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286 Module
Zero als Prototyp
Das Bürohaus Zero in Stuttgart wurde in Modulbauweise errichtet. Bei der Gebäudetechnik wurde gespart.
Wir wollten ein Low-Tech-Gebäude und haben es nun auch“, sagt Hannes Riehle vom Stuttgarter Architekturbüro Riehle Koeth. Er und sein Büro-Partner Maximilian Köth haben für den Projektentwickler EEW GmbH in der Stuttgarter Sigmaringer Straße 111 das Ende 2025 fertiggestellte Bürohaus Zero geplant und sind hier mit rund 80 Mitarbeiter:innen auch Mieter. Das Bürohaus mit einer Bruttogeschoßfläche von rund 14.000 m² sollte die „Grenzen des herkömmlichen Bauens überwinden und Vorbild für zukunftsfähige Projektierungen sein“, so die Idee für das Gebäude. Gebaut wurde in Holzmodulbauweise, konkret kamen 286 im Werk vorgefertigte Raummodule zum Einsatz, massiv gebaut sind lediglich das Stiegenhaus samt Installationsschächten und die Tiefgarage. Als Holz-GU fungierte Kaufmann & Partner, gebaut wurden die Module aber in Deutschland, um die Transportwege kurz zu halten. Die für den Bau benötigten 1.700 m³ Brettschichtholz lieferte die Hasslacher Gruppe.
Als Workbase für regional ansässige Unternehmen erstreckt sich das Haus über vier Vollgeschoße sowie ein Staffel- und ein Tiefgaragengeschoß. Das Erdgeschoß öffnet sich den Außenbereichen und ist für eine gemeinschaftliche Nutzung der Lobby, Konferenzzone, des Sportbereichs und des Restaurants mit Workcafé vorgesehen. In den Obergeschoßen legen sich pro Etage je zwei trennbare Büroflächen („Loops”) um die Innenhöfe. Erschlossen werden diese von der zentralen „Versorgungsachse”, an welche die Technikräume und Sanitärbereiche angegliedert sind. Neben zwei großzügigen, grünen Dachterrassen sind die Dächer als Solargründächer zur Stromerzeugung, teilweise als Retentionsdächer zur Regenwasserrückhaltung ausgeführt.
Smart-Tech-Ansatz
Mit seinem „Smart-Tech“-Ansatz, setzt das Zero auf eine Gebäudetechnik für einen besonders effizienten Gebäudebetrieb. Ein Eisspeicher mit über 400 m³ Volumen dient als Grundlage zur Wärme- und Kälteerzeugung mittels Wärmepumpentechnologie. Dieser Latentwärmespeicher nutzt die Energie des Phasenwechsels von Wasser zu Eis. Dem Wasser wird Wärme entzogen bis am Ende der Heizperiode nahezu der gesamte Eisspeicher vereist ist. Das Eis kann dann im Sommer zur freien Kühlung eingesetzt werden. Neben dem Eisspeicher wurde eine passives Alternativkonzept zu einer mechanischen Lüftung der Büroflächen realisiert. Über Fassadenlüftungselemente mit nachgeschalteter Vorheizung und -kühlung wird die Zuluft der Büroflächen vorkonditioniert. Mithilfe von Abluftkaminen und den Lüftungselementen in der Fassade, können die Bürogeschoße überwiegend natürlich gelüftet werden. Um den Sommerbetrieb mit kühl betriebenem Heizkörper zu prüfen sowie Leistungen zu ermitteln, werden Messungen an einem Mockup durchgeführt.
Die Luftabgabe-„Geräte“ dazu sind in den Büros installiert. Sie bestehen, so wie der Bau selbst, aus Holz, sehen ein wenig aus wie Aufbewahrungstruhen und brauchen etwas Aufmerksamkeit der Nutzer:innen. Die Umstellung zwischen Sommer- und Winterbetrieb erfolgt nämlich mit wenigen Handgriffen händisch. Die einströmende Luft wird nicht be- oder entfeuchtet. Die verbrauchte Raumluft wird über an der Außenfassade hochführende Kamine (Abluft-/Solarkamine) passiv abtransportiert. Der thermische Auftrieb in diesen Kaminen unterstützt den natürlichen Luftstrom. Zur Steigerung der Energieeffizienz und des Komforts ist eine Wärmerückgewinnung in das Abluftsystem integriert.
Eine Heizung im klassischen Sinn über den Fußboden gibt es im Zero nur im Erdgeschoß, wo sich Fitness-Bereich, die Küche und Gemeinschaftsräume befinden. Die Heizleistung der Wärmepumpe wird mit 280 kW beziffert, die Photovoltaikmodule auf Dach und Fassade verfügen über eine Leistung von 164 kWp. Insgesamt werden im Bürohaus hochinstallierte Bereiche zentralisiert und gemeinsam genutzt. „Uns ist der Campusgedanke und das Gemeinschaftliche sehr wichtig“, erklärt Riehl dazu. Insgesamt werden rund 15% der Flächen gemeinschaftlich genutzt, womit Flächen, Ressourcen und Betriebskosten eingespart werden. Eine Simulation ergab jährliche Betriebskosten in der Höhe von 35.000 Euro.
