Wärmepumpen pushen Spitzenstrompreis
Die Logik des Marktes wirkt: Je mehr Wärmepumpen im Einsatz sind, desto höher wird der Strompreis in der kalten dunklen Jahreszeit.
Welche Auswirkungen hat der vermehrte Einsatz von Wärmepumpen auf den Strompreis in Deutschland? Dieser Frage ist das Analysehaus Aurora Energy Research in einer neuen Studie nachgegangen, in der zwei Szenarien betrachtet werden: Ein "Medium-Scenario", in dem bis 2035 zweieinhalb Millionen Wärmepumpen installiert werden, die rund elf Prozent der Wärmenachfrage in Gebäuden decken, und ein "High-Scenario" in dem 2035 fünf Millionen Wärmepumpen rund 20 Prozent des Bedarfs decken.
Zentrales Ergebnis: Ein starker Ausbau der Wärmepumpenversorgung hätte auf den Basisstrompreis relativ geringe Auswirkungen, im "Medium-Scenario" steigt der durchschnittliche Börsenstrompreis bis 2035 um 1 EUR/MWh, im "High-Scenario" um 5 EUR/MWh.
Teuerung bei Spitzenstrom
Der größte Effekt ist bei den Spitzenstrompreisen zu erwarten: Sie würden vor allem in kalten Stunden mit geringer Erneuerbaren-Erzeugung stark ansteigen, und so zeitweise Knappheit signalisieren. "In einigen Stunden müssten dann Reservekraftwerke aktiviert werden", sagt Casimir Lorenz, Autor der Studie bei Aurora Energy Research. "Um in diesen Zeiträumen nicht Strom importieren zu müssen, bräuchte es entsprechende Spitzenlastkapazitäten. Allerdings zeigen unsere Berechnungen, dass der Anstieg der Spitzenstrompreise in einem normalen Wetterjahr dennoch nicht ausreicht, dass sich zusätzliche Investitionen in Gaskraftwerke lohnen“, so die Studie.
Bisher sind im Nachbarland rund 800.000 Wärmepumpen im Einsatz. "Um mehr Wärmepumpen in den Gebäudebestand zu bringen, müssten zunächst einmal die jetzigen Renovierungs- und Neubauraten deutlich ansteigen und Wärmepumpen bei Renovierungen wirtschaftlich attraktiver gemacht werden", so Lorenz.
Eine Kurzversion der Studie finden Sie hier: https://www.auroraer.com/insight/?fwp_insight_type=type-commentary
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