Mega-Rechenzentrum in Hohenems geplant
Die Rhomberg Gruppe initiiert im Rheintal ein unterirdisches 100-Megawatt-Rechenzentrum.
Die Rhomberg Gruppe plant gemeinsam mit der Stadt Hohenems die Errichtung eines Rechenzentrums für Künstliche Intelligenz mit einer Gesamtkapazität von bis zu 100 Megawatt. Auf dem Areal des Ressourcen Centers in Hohenems-Unterklien soll eine hochverfügbare Infrastruktur für Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und die klassische Industrie entstehen. Das Vorhaben startet mit einer Anschlussleistung von 50 Megawatt und soll sukzessive ausgebaut werden. Das Land Vorarlberg unterstützt das Vorhaben im Sinne der regionalen Standortentwicklung.
Unterirdische Errichtung im Steinbruch
Das Baukonzept sieht vor, auf einer Bruttogrundfläche von bis zu 25.500 Quadratmetern ein technisch skalierbares Datencenter zu realisieren. Als bauliche Lösung wird eine unterirdische Einbettung in das bestehende Steinbruchgelände favorisiert. Da dieses Areal in den kommenden Jahren renaturiert wird, erfolgt die Errichtung ohne zusätzliche Oberflächenversiegelung bei gleichzeitig hohem baulichem Schutz. Die bauliche Umsetzung deckt die Unternehmensgruppe über ihre eigenen Einheiten wie Rhomberg Bau und Goldbeck Rhomberg ab.
„Damit katapultieren wir Vorarlberg in eine Vorreiterrolle in der Bereitstellung von Rechen- und Cloudleistungen für digitale Anwendungen“, erklärt Initiator Hubert Rhomberg. Ziel sei es, die digitale Resilienz und Souveränität nachhaltig abzusichern. „Wir wollen kritische Daten und Rechenkapazitäten in der Region und in Europa halten, Abhängigkeiten von ausländischen Einflüssen reduzieren und die Kontrolle über unsere digitale Wertschöpfung stärken“, betont Rhomberg.
Infrastruktur und regionale Energieversorgung
Für den operativen Betrieb wurden bereits Vereinbarungen mit den Energieversorgern vorarlberg netz und illwerke vkw getroffen. Die Stromversorgung wird redundant über regional erzeugte Wasserkraft abgewickelt, während eine leistungsfähige Glasfasertrasse die Anbindung sichert. Die im laufenden Betrieb entstehende Rechenabwärme soll vollständig in das kommunale Nahwärmenetz eingespeist werden.
„Als Anbieter leistungsstarker Infrastruktur können wir die benötigte Netzanbindung bereitstellen“, erläutert Thomas Hilbe, Geschäftsführer der Vorarlberger Energienetze GmbH. Die geplante Anschlussleistung von 50 Megawatt entspricht rund zehn Prozent der regionalen Höchstlast und erfordert den Bau eines separaten Umspannwerks. Hohenems’ Bürgermeister Dieter Egger unterstreicht die kommunale Relevanz: „Mit der geplanten Renaturierung und der Nutzung der Abwärme bietet das Vorhaben auch einen Mehrwert für die Umwelt und ist ein Meilenstein für die Region.“
Strategischer Mehrwert für den Wirtschaftsstandort
Durch die zentrale Lage im Rheintal fungiert der geplante KI-Campus als Schnittstelle für Betriebe aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz. Fachplaner und künftige Betreiber profitieren von planungsrechtlicher Flexibilität sowie wettbewerbsfähigen Netzentgelten. Erste Interessensbekundungen internationaler Technologiepartner liegen den Projektverantwortlichen bereits vor.
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