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Fernkälte wächst weiter

2024 ist der Absatz von Fernkälte um fast 16 Prozent gestiegen. Im Jahr davor setzen die Anbieter 9 Prozent mehr Kälte ab. Neu im Kreis der Fernkälteanbieter ist Bregenz. Klagenfurt und Graz sollen folgen.

Die produzierte und verkaufte Fernkältemenge nimmt jedes Jahr stetig zu. Mit exakt 15,9 Prozent war das Wachstum im vergangenen Jahr besonders stark. 2023 hatte der Fernkälteabsatz um knapp neun Prozent zugelegt. Mit Fernkälte werden unter anderem Krankenhäuser, Einkaufszentren, Bahnhöfe, Schulen und Hochschulen oder Hotels versorgt. Ausschlaggebend für die starke Nachfrage nach Fernkälte im Vorjahr war nicht nur der deutlich gestiegene Kühlenergiebedarf infolge des heißesten Jahres seit Beginn der Aufzeichnungen, sondern auch der kräftige Ausbau des Fernkältenetzes. Hitzerekorde heizen Nachfrage an „Die Hitzerekorde der vergangenen Jahre heizen die Nachfrage nach Fernkälte im ganzen Bundesgebiet an“, sagt Katalin Griessmair-Farkas, stellvertretende Geschäftsführerin des Fachverbands Gas Wärme. „Wir stellen fest, dass zum Beispiel immer mehr Betreiber von Einkaufszentren oder Büros aber auch Wohnbaugenossenschaften ihre Gebäude mit Fernkälte kühlen wollen.“ 2024 hatte Österreich das mit Abstand wärmste Jahr seiner 257-jährigen Messgeschichte: Im Tiefland Österreichs und auf den Bergen war es im Mittel um 1,8 Grad wärmer als in einem durchschnittlichen Jahr der Klimaperiode 1991 bis 2020. Gemessen an den Kühlgradstunden führte diese Entwicklung im vergangenen Jahr zu einem im Jahresvergleich um rund 28 Prozent höheren Kühlbedarf. In den Sommermonaten Juni, Juli und August stieg der Absatz der Fernkälte sogar um 35,2 Prozent. Mehr Leitungs-Kilometer Seit 2009 hat sich der Verkauf von Fernkälte auf dem österreichischen Markt von rund 25 GWh auf zuletzt 237,2 GWh mehr als verzehnfacht. Durch den anhaltenden Leitungsausbau und die verstärkte Anschlusstätigkeit bei Gebäuden stieg die Nachfrage. Per Ende 2024 war die Gesamtlänge des heimischen Fernkältenetzes um 3,1 Kilometer auf mittlerweile insgesamt 42,6 Kilometer gewachsen. Das entspricht einem Plus von knapp acht Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die installierte Fernkälteleistung von 186,2 Megawatt (MW) auf 203,3 MW – das bedeutet einen Leistungszuwachs von 17,1 MW oder ein Plus von 9,2 Prozent. Bregenz kühlt mit Seewasser Der Schwerpunkt der Kälteversorgung in Österreich liegt bisher vor allem in Wien, wo unter anderem die Universität Wien, das Allgemeine Krankenhaus, das Parlament, das Rathaus oder die Wiener Staatsoper gekühlt werden. 2025 wird der Ausbau des Fernkältenetzes in Wien fortgesetzt: In der Kältezentrale Schottenring wurden neue Kältemaschinen installiert, in Floridsdorf ging eine Anlage in Betrieb, und am MedUni Campus entsteht ein innovativer Eisspeicher. Inzwischen haben aber auch die Landeshauptstädte Linz und St. Pölten nachgezogen. Gestartet hat auch Bregenz. Die Stadt startete heuer mit der Versorgung von Gebäuden mit nachhaltiger Kälte. Dabei kommt ein besonders umweltfreundliches Verfahren zum Einsatz – das sogenannte „Free Cooling“ mit Wasser aus dem Bodensee, das über Kältetauscher direkt zur Gebäudekühlung genutzt wird, also ohne den Einsatz energieintensiver Maschinen. Weitere Fernkälteprojekte in den Bundesländern sind in Planung: Ab 2026 soll Fernkälte in Klagenfurt ans Netz gehen und ab 2030 soll auch in Graz Fernkälte verfügbar sein. „Wir erwarten, dass es in den nächsten fünf Jahren zu einer Verdopplung der derzeitigen Fernkältekapazitäten kommen wird – also auf insgesamt rund 370 Megawatt“, sagt Griessmair-Farkas abschließend. Damit könnte eine Fläche von mehr als sieben Quadratkilometern gekühlt werden – eine Fläche größer als der Wiener Prater.    
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 16. Juni 2025 - zuletzt bearbeitet am 26. Februar 2026


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