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Potenzial für lokale Wiener Wärmenetze

Neue Studie zeigt, wie Anergienetze, Wärmepumpen und Quartierslösungen Wiens Wärmezukunft prägen.

Mit dem Wiener Wärmeplan 2040 verfolgt die Stadt das Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Neben Fernwärmegebieten rücken dabei insbesondere jene Areale in den Fokus, in denen dezentrale oder gemeinschaftliche Lösungen erforderlich sind. Die Studie der e-think energy research GmbH im Auftrag der Abteilung Energieplanung der Stadt Wien, untersucht gezielt die Potenziale sogenannter „Lokaler Wärme gemeinsam“-Zonen und bewertet unterschiedliche Wärmenetzkonzepte hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit.

Sechs Systemansätze im Zentrum

Drei Konzepte basieren auf Anergienetzen, also Niedertemperaturnetzen, die in Kombination mit dezentralen Wärmepumpen sowohl Heizen als auch Kühlen ermöglichen. Sie unterscheiden sich vor allem durch eingesetzte Wärmequellen, Warmwasserlösungen und Speicherstrategien. Die weiteren drei Konzepte setzen auf zentrale Wärmeerzeugung mit höheren Netztemperaturen und klassischen, isolierten Leitungen. Diese eignen sich insbesondere für Standorte mit konzentriert verfügbaren Wärmequellen wie industrieller Abwärme oder Geothermie.

Internationale Fallbeispiele zeigen, dass zentrale Systeme von etablierten Strukturen und hohen Anschlussdichten profitieren, während Anergienetze größere Anforderungen an Organisation und Nutzer:innenintegration stellen. Gleichzeitig bieten letztere Vorteile durch ihre Flexibilität und die Möglichkeit, Wärme und Kälte kombiniert bereitzustellen – ein Aspekt, der im urbanen Wohnbau zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Bis zu 3 TWh pro Jahr durch lokale Wärmenetze

Die Potenzialanalyse identifiziert rund 1.000 geeignete Gebiete außerhalb geplanter Fernwärmeausbauzonen. Der Großteil dieser Gebiete weist einen vergleichsweise geringen Wärmebedarf auf. Insgesamt könnten etwa 2 bis 3 TWh pro Jahr durch lokale Wärmenetze gedeckt werden. Einen wesentlichen Anteil daran haben Erdwärmesonden, während grundwasserbasierte Systeme nur regional begrenzt einsetzbar sind. Durch Kombination mit Kühlung, Solarthermie oder Photovoltaik lässt sich das Potenzial zusätzlich steigern.

Flächenbedarf bleibt Knackpunkt

Technisch zeigen sich Anergienetze trotz größerer Rohrdimensionen als gut integrierbar in bestehende Infrastrukturen. Auch innovative Ansätze, etwa alternative Wärmeträger oder hybride Systeme mit Fernwärme, eröffnen weitere Optimierungsmöglichkeiten. Der Flächenbedarf für zentrale Anlagen bleibt jedoch ein relevanter Faktor, insbesondere in dicht bebauten Stadtgebieten.

Die vollständige Studie gibt es hier zum Nachlesen.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 31. März 2026 - zuletzt bearbeitet am 02. April 2026


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AutorRedaktion
Tags
Stadt Wien
Wärmenetz
Fernwärme
Wärmeplan
Wärmepumpen
heizen
abwärme
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