Wiener "Raus aus Gas" gewinnt EU-Energiepreis
Das Wiener Erfolgsprojekt zeigt auf europäischer Ebene vor, wie die urbane Wärmewende gelingen kann.
Die Europäische Kommission hat die Initiative „100 Projekte Raus aus Gas“ der Wiener Abteilung Energieplanung mit dem ersten Platz in der Kategorie „Local Energy Action“ ausgezeichnet. Die Verleihung der European Sustainable Energy Awards 2026 erfolgte im Rahmen der European Sustainable Energy Week in Brüssel. Das Projekt demonstriert anhand konkreter urbaner Bestandsbauten, wie die technische und organisatorische Transformation von einer fossilen hin zu einer regenerativen Wärme- und Kälteversorgung im großvolumigen Wohnbau gelingt.
Das strategische Ziel besteht darin, durch die wissenschaftliche Begleitung der Pilotprojekte replizierbare Standardlösungen für den urbanen Raum zu entwickeln. Bauträger und Facility Manager profitieren direkt von den fundierten Auswertungen, welche thermischen und apparativen Konzepte in spezifischen Gebäudetypen die höchste Effizienz aufweisen. Durch diese datenbasierte Strukturierung wird die Vorbereitungsphase künftiger Sanierungsvorhaben erheblich verkürzt und das Investitionsrisiko für die Akteure minimiert.
Die operationelle Abwicklung des Programms erfolgt in enger Kooperation mit externen Fachexperten, um den Wissenstransfer in die Industrie zu sichern. Jutta Löffler, Geschäftsführerin der Klima- und Innovationsagentur Wien, unterstreicht den praxisnahen Ansatz: „Der Erfolg der Initiative liegt darin, dass sie nicht bei theoretischen Konzepten stehen bleibt, sondern echte Projekte begleitet, Erfahrungen sammelt und dieses Wissen für weitere Umsetzungen nutzbar macht. Gerade im mehrgeschoßigen Bestandswohnbau braucht es Orientierung, Austausch und praxistaugliche Lösungen.“
Für Branchenentscheidungsträger signalisiert der europäische Award, dass die in Wien erprobten Lösungsansätze als internationaler Benchmark für die urbane Wärmewende gewertet werden können. Der systematische Aufbau dieses Wissenspools bietet Fachplanern und Partner:innen verlässliche Orientierungshilfen bei der Auslegung von Wärmepumpenkaskaden, geothermischen Quellen und hybriden Versorgungssystemen. Bis zum angestrebten Ziel der vollständigen Klimaneutralität im Jahr 2040 wird diese Datenbank als entscheidendes Werkzeug dienen, um serielle Sanierungskonzepte im Ballungsraum zu etablieren.
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