Was die Errichtungskosten betrifft, sieht sich Riehl auf der sicheren Seite. Im Rohbau sei das Zero nicht teurer als ein konventionelles Bürohaus, erklärt er. Es sei aber zu berücksichtigen, dass es sich um einen Prototypen, mit hohem Planungsaufwand, handelt. Bei möglichen Nachfolgeprojekten sollte das erworbene Know-how dienlich sein, so der Architekt. Und was die Nutzerqualität betrifft, gibt er sich pragmatisch. „Es gibt Ausnahmetage, an denen man konventionelle Technik vermisst, die rechtfertigen aber nicht die vielen dafür notwendigen Installationen“.
Als Workbase für regional ansässige Unternehmen erstreckt sich das Haus über vier Vollgeschoße sowie ein Staffel- und ein Tiefgaragengeschoß. Das Erdgeschoß öffnet sich den Außenbereichen und ist für eine gemeinschaftliche Nutzung der Lobby, Konferenzzone, des Sportbereichs und des Restaurants mit Workcafé vorgesehen. In den Obergeschoßen legen sich pro Etage je zwei trennbare Büroflächen („Loops”) um die Innenhöfe. Erschlossen werden diese von der zentralen „Versorgungsachse”, an welche die Technikräume und Sanitärbereiche angegliedert sind. Neben zwei großzügigen, grünen Dachterrassen sind die Dächer als Solargründächer zur Stromerzeugung, teilweise als Retentionsdächer zur Regenwasserrückhaltung ausgeführt.
Smart-Tech-Ansatz
Mit seinem „Smart-Tech“-Ansatz, setzt das Zero auf eine Gebäudetechnik für einen besonders effizienten Gebäudebetrieb. Ein Eisspeicher mit über 400 m³ Volumen dient als Grundlage zur Wärme- und Kälteerzeugung mittels Wärmepumpentechnologie. Dieser Latentwärmespeicher nutzt die Energie des Phasenwechsels von Wasser zu Eis. Dem Wasser wird Wärme entzogen bis am Ende der Heizperiode nahezu der gesamte Eisspeicher vereist ist. Das Eis kann dann im Sommer zur freien Kühlung eingesetzt werden. Neben dem Eisspeicher wurde eine passives Alternativkonzept zu einer mechanischen Lüftung der Büroflächen realisiert. Über Fassadenlüftungselemente mit nachgeschalteter Vorheizung und -kühlung wird die Zuluft der Büroflächen vorkonditioniert. Mithilfe von Abluftkaminen und den Lüftungselementen in der Fassade, können die Bürogeschoße überwiegend natürlich gelüftet werden. Um den Sommerbetrieb mit kühl betriebenem Heizkörper zu prüfen sowie Leistungen zu ermitteln, werden Messungen an einem Mockup durchgeführt.
Die Luftabgabe-„Geräte“ dazu sind in den Büros installiert. Sie bestehen, so wie der Bau selbst, aus Holz, sehen ein wenig aus wie Aufbewahrungstruhen und brauchen etwas Aufmerksamkeit der Nutzer:innen. Die Umstellung zwischen Sommer- und Winterbetrieb erfolgt nämlich mit wenigen Handgriffen händisch. Die einströmende Luft wird nicht be- oder entfeuchtet. Die verbrauchte Raumluft wird über an der Außenfassade hochführende Kamine (Abluft-/Solarkamine) passiv abtransportiert. Der thermische Auftrieb in diesen Kaminen unterstützt den natürlichen Luftstrom. Zur Steigerung der Energieeffizienz und des Komforts ist eine Wärmerückgewinnung in das Abluftsystem integriert.
Eine Heizung im klassischen Sinn über den Fußboden gibt es im Zero nur im Erdgeschoß, wo sich Fitness-Bereich, die Küche und Gemeinschaftsräume befinden. Die Heizleistung der Wärmepumpe wird mit 280 kW beziffert, die Photovoltaikmodule auf Dach und Fassade verfügen über eine Leistung von 164 kWp. Insgesamt werden im Bürohaus hochinstallierte Bereiche zentralisiert und gemeinsam genutzt. „Uns ist der Campusgedanke und das Gemeinschaftliche sehr wichtig“, erklärt Riehl dazu. Insgesamt werden rund 15% der Flächen gemeinschaftlich genutzt, womit Flächen, Ressourcen und Betriebskosten eingespart werden. Eine Simulation ergab jährliche Betriebskosten in der Höhe von 35.000 Euro.
Was die Errichtungskosten betrifft, sieht sich Riehl auf der sicheren Seite. Im Rohbau sei das Zero nicht teurer als ein konventionelles Bürohaus, erklärt er. Es sei aber zu berücksichtigen, dass es sich um einen Prototypen, mit hohem Planungsaufwand, handelt. Bei möglichen Nachfolgeprojekten sollte das erworbene Know-how dienlich sein, so der Architekt. Und was die Nutzerqualität betrifft, gibt er sich pragmatisch. „Es gibt Ausnahmetage, an denen man konventionelle Technik vermisst, die rechtfertigen aber nicht die vielen dafür notwendigen Installationen“.
FA
AutorFranz Artner
Tags
Eisspeicher
Bau
Betriebskosten
Zero
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