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Selbstgestrickt
Barbara Calas-Reiberger und ihr Ehemann David Calas
Die ehemalige Textilfabrik in Hirschbach im nördlichen Waldviertel soll in einem gemeinschaftlichen Entwicklungs-Prozess in einen Ort für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen transformiert werden.
Seit fünf Jahren gehört die ehemalige Textilfabrik in Hirschbach, die ursprünglich eine Strickwarenfabrik für Handschuhe und Strümpfe war und aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt, dem Architekten-Ehepaar Barbara Calas-Reiberger und David Calas. Die beiden haben es vor dem Verfall bewahrt, gesichert und für Zwischennutzungen geöffnet. So wurde beispielweise im Maschinenraum wieder gearbeitet, getanzt und ausgestellt, auch Workshops fanden statt. Barbara Calas-Reiberger sieht die Textilfabrik nämlich nicht nur als Projekt, sondern auch als ihr zukünftiges Zuhause. Wofür aktuell 1.077 m² Innenraum-Flächen sowie Stall, Scheune und 611 m² große Innenhöfe zur Verfügung stehen.
Den Anstoß für das Projekt habe die Tatsache gegeben, dass sie aus dem Nachbardorf komme, sagt die Architektin. „Überall stirbt das Ortszentrum aus und neue Häuser entstehen auf der grünen Wiese. Es muss aber nicht immer das alleinstehende Einfamilienhaus sein“.
Das vor dem 1. Weltkrieg aufgestockte Gebäude, das in der Anfangsphase als Genossenschaftsgebäude für Heimweber:innen genutzt wurde und Stabilität in der damals weit verbreiteten Heimweberei des Waldviertels schaffen sollte, hatte vor genau 60 Jahren wegen der Wirtschaftskrise und der industriellen Konkurrenz schließen müssen und sieht nun neuen Bestimmungen entgegen. Es hatte Arbeiten, Wohnen und Selbstversorgung in einem hybriden Konzept verbunden, das seiner Zeit voraus gewesen ist.
Hirschbach liegt im Bezirk Gmünd und ist unter anderem mit der Franz-Josefs-Bahn erreichbar, die von Gmünd nach Hirschbach zehn Minuten braucht, während es von Wien zwei Stunden sind. Nach Prag dauert die Reise gut drei Stunden.
Programm Textil-RE-acts
„Ende August ist die SFG-Förderung für Textil-RE-acts ausgelaufen und nun suchen wir um eine Folge-Förderung an. Vorher darf man nicht starten“, erklärt Calas-Reiberger im Gespräch mit Building Times. „Eine Kostenschätzung ist da, eine Grobplanung auch, die Vorentwurfsplanung ebenfalls und eine einreichfähige Planung ist abgeschlossen. Die Zwischennutzungen laufen weiter und jetzt wird eine Baugruppe der zukünftigen Bewohner:innen gesucht, wobei an fünf Wohnungen gedacht ist“.
Im Erdgeschoß sind zwei barrierefrei anpassbare Wohnungen geplant, eine Atelierwohnung mit Kappendecke und die ehemalige Scheune mit Wohnflair, im Obergeschoß je einmal „Wohnen mit Aussicht“, „Wohnen mit Lesenische“ und „Wohnen zur Teichgasse“.
Der Zwischentrakt werde als Kultur-Trakt für Veranstaltungen und Co-Working genutzt, erläutert die Architektin. „Wir wollen die Ressourcen gemeinsam nutzen, das heißt, eine gemeinsame Werkstätte, den Innenhof, den Garten, die Beete, usw.“
Nahwärme, PV, Tiefenbohrungen?
Während bisher mit klassischen Öfen geheizt wurde, steht die künftige Energieversorgung noch nicht ganz fest: Möglich ist die Nutzung von Nahwärme einer benachbarten Tischlerei, Photovoltaik auf dem Dach sowie die Einbindung in eine lokale Energiegemeinschaft. Möglich wären auch – dies wird derzeit evaluiert – eine Hackschnitzel-Heizung und Tiefenbohrungen für Wärmepumpen.
