Politik, Recht & Rahmenbuildingtimes.at
/ Lesezeit 2 min
Für die Wärmewende braucht`s mehr
Ein Fachdialog zeigt, welche politischen Instrumente den Ausstieg aus Öl und Gas beschleunigen könnten.
Österreichs Umstieg von fossilen Öl- und Gasheizungen auf klimafreundliche Wärme kommt nach Einschätzung des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) zu langsam voran. Bei einem Fachdialog diskutierten Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Praxis die Ursachen der schleppenden Abkehr von fossilen Energieträgern im Gebäudesektor.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Heizungstausch durch politische Steuerung planbar, wirksam und sozial verträglich gestaltet werden kann. Die Veranstaltung unter dem Titel „Politische Steuerung der Wärmewende – Mit den richtigen Mitteln raus aus Öl und Gas beim Heizen“ machte aus Sicht des Verbands deutlich: Finanzielle Unterstützung ist wichtig, reicht allein aber nicht aus. Haushalte, Wohnungswirtschaft und Heizungsbranche benötigen darüber hinaus langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Investitionen.
„Damit saubere und leistbare Wärme rechtzeitig für alle Haushalte in Österreich zur Verfügung steht, braucht es von der Politik einen Mix aus verschiedenen Steuerungsinstrumenten. Diese müssen fortan für Transparenz und Planungssicherheit sorgen und Haushalte vor Fehlentscheidungen bei Investitionen schützen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: Förderungen allein führen nicht zum Ziel“, sagte EEÖ-Geschäftsführerin Martina Prechtl-Grundnig.
Internationale Erfahrungen stützen diese Einschätzung. Keynote-Speaker Fabian Muralter vom Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos stellte erfolgreiche Ansätze aus Schweden, Finnland und Frankreich vor. Sein Fazit: „Internationale Erfahrungen zeigen, dass Förderungen eine wichtige Voraussetzung für die Wärmewende sind, langfristige Transformationen jedoch meist auf einem breiteren Instrumentenmix beruhen.“ Nach Darstellung des EEÖ setzt die österreichische Regierung bislang ausschließlich auf Förderungen, um den Austausch von 1,3 Millionen fossilen Heizungen gegen klimafreundliche Systeme anzureizen.
Stopp-and-Go ist schädlich
Das wiederholte Stop-and-Go bei den Förderungen habe in der Vergangenheit jedoch immer wieder Unsicherheit bei Haushalten und in der Heizungsbranche ausgelöst. Zugleich werden nach Angaben des Verbands jährlich weiterhin 30.000 Gasheizungen neu installiert, deren technische Lebensdauer bis weit über 2040 reicht. Selbst bei Ölheizungen gab es trotz Preiskrise einen Zuwachs bei den Installationen. Als notwendige Ergänzungen wurden unter anderem ein klarer Ausstiegspfad, Mindeststandards, Informations- und Beratungsangebote sowie Maßnahmen zur sozialen Abfederung diskutiert.
Wohnbauforscherin Eva Bauer betonte, dass die Wärmewende im Wohnbereich finanziell bewältigbar sei. Ein wesentlicher Teil der Sanierungskosten falle ohnehin unabhängig von der Umstellung auf klimafreundliches Heizen an. Bestehende Instrumente müssten allenfalls adaptiert und vor allem mittel- und langfristig ausgerichtet werden. Michael Aumer vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus plädierte für ein kohärentes Gesamtpaket mit klarer zeitlicher Perspektive, um auch dem Markt ein verlässliches Signal zu geben.
R
AutorRedaktion
Tags
Wärmewende
energie
Österreich
Politik
Heizungsbranche
EEÖ
Weitere Artikel

