Wärmepumpen für Industrie und Rechenzentren
Das AIT zeigt auf der Chillventa vernetzte Wärmepumpensysteme für die Praxis.
Die Dekarbonisierung des Gebäudesektors sowie industrieller Prozesse erfordert einen grundlegenden technologischen Paradigmenwechsel. Auf der Fachmesse Chillventa in Nürnberg präsentiert das AIT Austrian Institute of Technology praxisnahe Demonstratoren für zukunftsfähige Wärme- und Kältekonzepte. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die konsequente sektorübergreifende Kopplung thermischer Energieflüsse mit thermischen Speichern. Für Fachplaner und Ingenieure markiert dieser Ansatz die Abkehr von isolierten Einzellösungen hin zu systemisch optimierten Gesamtanlagen.
Rechenzentren als urbane Wärmequellen
Einen zentralen Schwerpunkt bildet die thermische Bewirtschaftung von Rechenzentren und deren Integration in bestehende Netzinfrastrukturen. IT-Infrastrukturen erzeugen kontinuierlich beträchtliche Wärmemengen, die bislang überwiegend ungenutzt an die Umgebung abgeführt werden. Das AIT demonstriert anhand eines Modells, wie Großwärmepumpen diese Abwärmeströme gezielt auf ein nutzbares Temperaturniveau anheben. Für Energieversorger und Quartiersentwickler eröffnet sich damit das Potenzial, bestehende Wärme- und Fernwärmenetze verlässlich zu speisen.
Gasthermenersatz im Gebäudebestand
Für Bauträger und Facility Manager bleibt die Dekarbonisierung bestehender Mehrfamilienhäuser und Quartiere eine der anspruchsvollsten Aufgaben. Das Institut adressiert den Ausstieg aus fossilen Gasthermen mit einem Demonstrator, der Wärmepumpentechnologie mit dem HyStore-Energiespeichersystem koppelt. Diese Verschaltung gewährleistet eine lastflexible Wärmeversorgung und federt Erzeugungsspitzen erneuerbarer Energien zuverlässig ab. Planer erhalten dadurch eine praxistaugliche Systemlösung, um Sanierungen im dicht verbauten Raum wirtschaftlich umzusetzen.
Hochtemperatur-Lösungen für die Industrie
Über den klassischen Hochbau hinaus fokussiert das AIT thermische Prozesse im produzierenden Sektor, beispielhaft demonstriert an industriellen Trocknungsanlagen. Durch den gezielten Einsatz von Wärmepumpen lassen sich interne Wärmeströme rezyklieren und fossile Energieträger bei der Bereitstellung von Prozesswärme substituieren. Die wissenschaftliche Begleitung reicht von numerischen Simulationen über Laborvalidierungen bis zur anwendungsnahen Inbetriebnahme unter realen Betriebsbedingungen. Für industrielle Anwender zeichnet sich damit ein belastbarer Pfad ab, um betriebliche Emissionen nachhaltig zu senken.
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