Rics: Global Construction Monitor
Laut einer Rics-Analyse bleibt die Infrastruktur der zentrale Wachstumstreiber im weltweit gemischten Marktumfeld.
Der Global Construction Monitor von Rics für das erste Quartal 2026 verzeichnet einen leichten Anstieg des Construction Sentiment Index auf einen Wert von +8 nach +7 im Vorquartal. Hinter dieser global stabilen Entwicklung verbergen sich jedoch deutliche regionale Verschiebungen und ein massiv gestiegener Kostendruck. Die Kostenprognosen für die kommenden zwölf Monate sind in allen Bereichen nach oben korrigiert worden, wobei die Befragten zunehmend geopolitische Spannungen als wesentlichen Treiber nennen.
Besonders stark fiel der Indexrückgang in der Region Naher Osten und Afrika aus, wo der Wert von +29 auf +8 abrutschte. Auch in Nord- und Südamerika schwächte sich die Stimmung ab, bleibt mit +21 aber im expansiven Bereich. Europa verbuchte ebenfalls einen Rückgang der Dynamik und fiel von +14 auf +7. Im Gegensatz dazu konnte sich die Region Asien-Pazifik von -14 auf einen neutralen Wert von 0 erholen, was primär auf eine Stabilisierung auf dem chinesischen Festland zurückzuführen ist. Auf Länderebene verzeichnen Indien und die USA das stärkste Wachstum, während Märkte wie Katar und Frankreich deutliche Einbußen melden. In Europa schwächt sich das Umfeld ab.
Neben Frankreich sind nun auch Italien und Großbritannien in den negativen Bereich gerutscht. Deutschland führt die europäischen Märkte trotz eines leichten Rückgangs des nationalen Baustimmungsindex weiterhin an. Sektoral betrachtet übertrifft die Infrastruktur in rund zwei Dritteln der untersuchten Länder die Bereiche des privaten Wohnungsbaus und der Gewerbeimmobilien.
Die globalen Prognosen für Materialkosten stiegen auf Jahressicht von 4,0 auf 6,4 Prozent. Die Erwartungen für Löhne blieben hingegen weitgehend stabil. Gleichzeitig verschlechterten sich die Aussichten für die Kreditvergabe. Der Nettosaldo der Befragten, die eine Verschlechterung der Kreditbedingungen für die kommenden zwölf Monate erwarten, fiel drastisch von +13 auf -14 Prozent. Die Gewinnmargen der Unternehmen stehen ebenfalls unter Druck, da die erwarteten Baukostensteigerungen die Preisentwicklungen bei Ausschreibungen voraussichtlich übertreffen. Susanne Eickermann-Riepe, Senior Vice President von Rics, betont die gespaltene Marktlage.
Während der Ausblick für die Kreditbedingungen erstmals seit mehreren Quartalen deutlich ins Negative gedreht habe, blieben die Erwartungen an das künftige Arbeitsvolumen positiv. Dies gelte insbesondere für die Infrastruktur, die zum zentralen Treiber der Bauaktivitäten werde. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Rahmenbedingungen im weiteren Jahresverlauf angesichts der geopolitischen Herausforderungen entwickeln.
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