Solar wird rar
Die WKO hat zum Jahreswechsel ihren Masterplan Energie vorgelegt. Austria Solar ortet eine große Lücke im Wärmebereich. Solarenergie für Raumwärme und Prozesswärme werde komplett ausgespart.
Die Wirtschaftskammer Österreich hat zum Jahreswechsel ihren lange erwarteten Energiemasterplan veröffentlicht, der den Weg Österreichs bei Energiewende und Klimaschutz bis 2040 aufzeigen soll. Der 70-seitige Plan fällt aus der Sicht von Austria Solar enttäuschend aus. Die Maßnahmen seien in allen Bereichen ganz auf Elektrifizierung ausgerichtet und würden stark auf Wasserstoff sowie CO2-Abscheidung und Speicherung (CCUS) abzielen. Zum Thema Gasausstieg hält sich die Wirtschaftskammer zurück. „Absurderweise fordert sie die Beibehaltung der Abhängigkeit von ausländischen Gaslieferungen, vor allem der russischen“, kritisiert Roger Hackstock, Geschäftsführer des Branchenverbandes Austria Solar.
Solarwärme ausgespart
Der größte Energiebedarf unseres Landes liegt bei Wärme, zu dem Sektor finden sich nur wenig Hinweise im Masterplan, so Hackstock. Vor allem für Betriebe ist keine Strategie zum Umstieg erkennbar, was irritierend sei, da viele Betriebe in den letzten drei Jahren intensiv auf der Suche nach Alternativen zu Öl und Gas bei Prozesswärme waren, wie die stets gut gebuchten Informationsveranstaltungen für die Industrie zeigten.
Komplett vergessen werde im Plan auf den heimischen Energieträger Sonne bei Raumwärme und Prozesswärme. „Diese heimische Energietechnologie im Masterplan komplett auszusparen ist angesichts von mehr als 340.000 in Betrieb befindlichen Solarwärmeanlagen in Österreich mehr als verwunderlich“, so Hackstock. Sein Resümee: "Das ist mehr ein Bachelorplan als ein Masterplan. Wir haben in Österreich die besten Solarwärmeunternehmen der Welt, ihnen sollte die Unterstützung der Wirtschaftskammer gelten“. Unternehmen können einen Teil ihrer Wärmeversorgung binnen weniger Wochen auf Solarwärme umstellen, wie dutzende Beispiele über alle Branchen zeigen würden. Dabei bleiben 75 Prozent der Wertschöpfung im Land. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollte man vor allem auf heimische Betriebe setzen, um das Wachstum anzukurbeln, fordert der Lobbyist.
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