Deutschlands: Ein flexibler Betrieb der dort bereits installierten 2,2 Millionen Wärmepumpen könnte die Spitzenstrompreise um 13,5 Prozent senken.

Die Branche blickt zudem auf wichtige Branchentreffen des Jahres. Auf der Fachmesse Chillventa in Nürnberg präsentieren sich die Branchenvertreter dem Fachpublikum. Zudem veranstaltet der Verband am 1. Dezember in Brüssel das jährliche Heat Pump Forum, bei dem der neue EU-Kommissar für Energie und Wohnen, Dan Jørgensen, die Eröffnungsrede halten und die künftigen Leitlinien der europäischen Energiepolitik vorstellen wird.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 12. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 12. Oktober 2026


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AutorRedaktion
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EHPA
Entwicklung
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