Impact Days für Bauwende
Im November lädt Renowave nach Dornbirn zur Debatte über zirkuläres Bauen und serielle Sanierung.
Am 18. und 19. November 2026 versammeln sich Fachleute aus Architektur, Ingenieurwesen, Bauträgerschaft und Verwaltung in Dornbirn. Nach Stationen in Graz, Hallein und St. Pölten gastiert Österreichs führendes Fachforum für nachhaltige Gebäudesanierung erstmals in Vorarlberg. Unter dem Leitmotiv „Voneinander lernen – über Regionen hinweg“ widmet sich die Fachtagung konkreten Lösungen für die bauliche Transformation des Gebäudebestands. Gemeinsam mit dem Energieinstitut Vorarlberg sowie dem Vorarlberger Architektur Institut schlägt die Veranstaltung eine Brücke zwischen angewandter Forschung und baulicher Praxis.
Zirkuläre Konzepte für den Gebäudebestand
Für Planer und Kommunen liefert das Programm praxisnahe Strategien zur Hebung grauer Energie. Den Auftakt gestaltet Dornbirns Bürgermeister Markus Fäßler, gefolgt von Fachbeiträgen zur zirkulären Stadtentwicklung unter dem Titel „Altes Gemäuer, neue Identität“ von Erich Wutscher. Wie industrielle Bausubstanz wirtschaftlich und funktional revitalisiert werden kann, demonstrieren Barbara Calas-Reiberger und David Calas von studiocalas am Beispiel einer Textilfabrik. Bettina Steindl vom CampusVäre veranschaulicht zudem, wie historische Gewerbeflächen als offene Standorte für zeitgemäße Arbeitswelten nachgenutzt werden.
Fünf Exkursionen von Lehmbau bis Vorfertigung
Einen operativen Schwerpunkt bilden fünf Fachexkursionen in Vorarlberg und dem angrenzenden Allgäu, die innovative Transformationsprozesse am Bauwerk greifbar machen. Neben dem CampusVäre-Areal steht der kreislauffähige Lehmbau bei Pionier Martin Rauch und Lehm Ton Erde auf der Agenda. Das OeAD-Studierendenwohnheim monu zeigt die Verbindung von denkmalgeschütztem Bestand mit seriellem Holzmodulbau, während eine Werksbesichtigung bei Zumtobel Einblicke in industrielle Zirkulärprozesse gibt. Im bayerischen Lindenberg analysieren die Teilnehmenden bei renowate.earth die serielle Sanierung inklusive Livemontage vorgefertigter Fassadenelemente im Baustellenbetrieb.
„Unsere Exkursionen zeigen direkt vor Ort, wie Sanierung und Transformation heute bereits umgesetzt werden und welche Erfahrungen sich daraus für andere Projekte mitnehmen lassen“, betont DI Ulla Unzeitig, Vorstand und Leitung Kommunikation von Renowave.
Fachdialog zwischen serieller Sanierung und Wärmewende
Das Plenum vertieft technologische Schlüsselthemen wie die Wärmewende im Bestand, Flächenrecycling, Nachverdichtung sowie den Einsatz digitaler Planungswerkzeuge. Ein wesentlicher Baustein ist die Integration des Fachformats economicum des Energieinstituts Vorarlberg, das sich an Energieeffizienzexperten richtet. Begleitende Workshops, eine Leistungsschau zur seriellen Sanierung sowie Diskussionsrunden zu gemeinschaftlichen Wohnformen komplettieren die Veranstaltung. „Uns geht es darum, Erfahrungen und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Regionen auszutauschen, erfolgreiche Beispiele sichtbar zu machen und voneinander zu lernen“, erklärt Unzeitig im Hinblick auf den Fachaustausch im Vierländereck.
„So sollen Impulse entstehen, die auch auf andere Regionen und Projekte übertragbar sind und die Umsetzung in der Praxis voranbringen“, resümiert die Vorständin. Für Entscheidungsträger der Bauwirtschaft setzt das Forum damit einen richtungsweisenden Standard für die zirkuläre Dekarbonisierung des europäischen Gebäudebestands.
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