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Schnell am Dach

In Wien entsteht ein Dachausbau in Rekordzeit mit Stahlbau-Modulen aus Polen. In wenigen Wochen sind die Wohnungen beziehbar.

In der Wiener Glockengasse im 2. Bezirk steht ein mächtiger Mobilkran. Auf der Straße sind gut verpackt einige Dachausbaumodule gelagert, das schwerste wiegt 23 Tonnen, das größte misst eine Länge von 16 Metern. Diese Module wurden in der Nähe von Krakau von der polnisch-amerikanischen Firma Nuconic gefertigt. Dafür, dass die Module gerade in Wien montiert werden, hat der Geschäftsmann Shmuel Aharon Pollak gesorgt. Er hat in der Vergangenheit diverse Dachausbauten realisiert und dabei viel erlebt und sich auch viel geärgert. Er weiß, wie komplex der Ausbau von Dachböden sein kann und wie viele einzelne Gewerke daran beteiligt sind. Er kennt auch die Probleme und Verzögerungen, die Kosten erhöhen und die Bauzeit in die Länge ziehen.

All das möchte er nicht mehr erleben, weshalb Pollak im Vorjahr die Firma Nuvio GmbH gegründet hat. Mit dieser möchte er im Duett mit Nuconic den Dachausbau revolutionieren oder zumindest den Aufwand reduzieren. Konkret entstehen in der Glockengasse zwei Wohneinheiten, eine mit rund 80 m2 und die andere mit etwa 240 m2 Wohnfläche. Letztere ist mit der eingeplanten Ausstattung, mit Smart Home, elektrischen Fenstern und hochwertiger Sanitärausstattung der Kategorie Luxus zuzuordnen.

Stahl im Kern

Das Gerüst der Module besteht aus Stahl, was der Festigkeit und Steife der Bauelemente dient. Verplankt und gedämmt sind die Wohnungsteile mit gängigen Produkten der Firma Knauf. Alle Leitungen für Wasser, Heizung und Strom sind in den Bauteilen integriert, selbst die Öffnungen für die verlängerten Kamine sind vorgefertigt. Damit das Bauwerk am Ende den heimischen Baurichtlinien und Normen entspricht waren bei der Konzeption neben dem Architektenduo Erich-Emanuel Tschaikner und Natalie Neubauer vom Büro Kenh, ein Statiker, der Mischek-Bauphysiker Peter Allé und der Haustechnikplaner Martin Kratschmer mit an Bord.

Heizung mit Luftwärmepumpen
 
Die Haustechnikinstallation erledigt die Velda Gebäudetechnik GmbH. Beheizt und gekühlt werden die beiden Wohnungen künftig von zwei Vaillant-Luftwärmepumpen, mit einer Leistung von je 11 kW. Der Schall sei kein Problem, wie Kratschmer betont, es brauche nicht einmal eine Einhausung für die Maschinen auf dem Dach. Was den Trittschall und die Schallübertragung über die Wände betrifft sind Messungen im Nachgang geplant. Energetisch werde Niedrigenergie, wenn nicht Niederigstenergie-Standard erreicht, so der Bauphysiker.

Sehr lange sollte die Glockengasse nicht gesperrt bleiben, die Module kommen laufend an und werden auf die im Vorfeld errichtete Beton-Verbunddecke aufgesetzt. Das dauert ungefähr eine Woche, danach werden die Abschlussarbeiten im Inneren erledigt. In etwa drei Wochen sollten die Wohnungen zur schlüsselfertigen Übergabe bereitstehen.

Minus 20 Prozent
 
Vom Gewicht her liegt der Dachausbau in der Glockengasse etwa dort, wo man auch in konventioneller Bauweise liegt. Die Kosten beziffert Pollak mit etwa 20 Prozent unter jenen eines herkömmlichen Dachausbaus. Letztlich hänge der Preis von der Ausstattung ab, es beginnt bei rund 3.500 und reicht bis 6.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 02. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 02. Oktober 2026


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AutorRedaktion
Tags
Dachbodenausbau
Modulbauweise
Nuvio
Nuconic
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