Wenn es nach dem Immobilienmarkt geht, dann sieht die „Textilfabrik“ einer einigermaßen guten Zukunft entgegen: Der Immobilienmarkt im Waldviertel zeige sich insgesamt wieder freundlicher, hat Raiffeisen Immobilien Wien/NÖ/Burgenland jüngst erst festgestellt. „Allerdings trifft eine aktuell wieder steigende Nachfrage auf stagnierendes Angebot, insbesondere bei neuen Immobilien. Für ein Einfamilien-Haus, nach wie vor die gefragteste Immobilienart im Waldviertel, musste man 2025 rund 2.300 Euro pro Quadratmeter bezahlen, was einem deutlichen Plus von 27 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht“, heißt es in dem Bericht.
Den Anstoß für das Projekt habe die Tatsache gegeben, dass sie aus dem Nachbardorf komme, sagt die Architektin. „Überall stirbt das Ortszentrum aus und neue Häuser entstehen auf der grünen Wiese. Es muss aber nicht immer das alleinstehende Einfamilienhaus sein“.
Das vor dem 1. Weltkrieg aufgestockte Gebäude, das in der Anfangsphase als Genossenschaftsgebäude für Heimweber:innen genutzt wurde und Stabilität in der damals weit verbreiteten Heimweberei des Waldviertels schaffen sollte, hatte vor genau 60 Jahren wegen der Wirtschaftskrise und der industriellen Konkurrenz schließen müssen und sieht nun neuen Bestimmungen entgegen. Es hatte Arbeiten, Wohnen und Selbstversorgung in einem hybriden Konzept verbunden, das seiner Zeit voraus gewesen ist.
Hirschbach liegt im Bezirk Gmünd und ist unter anderem mit der Franz-Josefs-Bahn erreichbar, die von Gmünd nach Hirschbach zehn Minuten braucht, während es von Wien zwei Stunden sind. Nach Prag dauert die Reise gut drei Stunden.
Programm Textil-RE-acts
„Ende August ist die SFG-Förderung für Textil-RE-acts ausgelaufen und nun suchen wir um eine Folge-Förderung an. Vorher darf man nicht starten“, erklärt Calas-Reiberger im Gespräch mit Building Times. „Eine Kostenschätzung ist da, eine Grobplanung auch, die Vorentwurfsplanung ebenfalls und eine einreichfähige Planung ist abgeschlossen. Die Zwischennutzungen laufen weiter und jetzt wird eine Baugruppe der zukünftigen Bewohner:innen gesucht, wobei an fünf Wohnungen gedacht ist“.
Im Erdgeschoß sind zwei barrierefrei anpassbare Wohnungen geplant, eine Atelierwohnung mit Kappendecke und die ehemalige Scheune mit Wohnflair, im Obergeschoß je einmal „Wohnen mit Aussicht“, „Wohnen mit Lesenische“ und „Wohnen zur Teichgasse“.
Der Zwischentrakt werde als Kultur-Trakt für Veranstaltungen und Co-Working genutzt, erläutert die Architektin. „Wir wollen die Ressourcen gemeinsam nutzen, das heißt, eine gemeinsame Werkstätte, den Innenhof, den Garten, die Beete, usw.“
Nahwärme, PV, Tiefenbohrungen?
Während bisher mit klassischen Öfen geheizt wurde, steht die künftige Energieversorgung noch nicht ganz fest: Möglich ist die Nutzung von Nahwärme einer benachbarten Tischlerei, Photovoltaik auf dem Dach sowie die Einbindung in eine lokale Energiegemeinschaft. Möglich wären auch – dies wird derzeit evaluiert – eine Hackschnitzel-Heizung und Tiefenbohrungen für Wärmepumpen.
Wenn es nach dem Immobilienmarkt geht, dann sieht die „Textilfabrik“ einer einigermaßen guten Zukunft entgegen: Der Immobilienmarkt im Waldviertel zeige sich insgesamt wieder freundlicher, hat Raiffeisen Immobilien Wien/NÖ/Burgenland jüngst erst festgestellt. „Allerdings trifft eine aktuell wieder steigende Nachfrage auf stagnierendes Angebot, insbesondere bei neuen Immobilien. Für ein Einfamilien-Haus, nach wie vor die gefragteste Immobilienart im Waldviertel, musste man 2025 rund 2.300 Euro pro Quadratmeter bezahlen, was einem deutlichen Plus von 27 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht“, heißt es in dem Bericht.
HC
AutorHannes Ch. Steinmann
Tags
Gmünd
Wohnungen
Immobilienmarkt
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