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PV-Branche warnt vor Stillstand

Fehlende politische Vorgaben gefährden Investitionen in die heimische Energiewende, so PV&B Austria.

Der jüngste Fördercall für Photovoltaik und Stromspeicher für das Jahr 2026 verzeichnete einen massiven Nachfrageüberhang, offenbart jedoch zugleich gravierende regulatorische Lücken. Bei mehr als 41.000 eingereichten Anträgen mit einem Antragsvolumen von über 192 Millionen Euro stehen im Fördertopf lediglich 30,5 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 85 Prozent der eingereichten Vorhaben gehen damit vorerst leer aus. Für die ab 1. November greifende Übergangslösung fehlen den Marktteilnehmern bislang jegliche Richtlinien und Durchführungsbestimmungen.

Fördercall 2026: 85 Prozent gehen leer aus

Die unklare Fördersituation führt unmittelbar zu Projektverzögerungen bei Planern und Errichtern. Da verlässliche Kriterien ausbleiben, können Fachbetriebe ihre gewerblichen und privaten Auftraggeber derzeit nicht fundiert beraten. Geplante Bauvorhaben und Investitionen werden vor diesem Hintergrund vielerorts auf unbestimmte Zeit verschoben. Für ausführende Unternehmen bedeutet dieser Zustand einen abrupten Auftragsstillstand trotz ungebrochen hohem Marktinteresse.

Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbands PV&B Austria, pointiert die Problematik: „Einmal mehr führen fehlende rechtliche Rahmenbedingungen zu Unsicherheiten und realen Verlusten bei heimischen Klein- und Mittelbetrieben, die einen wesentlichen Teil zur Energiewende leisten und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen. Die PV-Branche steht aktuell de facto still. Das liegt weder an der fehlenden Nachfrage noch an den Betrieben, sondern alleine an fehlenden Fakten seitens der Politik.“

EAG-Novelle und Speicheroffensive stocken

Auch die mittelfristige Förderperspektive ab Januar 2027 bleibt diffus, da das zuständige Klimaschutz- und Energieministerium die Ausgestaltung der Reform im Rahmen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) weiterhin schuldig bleibt. Ein rechtzeitiges Inkrafttreten der Novelle gilt aufgrund der erforderlichen Zweidrittelmehrheit im Parlament als zunehmend unwahrscheinlich. Parallel dazu verharrt die politisch avisierte Speicheroffensive im Stadium von Absichtserklärungen, da die gesetzliche Grundlage fehlt.

Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV&B Austria, unterstreicht die Dringlichkeit verbindlicher Beschlüsse: „Ich appelliere wirklich dringend an die Bundesregierung: Es ist höchste Zeit, die genauen Bedingungen des neuen Fördersystems zu definieren. Im Sinne der langfristigen Planungssicherheit der gesamten PV- und Speicherbranche sowie der Energieunabhängigkeit Österreichs. Wir stehen für konstruktive Gespräche nach wie vor bereit.“

Forderungskatalog: Übergangsbudget und Planungssicherheit

Um Betriebe und Fachplaner vor weiteren wirtschaftlichen Schäden zu bewahren, fordert die Interessensvertretung sofortige Korrekturen seitens der Gesetzgebung. Priorität hat die unverzügliche Festlegung konkreter Förderbedingungen für die Übergangsphase, damit anstehende Projekte noch im laufenden Jahr realisiert werden können. Ergänzend verlangt der Verband einen gesonderten Budgettopf für Übergangsprojekte sowie frische Fördermittel für das kommende Wirtschaftsjahr.

Ebenso entscheidend bleibt der zeitnahe Beschluss der EAG-Novelle, um ab 2027 verlässliche, niederschwellige Rahmenbedingungen zu garantieren. Ohne diese strukturellen Weichenstellungen droht der Ausbau von Photovoltaik und Speicherkapazitäten nachhaltig ins Stocken zu geraten. Für Bauherren, Ingenieure und Planungsbüros bleibt die zügige Beendigung des gesetzlichen Vakuums die zwingende Voraussetzung für jede weitere Investitionsentscheidung.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 30. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 30. Oktober 2026


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AutorRedaktion
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Photovoltaik
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