Neues Stadtquartier in Mattersburg
Die BWSG plant 160 Wohnungen und setzt auf viel Grünraum und Geothermie.
Mit der Einreichung der Unterlagen für die Baukörper 1 bis 4 leitet die BWSG ein zentrales Stadtentwicklungsprojekt in Mattersburg ein. Auf dem Areal zwischen Michael-Koch-Straße und Hirtengasse entstehen in mehreren Etappen rund 160 frei finanzierte Mietwohnungen samt zweigeschossiger Tiefgarage sowie einer integrierten Polizeistation. Eine spätere Übertragung einzelner Einheiten in das Eigentum wird derzeit noch geprüft. Die Projektverantwortlichen rechnen nach der behördlichen Bauverhandlung mit einem Abschluss des Genehmigungsverfahrens bis Anfang 2027.
„Mit der Abgabe der Einreichunterlagen setzen wir den nächsten Schritt und sind überzeugt, dass das Vorhaben einen wichtigen Mehrwert für die Mattersburger Innenstadt darstellen wird“, betont die BWSG zum aktuellen Projektstatus. Der Bauträger peilt den Baubeginn für das Jahr 2027 an, sobald alle behördlichen Bewilligungen vorliegen. „Wir rechnen mit einer Bauverhandlung noch im Oktober und gehen von einer Genehmigung des Projekts bis Jahresanfang 2027 aus“, unterstreicht das Unternehmen den straffen Zeitplan.
Topografische Differenz und öffentliche Durchwegung
Städtebaulich fungiert das Vorhaben nicht als geschlossene Wohnanlage, sondern als durchlässiges Quartier mit drei neuen Wegeverbindungen zwischen den angrenzenden Straßenzügen. Für Fachplaner stellte insbesondere das Geländeniveau eine anspruchsvolle Aufgabe dar, da zwischen Hirtengasse und Michael-Koch-Straße ein Höhenunterschied von vier bis sechs Metern überwunden werden muss. Zwei der Trassen sind für den Radverkehr konzipiert, während eine Verbindung vollständig barrierefrei angelegt wird. Die autofreie Oberflächengestaltung wird durch die Bündelung des ruhenden Verkehrs in der über die Hirtengasse erschlossenen Tiefgarage gesichert.
Restriktive Bebauungsdichte und Höhenstaffelung
Der zugrunde liegende Teilbebauungsplan begrenzt die Überbauung auf maximal 50 Prozent der Grundfläche, wodurch die verbleibende Hälfte als qualitätsvoller Freiraum erhalten bleibt. Entlang der Hirtengasse orientieren sich die dreigeschossigen Baukörper mit zurückversetztem Staffelgeschoss maßstäblich an der umgebenden Struktur. Den städtebaulichen Auftakt bildet Baukörper 1 an der Michael-Koch-Straße mit fünf Vollgeschossen plus Staffelgeschoss, in dem neben Wohnungen auch die Polizeiinspektion realisiert wird. Sämtliche Einheiten erhalten private Freiflächen wie Loggien, Balkone oder Eigengärten im Erdgeschoss und werden durchgängig barrierefrei erschlossen.
Zukunftsfähige TGA und nachhaltige Energielösung
Im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung setzt die BWSG primär auf Geothermie zur Wärmeversorgung im Winter und Temperierung im Sommer. Ergänzend bleibt eine optionale Anbindung an das geplante Fernwärmenetz von Mattersburg als Systemalternative projektiert. Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen unterstützen die dezentrale Stromerzeugung, während extensive Dachbegrünungen das Mikroklima regulieren und den Regenwasserrückhalt optimieren. Diese Kombination adressiert zielgerichtet sommerliche Überhitzungseffekte und entlastet das kommunale Kanalnetz.
Schrittweise Realisierung und Ausblick
Während die Quartiersbezeichnung gemeinsam mit der Stadtgemeinde und Volksschulkindern über einen Wettbewerb ermittelt wird, bereitet der Bauträger bereits die nächsten Schritte vor. Noch nicht im aktuellen Einreichkonvolut enthalten sind die Baukörper 5 und 6, deren städtebauliche Parameter im Herbst mit der Kommune verhandelt werden. Für Planer und Bauträger unterstreicht das Projekt exemplarisch, wie innerstädtische Nachverdichtung mit hohem Freiflächenanteil und öffentlicher Nutzungsmischung effizient umgesetzt werden kann.
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