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Dämmstoffmarkt wartet auf den Aufschwung

Zwischen Seitwärtsbewegung und Sanierungshoffnung: Dämmstoffmarkt wartet 2026 weiter auf Besserung

Der österreichische Markt für Dämmstoffe navigiert weiterhin durch anspruchsvolles Fahrwasser. Trotz einer punktuellen Stabilisierung der allgemeinen Baukonjunktur im vergangenen Jahr konnten die Hersteller von Isoliersystemen für Dächer, Wände und Decken erlösseitig noch keine Trendwende einleiten. Aktuelle Daten von Branchenradar.com verdeutlichen das Dilemma der Branche im Jahr 2025: Einer stagnierenden Nachfrage stand ein Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise um 4,5 Prozent gegenüber. In der Konsequenz sanken die Herstellererlöse im Jahresvergleich um weitere 4,9 Prozent auf ein Volumen von 311,5 Millionen Euro – ein Indikator für den massiven Wettbewerbsdruck in der thermischen Gebäudehülle.

Besonders heterogen zeigt sich die Entwicklung bei den spezifischen Materialgruppen. Während Hochleistungsdämmstoffe wie XPS, PUR und PIR sowie organische Alternativen signifikante Umsatzrückgänge zwischen sieben und zehn Prozent verzeichnen mussten, erwies sich das Segment EPS als erstaunlich resilient. Mit einem marginalen Minus von lediglich 0,5 Prozent profitiert EPS primär vom robusten Neubauvolumen bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Dieser Sektor fungiert aktuell als wichtigster Wachstumsimpulsgeber und dämpft den Abwärtstrend, den mineralische Dämmstoffe mit einem durchschnittlichen Umsatzminus von fünf Prozent noch deutlicher spüren.

Ein bemerkenswerter Aspekt im Kontext der EU-Renovation-Wave und der nationalen Dekarbonisierungsziele ist die Stabilität im Sanierungssektor. Entgegen der Befürchtungen, dass die Aussetzung des „Sanierungsbonus“ zu einem Einbruch der Nachfrage führen würde, blieb der Bedarf für thermische Gebäudesanierungen im Eigenheimsegment überraschend konstant. Dies deutet auf ein gewachsenes Bewusstsein für die langfristige Relevanz energetischer Optimierung hin, das sich zunehmend von kurzfristigen Förderzyklen entkoppelt.

Für Branche und Architektur bedeutet diese Marktsituation eine Phase der Konsolidierung. Der Fokus verschiebt sich 2026 verstärkt von der reinen Materialschlacht hin zur systemischen Intelligenz: Gefragt sind Lösungen, die Montagezeiten verkürzen und eine hohe Zirkularität aufweisen, um den erlösseitigen Druck durch prozesstechnische Effizienz auszugleichen. Der Markt wartet zwar noch auf den breiten Aufschwung, doch die stabile Basis im privaten Wohnbau bietet das Fundament, auf dem innovative, ressourcenschonende Dämmkonzepte für die kommende Sanierungswelle aufbauen können.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 07. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 07. April 2026


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AutorLaura Fürst
Tags
branchenradar
Dämmstoffe
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