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Wie KI die Handwerker im Netz zeigt

KI-Suche im Handwerk: Eine Wortliga-Studie analysiert Empfehlungen von Google und ChatGPT.

Bei der digitalen Handwerkersuche über generative KI-Systeme entscheiden Verzeichniseinträge und Rezensionen über die Sichtbarkeit der Fachbetriebe. Eine aktuelle Untersuchung des Münchner Analyseunternehmens Wortliga belegt signifikante Divergenzen zwischen den führenden Plattformen. Während Googles KI-Modus primär auf das eigene Kartenmaterial zurückgreift, stützt sich ChatGPT vorwiegend auf traditionelle Branchenverzeichnisse wie Gelbe Seiten oder Das Örtliche. Für Handwerksbetriebe und Bauentscheidungsträger verändern diese Selektionsmechanismen die digitale Auffindbarkeit grundlegend.

Divergierende Datenquellen im Systemvergleich

Die Untersuchung basiert auf 480 identischen Abfragen für sechs Gewerke in 40 deutschen Städten. Googles KI integriert in 90 Prozent der Fälle direkte Profile aus Google Maps, wohingegen ChatGPT diesen Pfad meidet und stattdessen in 55 Prozent der Antworten externe Branchenportale heranzieht. Google nennt derartige Verzeichnisse nur in 29 Prozent der Ausgaben als Referenz. Bemerkenswert bleibt dennoch ein verdeckter Datentransfer: Bei 97 Prozent der zuordenbaren Betriebe stimmen die Bewertungszahlen auf der ChatGPT-Karte exakt mit Google Maps überein, ohne dass OpenAI die Quelle explizit offenlegt.

Verzeichniseinträge steigern Sichtbarkeit signifikant

Das Vorhandensein in Branchenregistern erhöht die Nennungswahrscheinlichkeit spürbar. Gelistete Handwerksbetriebe erzielen bei ChatGPT eine Empfehlungsquote von 62 Prozent, während nicht erfasste Unternehmen auf 39 Prozent zurückfallen. Betriebe mit weniger als 20 Google-Bewertungen verdoppeln durch einen Registereintrag ihre Präsenz bei ChatGPT von 29 auf 58 Prozent. Bei den Quellen differenzieren die Systeme deutlich: ChatGPT fokussiert auf Das Örtliche mit 142 Nennungen sowie Gelbe Seiten mit 111 Nennungen, während Google Wer kennt den Besten und Gelbe Seiten priorisiert.

Bewertungsdichte fungiert als zentraler Hebel

Neben Registerdaten bildet das quantitative Kundenfeedback das entscheidende Relevanzkriterium für beide Algorithmen. Handwerksbetriebe, die von beiden KIs empfohlen werden, weisen einen Median von 49 Kundenbewertungen auf. Ab einer Schwelle von 150 Rezensionen erreichen Dienstleister eine gemeinsame Nennungsquote von 40 Prozent. Diese Korrelation unterstreicht die wachsende Bedeutung eines aktiven Reputationsmanagements im Wettbewerb um Aufträge.

Zweigleisige Strategie für Betriebe erforderlich

„Wer als Handwerker in den Antworten von KI-Systemen auftauchen will, muss zweigleisig fahren“, betont Gidon Wagner, Geschäftsführer von Wortliga. Google bediene sich vor allem am eigenen Kartenmaterial, während ChatGPT stark auf klassische Branchenbücher setze, analysiert der Experte. „Betriebe sollten deshalb nicht nur ihr Google-Profil und ihre Kundenbewertungen pflegen, sondern auch ihre Einträge in den großen Verzeichnissen prüfen“, pointiert Wagner die strategische Konsequenz für die Praxis.

Regionale Differenzen und Kammerbezug

Strukturelle Unterschiede zeigen sich zudem im regionalen Gefüge und einzelnen Gewerken. In Kommunen unter 20.000 Einwohnern verlinkt ChatGPT in 76 Prozent der Fälle unmittelbar auf die Betriebswebsites, in Metropolen über 500.000 Einwohnern sinkt dieser Wert auf 24 Prozent. Bei Dachdeckern verweist die KI Suchende in 56 Prozent der Fälle direkt an Innungen oder Handwerkskammern. Für Marktteilnehmer signalisiert die Entwicklung, dass künftige Lead-Generierung zwingend die koordinierte Pflege von Kammerpräsenzen, Verzeichnissen und Bewertungsplattformen voraussetzt.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 08. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 08. Oktober 2026


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AutorRedaktion
Tags
KI
Wettbewerb
Handwerk
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